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Handlungsbedarf bei Kinder- und Jugendthemen

Kinder- und Jugendstaatsanwaltschaft Tirol fordert Priorität auf Kinderrechte in der Budgetplanung des Landes Tirols.

Die Kinder- und Jugendstaatsanwaltschaft Tirol (KiJA) sieht in der Verwirklichung der Kinderrechte, für die gesamte Gesellschaft und Politik, sowohl einen moralischen Auftrag als auch eine gesetzlich verankerte Pflicht. Demnach fordern sie aufgrund des aktuell präsentierten Tätigkeitsberichts 2024/2025 verstärkte Anstrengungen bei Kinder- und Jugendthemen.

Fehlende Unterstützung in belastenden Situationen

Aktuelle Entwicklungen und Berichte zeigen, dass der Schutz von Kindern und Jugendlichen in stationären Einrichtungen nicht durchgehend gewährleistet ist. Insbesondere mangele es an einer ausreichenden Versorgung von jungen Menschen mit erhöhtem psychiatrischem Unterstützungsbedarf und genügend Krisenplätzen. Die KiJA fordert unter anderem einen gezielten Ausbau sozialpsychiatrischer Angebote und die Schaffung zusätzlicher Krisenplätze.

Tiroler Kinder- und Jugendanwalt Lukas Trentini sagt: „Gerade hier braucht es dringend mehr passgenaue Angebote, stabile Beziehungsarbeit und verlässliche Unterstützungssysteme. Es kann nicht sein, dass junge Menschen in ohnehin belastenden Situationen zusätzlich durch strukturelle Defizite im System verunsichert werden.“

Die Kinder- und Jugendanwaltschaft Tirol ist eine Ombudsstelle für alle Fragen, Anliegen und Probleme, die Kinder und Jugendliche betreffen. V. l.: Simone Altenberger, Lukas Trentini und Martin Ritzer

Fehlende Kinderschutzkonzepte bei Freizeitangeboten

Besonders bei Freizeitangeboten, wie Ferienlagern, mangelt es am Kinderschutz. In Ferienlagern fehle es an Qualitäts- und Kinderschutzstandards. „Gerade in Ferienlagern, wo Kinder über längere Zeiträume in abgeschlossenen Strukturen betreut werden, braucht es klare und überprüfbare Schutzmaßnahmen“, betont der Kinder- und Jugendanwalt Trentini. Es benötige verpflichtende Kinderschutzkonzepte, klare Vorgaben für das Personal, Beschwerdemöglichkeiten und behördliche Kontrollen.

Lücken in der Inklusion von jungen Menschen mit Behinderungen

Ein weiteres Defizit sieht die KiJa im Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderung. Sie leiden an einem erhöhten Risiko, Gewalt in einem institutionellen, aber auch familiären Kontext zu erfahren. Der Grund sind häufig Kommunikationsbarrieren und Abhängigkeitsverhältnisse. Um die Abhängigkeit zu reduzieren, ist der Ausbau von externen Vertrauenspersonen in Wohneinrichtungen geplant.

Kinderrechte als Priorität im Budget

Es gibt viele Forderungen, diese müssen aber auch finanziert werden. Deshalb betont die Kinder- und Jugendanwaltschaft: „Spardruck darf keine Legitimation für Einsparungen bei Kinder- und Jugendthemen sein“. Ziel solle sein, Kindern und Jugendlichen stabile, sichere und entwicklungsfördernde Rahmenbedingungen zu bieten.

Positive Entwicklungen in der Kinder- und Jugendstaatsanwaltschaft

Positiv kommt aus dem Bericht hervor, dass die Sichtbarkeit der KiJa gestiegen ist. Im Jahr 2024 gab es noch 350 Beratungen von Einzelfällen, im darauffolgenden Jahr waren es schon 456 Fälle. Ebenso konnten 11.000 Schüler:innen durch Bildungsarbeit zu Kinderrechten sowie Jugendschutz und Jugendstrafrecht erreicht werden.

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