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TIWAG-Vorstände kosteten im Vorjahr 1,41 Mio Euro

Die Tiroler Grünen fordern eine Gehaltsobergrenze für Vorstandsbezüge. Kritik auch vom Rechnungshof.

Die dreiköpfige Vorstandsspitze des Tiroler Energieversorgers Tiwag soll im Vorjahr 1,41 Millionen Euro Bruttogehalt erhalten haben. Das entspricht rund 470.000 Euro pro Person beziehungsweise 39.137 Euro brutto im Monat. Das ergibt der vor wenigen Wochen erschienene Jahresbericht 2025, wie der ORF Tirol berichtet.

Im Vergleich mit anderen Landesenergieversorgern, in mehrheitlich öffentlichem Eigentum, liegt die Tiwag damit im Spitzenfeld. Ausnahme ist die Illwerk AG in Vorarlberg. Dort wurden 2025 rund 1,76 Millionen Euro an die Vorstände ausgezahlt. Es wurde jedoch auch die Auszahlung an pensionierte Vorstände hineingerechnet und daher auf mehr Personen aufgeteilt.

Forderung nach Gehaltsdeckelung

Bei der Tiwag gibt es keine gesetzliche Obergrenze für Vorstandsgehälter. Das Land Tirol als Eigentümer gibt nur Orientierungskriterien vor.  Anders macht das die Steiermark. Dort gibt es bei der Energie Steiermark eine Gehaltsobergrenze.

Eine Deckelung von Vorstandsbezügen für die TIWAG fordern jetzt auch die Grünen Tirol und die Umweltschutzorganisation WWF. Als Richtlinie soll das Gehalt des Landeshauptmannes gelten, so der Klubobmann der Tiroler Grünen, Gebi Maier. Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle bezog im Jahr 2025 rund 20.000 Euro pro Monat. Somit etwa die Hälfte weniger als die Vorstandsmitglieder der TIWAG.

Tiwag spricht von einer „marktüblichen Summe“

Eduard Wallnöfer, Aufsichtsratsvorsitzender der Tiwag, hält eine generelle Deckelung, wie in der Steiermark, für eher schwer umsetzbar. Es handle sich um „marktübliche Summen“ und man müsse die politische von der wirtschaftlichen Diskussion trennen. Weiters würden die Summe für Bezüge künftig um etwa 30 Prozent sinken, da der Vorstand nur mehr aus zwei statt drei Mitgliedern bestehen wird. Aufgrund einer Klausel im Unternehmensgesetz müssen die Vorstandsbezüge dann künftig nicht mehr im Geschäftsbericht angegeben werden.

Diese Änderung wird von der Umweltorganisation WWF kritisiert. Sie sehen da eine drohende Transparenzlücke, die das Land Tirol schließen müsse. Maximilian Frey vom Tiroler WWF-Büro sagt: „Die Tiroler Bevölkerung hat ein Recht darauf, zu erfahren, wie die Bezüge und Boni in ihrem Landesunternehmen geregelt sind.“

Kritik auch vom Rechnungshof

Der Rechnungshof kritisierte die Vergütungsstrategie der TIWAG bereits 2021. Insbesondere die variablen Gehaltsbestandteile seien nicht an ausreichend konkrete und messbare Ziele geknüpft. Der Rechnungshof forderte deshalb transparente Regeln für die Vorstandsgehälter und die leistungsabhängige Vergütung.

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