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Dürre: 300 Euro pro Kuh für Milchbauern?

Minister Totschnig spricht von einer „dramatischen Situation“ und kündigt Maßnahmen an.

Die anhaltende Dürre hat am Montag auch Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) auf den Plan gerufen. Angesichts einer „dramatischen Situation“ im Grünland und einer zunehmenden Verknappung bei Futtermitteln werde er gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer (LKÖ) und den Bundesländern „ehestmöglich treffende Maßnahmen“ vorbereiten, verkündete er am Montag in einer Aussendung. Im Raum steht etwa ein Ausbau der bestehenden Futtermittelbörsen.

Neben drohenden Ernteausfällen müssten viele Betriebe bereits jetzt ihre Winterreserven verfüttern und stünden vor der Frage, wie sie ihre Tiere über die kalte Jahreszeit versorgen können. Gleichzeitig erschwere die großflächige Dürre den Zukauf von Futter erheblich. „Eine derart lange und flächendeckende Trockenperiode hat Österreich in dieser Form noch nie erlebt“, so der Politiker laut Mitteilung.

Milchbauern schlagen Alarm

Zuvor hatten bereits die Milchbäuerinnen und Milchbauern des Vereins IG Milch Alarm geschlagen und eine Dürreausgleichzahlung von „300 Euro je Großvieheinheit“ - sprich pro Kuh - aus dem Katastrophenfonds gefordert. „So eine Dürre habe ich in meinem Berufsleben noch nicht erlebt. Die Kühe gehen nicht mehr auf die Weide, weil kein Futter wächst und es auch viel zu heiß ist, sie stehen im Stall und fressen das Heu für den nächsten Winter“, schilderte der Obmann-Stellvertreter der Interessengemeinschaft, Andreas Hetzlinger, die aus seiner Sicht existenziell bedrohliche Lage.

Ministerium verweist auf Versicherung und will rasch Maßnahmen benennen

Im Landwirtschaftsministerium wurde mit Blick auf die Forderung der Milchbauern auf die Dürreversicherung verwiesen, die „gut funktioniere“. Mögliche Hilfsmaßnahmen wurden neben dem Ausbau der Futtermittelbörsen nicht genannt, Ergebnisse wolle man im Zuge der Gespräche aber zeitnah verkünden, hieß es auf APA-Anfrage.

Zuspruch für Totschnig kam von Kammerpräsident Josef Moosbrugger und ÖVP-Bauernbund-Präsident Georg Strasser. Die Grünen appellierten an den Minister, Landwirte bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen - „etwa durch besseren Bodenschutz, den Erhalt von Wasser in der Landschaft und Investitionen in eine klimafitte Landwirtschaft“. „Jeder weitere verlorene Sommer macht die Situation für unsere Landwirtschaft dramatischer“, so Landwirtschaftssprecherin Olga Voglauer.

8 Postings

isnitwahr
vor 2 Wochen

Manchmal erinnern mich so manche Postings an die Zeit vor ein paar Jahren, als sich unzählige aus dem Nichts auferstandene Virologen zu Worte gemeldet haben. Ein paar Jahre später waren es dann ebenfalls aus dem Nichts auftauchende Feuerwehrfachkräfte, die schon gewusst hätten, wie man den Großbrand unserer Abfallwirtschaftsfirma vermeiden oder zumindest noch viel besser eindämmen hätte können. Zuletzt kamen dann noch diverse andere Wissenschaftler aus der Versenkung, die durch Handauflegen erkennen konnten, dass doch viel mehr "Dreck" in der Erde steckte als uns das Land Tirol und die beauftragten Labore zu vermitteln versuchten. Heute tauchen die allwissenden Bauern auf, die zwar komplett anderen Berufen nachgehen und auch sonst noch nie in einem landwirtschaftlichen Betrieb gearbeitet haben, aber immerhin die Lebensmittel aus dem Bauernladen holen!!! Ich bin dankbar, dass es in Osttirol noch so viele Bauern gibt, die trotz der Anfeindungen diverser Leute und der Preiskämpfe mit den Großkonzernen so wertvolle Lebensmittel für uns produzieren. Meine Wertschätzung habt ihr!!

