Die neue Reichenliste des Magazins trend zeigt erneut Vermögen, die sich mit Arbeitseinkommen nicht annähernd aufholen lassen.
Eine Person mit dem durchschnittlichem Nettoeinkommen von unselbständig Beschäftigten (28.506 Euro netto pro Jahr) müsste 1,3 Millionen Jahre sparen um das Vermögen von Mark Mateschitz (37,5 Milliarden Euro) durch Erwerbsarbeit anzusammeln und dürfte dabei noch nicht einmal einen Euro ausgeben!
Für das Vermögen der Familien Porsche und Piëch (31,0 Milliarden Euro) wären 1,1 Millionen Jahre Spardauer nötig. Die Erde befand sich damals im frühen Pleistozän. Homo erectus lebte bereits, frühe Menschen breiteten sich in dieser langen Phase erstmals nach Europa aus.

Um den Reichtum der Familie Swarovski (4,2 Milliarden Euro), der Flick-Erb:innen (4,0 Milliarden Euro) oder von Hans-Peter Haselsteiner (3,9 Milliarden Euro) anzusammeln, hätte vor rund 150.000 Jahren ein Neanderthaler bereits fast 30.000 Euro verdienen und seither bis heute auf die Seite legen müssen.
„Wer 1,3 Millionen Jahre sparen müsste, sieht sofort: Solche Vermögen können nicht das Ergebnis eines besonders langen Arbeitslebens sein. Sie entstehen durch Besitz, Unternehmensbeteiligungen und Erbschaften und werden unversteuert in Erbdynastien leistungslos weitergereicht“, ortet Barbara Schuster, stellvertretende Chefökonomin am Momentum Institut.
Österreich bleibt ein Schlaraffenland für Superreiche
Laut OECD-Statistik entfielen 2024 nur 1 Prozent der gesamten Steuereinnahmen auf vermögensbezogene Steuern. Im EU-Schnitt liegt dieser Wert bei 3,4 Prozent. Österreich lag damit auf Platz 35 von 38 Staaten. Noch unangetasteter bleiben Supervermögen nur in Litauen, Tschechien und Estland.

Eine Erbschafts- oder Schenkungssteuer gibt es seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr, die Vermögensteuer wird seit 1994 nicht mehr eingehoben. Bei Immobilien fallen lediglich entsprechende Grunderwerbsteuern an und die Bemessungsgrundlage der Grundsteuer ist gänzlich aus der Zeit gefallen.
Die OECD hält auch 2026 fest, dass Österreich stark von der Besteuerung von Arbeit abhängt und Vermögen sowie Erbschaften kaum als Steuerbasis nutzt. „Österreich behandelt Multimillionär:innen und Milliardär:innen mit Samthandschuhen, während Beschäftigte ihre Beiträge automatisch mit jeder Lohnabrechnung leisten. Diese Schieflage ist weder gerecht noch wirtschaftlich sinnvoll“, so Schuster weiter.
Das Momentum Institut empfiehlt die Wiedereinführung der Erbschafts- und Schenkungssteuer sowie eine wirksame Besteuerung sehr großer Vermögen in Multimillion- und Milliardenhöhe, weiters auch eine Modernisierung der Grundsteuer. Kleine und mittlere Erbschaften sowie das selbst genutzte Eigenheim bleiben durch Freibeträge geschützt.
„Es geht nicht um das Einfamilienhaus der Durchschnittsfamilie. Es geht um Milliardenvermögen von Erb-Dynastien, die über Generationen nahezu unversteuert weitergereicht werden. Wer Leistung entlasten will, muss sehr große Vermögen fair beteiligen“, so Schuster abschließend.
2 Postings
ich glaube nicht, dass mark doppelt soviel isst und trinkt wie ich.
Wenn man das bild - des braven österreichischen steuerzahlers, das red bull von sich selbst gern zeichnet und das von den boulevardmedien ungeprüft übernommen wird - genauer betrachtet, bleibt nicht viel davon übrig:
"So tauchen eine Reihe von Tochterfirmen und andere Firmenwerte just in jenen Steuerparadiesen auf, die Dietrich Mateschitz im Interview ausschließt: Hongkong und Panama; darüber hinaus im US-Bundesstaat Delaware, der Schweiz und in Dubai. Eine Recherche im Markenregister zeigt, dass Markenrechte der britischen Red-Bull-Tochter sehr wohl auf den Cayman Islands registriert sind. Auch auf den Britischen Jungferninseln hat sich Red Bull Markenrechte gesichert... "
Wies funktioniert: Wenn zu viel gewinn, einfach im konzern intern für die markenrechte im steuerparadie mehr bezahlen,... und schon zahlt man in österreich keine oder zumindest viel weniger steuern!
https://www.dossier.at/dossiers/red-bull/rote-fahnen/
Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren