Während Schmetterlingsarten wie das Große Ochsenauge (Maniola jurtina) im Sommer fast überall in Österreich zu beobachten sind, kommen viele andere nur in ganz bestimmten Lebensräumen vor. Feuchtgebiete, artenreiche Magerwiesen oder sonnige Trockenrasen bieten bestimmten Arten die notwendigen Bedingungen zum Überleben.

Durch Entwässerung, intensive Landwirtschaft oder Verbuschung gehen diese Lebensräume vermehrt verloren und nach und nach verschwinden die typischen Schmetterlinge in diesen Gebieten. Tagfalter reagieren besonders empfindlich auf Veränderungen ihrer Umwelt. Sie gelten daher als wichtige Indikatoren für die Natur. Ihr Vorkommen gibt Informationen über den ökologischen Zustand einer Landschaft und ihrer biologischen Vielfalt.
Wichtige Lebensräume gehen verloren
Moore und Feuchtwiesen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen in Österreich. Gleichzeitig sind es jedoch auch die am stärksten bedrohten Naturräume. Hier leben unter anderem Arten wie der Mädesüß-Perlmuttfalter (Brenthis ino), der Randring-Perlmuttfalter (Boloria eunomia) sowie der stark gefährdete Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris teleius). Letzterer ist aufgrund seines außergewöhnlichen Lebenszyklus besonders anfällig gegenüber Veränderungen des Lebensraums: Die Raupen entwickeln sich zunächst am Großen Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis), werden anschließend von Knotenameisen in deren Nest getragen und schließen dort ihre Entwicklung ab.
Auch artenreiche Magerwiesen gehen immer mehr verloren. Diese entstehen ursprünglich durch eine extensive Bewirtschaftung. Sprich eine Landwirtschaft ohne intensives Düngen und große Maschinen. Magerwiesen zählen zu den blütenreichsten Lebensräumen. Sie verschwinden jedoch zunehmend oder verbuschen durch fehlende Nutzung. Somit gehen auch die Bestände von dort lebenden Arten zurück.

Während manche Arten von Schmetterlingen gern Feuchtgebiete und blütenreiche Wiesen bevorzugen, finden andere ihren Lebensraum auf Trockenrasen und felsigen Hängen, wie beispielsweise der Segelfalter (Polyommatus damon) oder Apollofalter (Parnassius apollo). Sie sind auf warme und sonnige Standorte angewiesen. Verbuschung oder Aufforstung können diese Lebensräume dauerhaft beeinträchtigen.
Biologische Vielfalt langfristig sichern
Nicht nur Schmetterlinge profitieren durch den Schutz der Lebensräume. Auch Wildbienen, Heuschrecken, Libellen, Amphibien, Reptilien und zahlreiche Pflanzen benötigen eine intakte Natur.
Der Naturschutzbund und das Umweltamt rufen aktuell dazu auf, Schmetterlinge zu fotografieren und die Beobachtungen auf www.naturbeobachtung.at oder in der gleichnamigen App zu melden. Die Einsendungen werden von Expert:innen geprüft und daraus eine neue Rote Liste der Tagfalter in Österreich erstellt. Die Beobachtungen liefern wichtige Informationen über die Verbreitung heimischer Schmetterlingsarten und unterstützen, wirksame Schutzmaßnahmen zu entwickeln.
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