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Heimische Gewässer vor invasiven Arten schützen

Die tierischen Einwanderer können Krankheiten wie die Krebspest verbeiten. Wichtig: Freizeitgeräte reinigen.

Die Badesaison ist im vollen Gange und die heimischen Seen sind beliebte Orte zum Abkühlen. Die Gewässer sind wichtige Naturräume für Erholung und Freizeit, jedoch auch wertvolle Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten. Diese gilt es daher vor invasive Arten zu schützen.

In Tirol wurden in den vergangenen Jahren invasive Arten wie die Wandermuschel, der Galizische Sumpfkrebs und der Sonnenbarsch nachgewiesen. Neu wurden das Australische Nadelkraut und der Amerikanische Sumpfkrebs entdeckt. Viele der invasiven Arten bleiben zunächst unauffällig, können sich aber schnell verbreiten, heimische Arten verdrängen, Ökosysteme verändern und unter Umständen schaden.

Krebspest und Quaggamuschel: eine neue Bedrohung

Die heimischen Edelkrebse werden in den Tiroler Seen immer seltener. Sie sind durch verschiedene Einflüsse gefährdet, unter anderem durch die Krebspest. Diese wurde im vergangenen Jahr bereits im Achensee nachgewiesen. Ein aus Nordamerika stammender pilzähnlicher Erreger verursacht die Erkrankung. Der Signalkrebs kann beispielsweise die Krebspest übertragen. Die heimischen Flusskrebse besitzen keine natürliche Immunabwehr dagegen. Die Krankheit verläuft für die betroffenen Tiere meist tödlich. Für Menschen und Haustiere bildet der Erreger jedoch keine Gefahr. Ebenso wird die Wasserqualität der Badegewässer dadurch nicht beeinträchtigt.

Der Signalkrebs stammt ursprünglich aus Nordamerika. Heute kommt er auch in Europa, Asien und Südafrika vor. In Österreich wurde er in allen Bundesländern nachgewiesen. Er überträgt die sogenannte Krebspest auf heimische Krebsarten. Foto: Robert Patzner

In Tirol wurde die Quaggamuschel bislang noch nicht nachgewiesen, sie stellt jedoch aktuell eine Bedrohung für europäische Gewässer dar. Sie breitet sich stark aus und kann Ökosysteme erheblich beeinträchtigen.

Jede:r kann einen Beitrag leisten

Die Verschleppung invasiver Arten erfolgt oft unbemerkt über Ausrüstung und Freizeitgeräte. Mit wenigen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich reduzieren:

  • Boote, Stand-up-Paddle-Boards, Kanus und Tauchgeräte nach der Nutzung gründlich reinigen und vollständig trocknen lassen.
  • Schwimmschuhe, Badesachen, Kescher und Wasserspielzeug vor dem Wechsel in ein anderes Gewässer säubern.
  • Tiere und Pflanzen aus Aquarien oder Gartenteichen niemals in der freien Natur aussetzen.
Das Land Tirol informiert aktuell über die Gefahren, die von invasiven Arten ausgehen. v.l.: LHStv Josef Geisler, Gewässerökologe Andreas Murrer Foto: Land Tirol/Hörmann

„Ist eine invasive Art einmal etabliert, lässt sie sich kaum mehr zurückdrängen. Umso wichtiger ist Vorsorge und Bewusstsein. Jede und jeder kann dazu beitragen, unsere Seen zu schützen“, so LHStv Geisler. Weitere Informationen bietet die Broschüre des Landes Tirol „Die Aliens kommen. Gebietsfremde invasive Arten – eine Gefahr für die Tiroler Gewässer“.

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