 
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Brennnessl
vor 2 Wochen

@senf Wohnen Sie überhaupt in Osttirol? Diese Frage stellt sich mir wenn ich Ihre Kommentare hier zu diesem Thema lese. Egal wo man in Osttirol unterwegs ist - es ist überall zu trocken, dafür braucht man keine Statistiken, abgschlossenes Studium,... - ein gesunder Menschenverstand und ein Blick in die Natur reicht dafür. Ich persönlich kenne Landwirte die in den letzten Jahren einiges ausprobiert haben - in punkto Trockenheitsresistente Pflanzen - mit unterschiedlichen Erfolgen - dies ist jedoch in Gunstlagen möglich, wenn ich an unsere Täler denke (z.b. Defereggen, Villgraten,...) mit entsprechenden Steilhängen - da wird es sehr schwierig sein. So viel zum Thema - Kein Betrieb arbeitet ohne Risiko! Noch ein Satz zur Preisbildung - da sind die Bauern am Ende der "Nahrungskette" - egal welches Produkt, der Bauer bekommt das, was nach Abzug an Produktionskosten und Gewinnspanne für den Handel (die oftmals sogar höher ist, als das was der Bauer erhält) über bleibt. Am Ende noch ein gut gemeinter Tipp an Sie: Vielleicht kaufen Sie in Zukunft auch einmal ein paar regionale Produkte ein, oder sprechen mindestens ab und zu einmal mit einem Landwirt. Ich hoffe, dann wissen Sie die Dinge, die wir durch eine intakte Landwirtschaft alle "gratis" bekommen (saubere Almen, gepflegte Kulturlandschaft und vor allem hochwertig und auf höchsten Tierwohlstandart erzeugte Lebensmittel) mehr zu schätzen.

 
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Laurel
vor 2 Wochen

mit einer Förderung könnt sich ein neuer Traktor ausgehen … gg

 
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lia
vor 2 Wochen

ich bewundere unsere bauern, die sich diese plackerei zu diesen preisen noch antun.

 
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    Biker
    vor 2 Wochen

    Muss keiner machen, jeder einzelne hat die Wahl. Die Preise bestimmt der Markt.

     
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senf
vor 2 Wochen

Nicht die Kammer als Interessensvertretung des Bauernstandes wird aktiv, dafür BM Totschnig. Er will mit Geldbeiträgen fehlendes Futtermittel ersetzen und Entschädigungen für Ernteausfälle leisten. Man greift also in die Staatskasse und gleicht aus. Über den Herbst und Winter oder überhaupt, wird der Markt trotzdem reagieren und die Preise in die Höhe schnellen, die Inflation wird angeheizt. Der Bauernstand ist zufrieden, das Volk weniger.

Rund 60% des Staatsgebietes sind gebirgig, dort findet auch vorwiegend Viehzucht statt. Mit dem Vorteil, dass es dort zu weniger Hitzetagen kommt (nachvollziehbar im wetterdienst/tauernwetter - dolostadt.at). In der Ebene der östlichen Bundesländer trifft man hauptsächlich auf den Ackerbau, dem heuer extreme Trockenheit mit Dürre plagt.

In Deutschland empfiehlt das Bundesamt landwirtschaftliche Anpassungen, um die Resilienz der LW gegen extreme Wetterbedingungen zu steigern. Dort sieht man langfristig und pauschale Subventionen kritisch an, weil damit das Klimarisiko auf Betriebsebenen weniger engagiert gemildert wird. Stattdessen sollen mögliche Anpassungen folgen. Unter vielen Maßnahmen zum Beispiel mit passenden Kulturarten, oder durch eine entsprechende Bodenbearbeitung, die das Risiko von Ernteeinbußen oder Totalausfall deutlich reduzieren.

Minister Totschnig täte gut daran, auch in Österreich Modelle zu fördern, die der Klimaerwärmung entsprechend entgegen treten und damit den Bauernstand langfristig zu helfen, anstatt das Netz zum Stimmenfang auszuwerfen.

Es ist zu befürchten, dass mit den 300 Euro Zuschuß für den Dürreausfall zwar der Bauer abgespeist werden kann, davon aber keine Kuh satt wird. Das Futtermittel fehlt ja allgemein, wie ja oben festgestellt wurde.

 
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    Marille
    vor 2 Wochen

    Wenn du den ganzen Bericht gelesen hättest und nicht nur die (evtl. absichtlich irreführende) Überschrift, wäre dir aufgefallen, dass nicht der BM 300€ pro Milchkuh gefordert hat, sondern die IG Milch! Was ja gründsätzlich einer Interessensgemeinschaft wohl zustehen sollte

     
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      senf
      vor 2 Wochen

      Der Betrag oder die Forderung? Ach Marille, ich kenne keinen Betrieb in Österreich, der risikolos arbeitet. Das sollte sich endlich auch bei den Bauer durchgesprochen haben.

      Ich gehe davon aus, dass der Herr Totschnigg eine Presseaussendung - vielleicht auch über die APA -gemacht hat, dasselbe brachten auch andere Medien - regional und überregional

      Falls du Bäurin in Osttirol bist: Hast du tatsächlich Dürreschäden auf der Alm?

       
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