Bereits im Mai 2024 lehnte die Naturschutzbehörde des Landes Tirol den Bau des Kraftwerks Haslach am Kalserbach ab. Die Gemeinde Kals reichte Beschwerde gegen die Entscheidung ein. Nun bestätigte auch das Landesverwaltungsgericht Tirol die Ablehnung des Projekts.
Das Gericht sieht durch das geplante Kalserbach-Kraftwerk eine schwerwiegende Beeinträchtigung des Natura-2000-Gebietes und des Lebensraums von Deutschen Tamarisken. Am Kalserbach befindet sich eine der wenigen intakten Metapopulationen dieser Pflanzenart im Ostalpenraum. Der betroffene Lebensraum ist in der gesamten alpinen biogeographischen Region der EU stark bedroht und steht zufolge der Roten Liste vor dem vollständigen Verlust in Österreich.

Laut der Feststellungen des Gerichts würden Wasserentnahme, Wehr und Druckrohrleitung die natürlichen Abläufe des Kalserbachs tiefgreifend verändern. Geringere Wasserstände könnten wertvolle Kies- und Sandflächen austrocknen, während der eingeschränkte Geschiebe- und Samentransport die natürliche Verjüngung der Deutschen Tamariske schwächen würde. Zugleich würde das Wehr die miteinander verbundenen Bestände am Ober- und Unterlauf trennen. Dadurch wären zentrale Lebensräume, die Kernpopulation und langfristig das gesamte Tamarisken-Vorkommen im Schutzgebiet gefährdet.
WWF fordert, Pläne für Kraftwerk fallen zu lassen
Die Umweltorganisation WWF fordert die Gemeinde Kals auf, die Kraftwerkspläne aufzugeben: „Nach der Absage des Landes und der klaren Bestätigung durch das Gericht benötigt es jetzt einen klaren Schlussstrich. Die Gemeinde sollte ihre Verantwortung für den Kalserbach wahrnehmen und das Kraftwerksprojekt endgültig beenden,“ so Marie Peiffer vom WWF.

Die Energiewende brauche klare ökologische Grenzen. Die Wasserkraft sei in Tirol mit rund 1.000 Anlagen breits stark ausgebaut. Der Fokus solle in Tirol vor allem auf den Ausbau von Photovoltaik, Windkraft, Speichern und mehr Energieeinsparung und Effizienz liegen, so der WWF.
Gemeinde Kals von Entscheidung enttäuscht
Die Gemeinde Kals ist von der Entscheidung des Landesverwaltungsgerichtshofs Tirol enttäuscht, wie Bürgermeisterin Erika Rogl in einem Telefonat mit Dolomitenstadt sagte. Man habe in den letzten 17 Jahren, „viel Geld und Enthusiasmus“ in das Projekt gesteckt. Die Gemeinde Kals sei überzeugt, dass das geplante Kraftwerk Haslach „ein gutes Projekt für die Energie- und Klimaschutzziele ist”, so Rogl.
Sie betont außerdem, dass die geplante Anlage außerhalb des Natura-2000-Gebiets entstehen würde. Teile des Nationalparks Hohe Tauern befinden sich im Gemeindegebiet von Kals. Dort leiste man bereits einen wichtigen Beitrag für den Naturschutz, sagt die Bürgermeisterin. Das Urteil werde nun von der Gemeinde geprüft. Man brauche Zeit, um sich über die nächsten Schritte klar zu werden. Der Gemeinde steht noch eine Revision an den Verwaltungsgerichtshof offen.

Ein Posting
Klare Ansage des WWF: In Tirol ist die Wasserkraft stark ausgebaut, also keine Wasserkraftwerke mehr! In Niederösterreich und im Burgenland ist die Windkraft stark ausgebaut, daher keine Windkraftwerke mehr ... Vielleicht Fokus aufs Speichern, aber das Pumpspreicherwerk Kaunertal lehnt man ab! Dafür 180 m hohe Windräder auf unseren Bergen mit breiten Zufahrtsstraßen, verstrauchte Almflächen ohne Behirtung, aber mit einigen Wolfsrudeln! Oder Zäune und Hirtenhunde, die die Wanderer nicht in die Nähe der Tiere lassen! Also Abenteuerurlaub pur - und wenn die Gäste unsere Naturlandschaft vermissen, kann man ihnen ja Führungn zur Deutschen Tamariske anbieten ...
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