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Tirol: Gemeinden sollen Parken verteuern können

Die höchstzulässige Abgabe soll auf 1,60 Euro pro halber Stunde steigen. AK schäumt. Lienz deutlich günstiger.

Eine geplante Änderung des Tiroler Parkabgabegesetzes sieht vor, dass die höchstzulässige Parkabgabe von derzeit 1,10 Euro auf 1,60 Euro pro angefangener halber Stunde steigen soll. Wenig Verständnis für diese Erhöhung kommt vonseiten der Tiroler Arbeiterkammer, die darin „einen neuen Finanzhammer für die Tiroler:innen“ erkennt. Dabei lässt die AK allerdings außer Acht, dass Gemeinden auch weiterhin niedrigere Parkgebühren festlegen können.

In Lienz zahlt man für eine halbe Stunde Parkzeit 0,60 Euro. Damit liegt die Gebühr deutlich unter dem zulässigen Höchstsatz von derzeit 1,10 Euro. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

Dies ist beispielsweise in der Stadt Lienz der Fall, wo seit 1. Juli 2024 pro halber Stunde Parkzeit 0,60 Euro eingehoben werden und der Tarif somit deutlich unter der bislang geltenden Höchstgebühr liegt. Für alle weiteren fünf Minuten Parkzeit werden in Lienz übrigens 0,10 Euro fällig, wodurch die Parkabgabe für die zulässige Gesamtparkdauer von drei Stunden bei 3,60 Euro liegt.

Betrifft die Inflation auch Parkplätze?

Für besonders großen Unmut sorgt bei der AK indes die Begründung, die im Gesetzesvorschlag für die Erhöhung der Parkabgaben vorgebracht wird. Darin wird nämlich mit der „zwischenzeitlichen Entwicklung des Verbraucherpreisindex“ argumentiert und festgelegt, dass auch künftig eine Wertsicherung der gesetzlich festgeschriebenen Höchstbeträge stattfinden soll.

„So wie es aussieht, wird jetzt jede Preiserhöhung mit dem Anstieg des VPI begründet, selbst wenn dieser sachlich überhaupt nicht greift. Werden Parkplätze jetzt im Sommer gekühlt und im Winter geheizt oder gibt es mittlerweile persönliche Einparkhilfen, die eine derartige Steigerung nach dem VPI rechtfertigt? Offensichtlich sind Parkplätze jetzt Handelsware, die man so teuer wie möglich anbieten will“, kontert AK-Präsident Erwin Zangerl. Stattdessen müsse vor einer Erhöhung klar sein, welche konkreten Kosten für die Errichtung, Erhaltung und Bewirtschaftung öffentlicher Parkplätze entstehen und in welcher Höhe diese seit der letzten Festsetzung der Höchstbeträge gestiegen sind.

Thaler: „Schranke vor Ortszentren“

Ebenfalls Kritik am Gesetzesvorschlag kommt am Donnerstag vonseiten der Wirtschaftskammer Tirol, die eine Belastung für Beschäftigte, Betriebe und Tirols Ortszentren ortet. Besonders kritisch seien die Folgen für den stationären Handel, die Gastronomie und Dienstleistungsbetriebe. Viele Kund:innen seien außerhalb der Ballungsräume auf das Auto angewiesen, für sie würden steigende Parkgebühren „den Einkauf und die Inanspruchnahme regionaler Dienstleistungen zusätzlich verteuern“.

Die WK Tirol lehnt darüber hinaus sowohl eine automatische Valorisierung der Höchstbeträge als auch Sonderaufschläge für Fahrzeuge mit mehr als neun Metern Länge, wie beispielsweise Reisebusse, ab.


Der Artikel wurde am 6. August um 11:36 aktualisiert.

5 Postings

kritisch_gesehen
vor 2 Wochen

Ich konsumiere u. kaufe nur dort ein wo man gerne gesehen/geschätzt wird, d.h. dort wo es ausreichend u. kostenlose Parkplätze gibt. Möglicherweise geht dabei die Wirtschaft "den Bach runter", aber es ist ja so gewollt.

 
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    wolf_C
    vor 2 Wochen

    ... das wahre kulturelle Grundbedürfnis sollt einem schon was wert sein, die Gratismentalität auf Kosten der anderen ist nit so schön ...

     
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    chiller336
    vor 2 Wochen

    genau - amazon und co liefern ja direkt bis vor die haustür, bequemer gehts gar nicht. nicht mal sein fahrzeug muss man dafür bewegen

     
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    andreas.klotz
    vor 2 Wochen

    Beim Thema Wirtschaft muss ich ihnen widersprechen , autofreie Innenstädte steigern den Konsum . Dafür gibt es europaweit sehr gute Beispiele und Studien . Beispiel die Stadt Graz, die Wirtschaftskammer Steiermark, die Universität Graz und die TU Graz haben gemeinsam eine Studie vorgestellt , wo Zahlen belegen das Fußgänger die mit dem öffentlichen Nahverkehr in die Stadt zum Einkaufen kommen , im Jahr fährt fast dreimal so viel konsumieren wie jemand der auf seinen Parkplatz besteht . Konsumenten, die öffentlichen Nahverkehr benutzen kommen viel öfter in die Stadt , kaufen dadurch mehr in die Geschäfte ein ,sind auch viel gemütlicher und konsumieren auch öfter in der Innenstadt Gastronomie. Den Kunden sind mehr Bäume , Grünflächen, konsumfreie Sitzmöglichkeiten , Trinkwasserbrunnen und Wasserelemente wichtiger als Autos in der Innenstadt. Da die Links-Grüne Grazer Stadtregierung aktuell wiedergewählt wurde , gehe ich schwer davon aus , dass die Bürger mit den Maßnahmen zufrieden sind . Bestätigt aber auch allgemein die Stadt Graz , die in Österreich immer beliebter wird . Haben es auch schlau gemacht , für die Umwandlung der Parkplätze in Grünflächen, Bäume und Sitzgelegenheiten, waren die Grünen zuständig , die gerne die unpopulären Maßnahmen umsetzen ,die zukünftigen Generationen zugutekommen , wobei manche Umsetzungen auch schnell für eine höhere Lebensqualität sorgen . Manche Städte haben es auch sehr geschickt angestellt , nicht nur autofreie Innenstädte , gleichzeitig mehr Raum für Familien geschaffen, so dass sich mehr Familien angesiedelt haben . Junge Familien , wo die Eltern gute Jobs haben , gerne städtisch leben wollen , wo man alles zu Fuß erreichen kann, es Grünflächen gibt und wenig Verkehr.

     
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steuerzahler
vor 2 Wochen

Abkassieren ohne Ende wo immer es geht. Ans Einsparen denkt niemand, im Gegenteil, unsere Politiker erfinden immer mehr sinnlose Planstellen für Aufgaben, die niemand braucht. Genauso eine Unzahl an Förderungen, allen voran die Parteien und parteinahe Institutionen. Aber irgendwie muß man diesen Moloch ja finanzieren.

 
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