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Regierung will Hitzeschutz erleichtern

Genehmigungspflichten für Klimaanlagen sollen reduziert werden. Bauliche Nachrüstung bei älteren Schulen geplant.

Die Regierung hat sich mitten in der Hitzewelle darauf verständigt, Vorkehrungen gegen hohe Temperaturen in Wohnungen und Schulen zu erleichtern. Die entsprechenden Pläne waren bereits länger bekannt. Nun verabschiedete man einen gemeinsamen Ministerratsvortrag. Erleichtert werden soll demnach die Zulassung von Klimaanlagen, indem die Genehmigungspflichten reduziert werden. An älteren Schulen soll baulich nachgerüstet werden.

Die Regierung argumentiert, dass nach derzeitiger Rechtslage teils beträchtliche Hürden für Mieter:innen bzw. Wohnungseigentümer:innen bestünden, die Hitzeschutzmaßnahmen umsetzen oder Vorrichtungen zur Kühlung ihrer Wohnung bzw. ihres Geschäftslokals errichten wollten.

Derzeit strenge Reglementierung

Wohnungseigentümer:innen, die in der Wohnung eine Klimaanlage einbauen möchten, benötigen aktuell die Genehmigung aller anderen Eigentümer:innen. Eine gerichtliche Durchsetzung ist nur in Ausnahmefällen möglich, wenn sie ein besonderes Interesse nachweisen können - etwa, wenn die Maßnahme für notwendige technische Anpassungen oder zur Herstellung von Barrierefreiheit erforderlich ist.

Mieter:innen müssen neben einem besonderen Interesse nachweisen, dass die Maßnahme verkehrsüblich ist, also im Alltag bereits als Standard gilt, damit Vermieter:innen ihre Zustimmung nicht verweigern können. Diesen bürokratischen Hürden soll nun mit einer Gesetzesänderung entgegen gewirkt werden. Der entsprechende Entwurf soll gemäß der heutigen Verständigung im Herbst vorliegen.

Maßnahmen für Schulen werden ausgearbeitet

Hitzeschutzmaßnahmen sind auch für den Bereich Bildung vorgesehen. Anhand der festgelegten Hitzewarnstufen von GeoSphere Austria sollen Maßnahmen nach Regionen getroffen werden können, um bei besonderer Hitzebelastung zu reagieren. Die Bundesregierung erarbeitet dazu in Abstimmung mit den Schulpartnern und den Bundesländern, die notwendigen rechtlichen Grundlagen, um für nächsten Sommer entsprechend gerüstet zu sein.

Das Bildungsministerium will auch einen Schwerpunkt im Bereich der baulichen Nachrüstung älterer Bestandsgebäude setzen. Die Maßnahmen umfassen beispielsweise den nachträglichen Einbau von Beschattungsvorrichtungen, einen Fenstertausch an Fassaden mit besonderer Hitzebelastung oder das Aufbringen von Hitzeschutzfolien, aber auch Entsiegelungs- und Begrünungsmaßnahmen in Schulhöfen.

Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) meinte in einer Aussendung, dass die zunehmenden Hitzetage für manche eine veritable Gesundheitsgefahr darstellten. Genauso wie es selbstverständlich sei, dass die Wohnungen im Winter warm seien, müsse man dafür Sorge tragen, Kühlung im Sommer zu ermöglichen. Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) plädierte dafür, Hürden für wirksame Hitzeschutzmaßnahmen abzubauen und den Menschen einfache Lösungen zu ermöglichen. Mit dem Vorhaben werde auch die thermisch-energetische Sanierung erleichtert, betonte Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP). Gut gedämmte Gebäude reduzierten im Sommer das Aufheizen der Räume, sodass es länger kühl bleibe.

7 Postings

Joe B. Tolliver
vor 2 Wochen

Da werden halt leider wieder einmal nur Symptome bekämpft - und das noch dazu auf untaugliche Weise.

 
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isnitwahr
vor 2 Wochen

was für ein armseliger Haufen. Krabbelt kurz aus der sommerlichen Versenkung und plant irgendwas, um den Pöbel bei Laune zu halten. Aber man darf nicht vergessen, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Klimakatastrophe erst seit Vorgestern bekannt und noch nicht zu jedem Politiker durchgedrungen sind. Da brauchts dann schon ein paar Jahre, bis man was umsetzen kann, es muss nämlich unbedingt noch ausdiskutiert werden, selbstverständlich erst irgendwann nach der Sommerpause...

 
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    kritisch_gesehen
    vor 2 Wochen

    @isnitwahr: und was sollte man umsetzen? Bitte keine Phrasen/Floskeln sondern sinnvolle Vorschläge! Bin schon gespannt!

     
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      isnitwahr
      vor 2 Wochen

      @kritisch_gesehen, sehr gern, bitteschön - da wären die Abschaffung des Diesel- und Dienstwagenprivilegs, Wiedereinführung der NOVA für Pick Ups, Aufhebung der Kerosinsteuerbefreiung, Streichung der Energieabgabenvergütung; massive Einschänkung der in Österreich welmeisterlichen Bodenversiegelung, Ausbau erneuerbarer Energien...um nur einige zu nennen - reicht Ihnen das vorerst? Unsere Regierung ist nicht gewillt, zu feig oder zu ignorant für eine Umsetzung!

       
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lia
vor 2 Wochen

mit weniger gesetzen in den 70-er jahren waren wir besser dran. mir scheint, der akademikernachwuchs gehört langsam zu den lost places.

 
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    steuerzahler
    vor 2 Wochen

    Und der Luxusföderalismus ist auch schon längst zu streichen. Neun Landesregierungen für das lächerlich kleine Österreich verschlingen Unsummen an Steuergeld.

     
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    Joe B. Tolliver
    vor 2 Wochen

    Vollkommen richtig! Bei der Bewältigung der Herausforderungen einer modernen Welt sollten wir uns wieder viel mehr auf Ungebildete und Idioten verlassen; und das Allerschlechteste wäre es auf Experten zu hören - der Hausverstand oder der Hauser und seinesgleichen werden uns schon sagen was zu tun ist.

     
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