Die Leiterin der Alterssicherungskommission Christine Mayrhuber nennt die vom Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) vorgeschlagene Pensionsreform mit einem Mindestantrittsalter von 65 Jahren und 45 Versicherungsjahren „undurchdacht“. Die Forderung würde voraussetzen, dass eine „stabile Versicherungslage“ gegeben sei. „Wir wissen aber, dass Jobwechsel, Arbeitslosigkeit und Weiterbildungsprogramme immer häufiger werden“, so Mayrhuber.

Die Wifo-Ökonomin betont, dass es in keinem weiteren EU-Land eine Mindestversicherungsdauer von 45 Jahren gebe. Nach ihren Berechnungen würden derzeit lediglich 47 Prozent der in Pension gehenden Männer die 45 Jahre erfüllen, bei den in den Ruhestand tretenden Frauen wären es sogar nur 18 Prozent.
„Das ist ja auch ein negativer Anreiz: Wenn ich studiere und erst mit 25 Jahren oder später ins Erwerbsleben einsteige, schaffe ich die 45 Versicherungsjahre sowieso nicht. Wieso soll ich dann überhaupt Versicherungsjahre zahlen, wenn ich niemals eine Pension bekomme?“, so die Kommissionschefin.
Vorschlag von Mattle „Untergrabung eines gut gewachsenen Systems“
Tirols Landeshauptmann hatte zuvor in einem Ö1-Interview seinen Vorschlag dargebracht, dass das Antrittsalter für alle Österreicherinnen und Österreicher auf 65 Jahre erhöht werden solle. Selbst dann sollte der Antritt „nur mit mindestens 45 Jahren an Arbeitszeit“ möglich sein.
Allerdings solle hier die Betreuungszeit von Eltern in die Arbeitszeit dazugerechnet werden. Er sei der Meinung, dass Studierende, die erst Mitte 20 ins Arbeitsleben einsteigen, auch länger im Erwerbsleben bleiben sollen als jemand, der bereits mit 16 Jahren berufstätig ist.
Die Pensionsexpertin nennt die Idee einer solchen Pensionsreform „eine Untergrabung eines gut gewachsenen Systems“. Mattle sollte Mayrhubers Erachten nach inhaltliche Diskussionen vorab einiges abklären und dann erst an die Presse gehen.
Mattles Vorschlag kommt gerade einmal ein halbes Jahr nach der letzten Pensionsreform: Die Pensionsreform der aktuellen Bundesregierung ist seit 1. Jänner 2026 in Kraft und betrifft hauptsächlich Personen, die 1964 geboren sind. Deren frühestmögliches Pensionsantrittsalter wird schrittweise mit der so genannten „Korridorpension“ von 62 auf 63 Jahre angehoben.
16 Postings
Ofentschentsche: Danke für die nette Definition des Bauernstandes!!
Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen: Wenn jeder arbeitsfähige Österreicher und auch jeder Nicht-Österreicher, der in Österreich einen Pensionsanspruch erwirbt, unabhängig vom Alter insgesamt 40 Jahre arbeitet, würde das wahrscheinlich bereits einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung des Systems leisten. Zeiten der Kinderbetreuung sollten dabei selbstverständlich entsprechend angerechnet werden.
Mit dem aktuellen System habe ich allerdings das Gefühl, dass wir zu viele Menschen über einen längeren Zeitraum unterstützen, obwohl sie grundsätzlich arbeitsfähig wären. Wie kann es sein, dass man immer wieder Menschen begegnet, die mehrere Jahre vom Staat unterstützt werden, obwohl sie im besten erwerbsfähigen Alter sind und durchaus arbeiten könnten?
Ich glaube außerdem, dass die Zahl der Studierenden mittlerweile teilweise unverhältnismäßig hoch ist und gleichzeitig das allgemeine Niveau gesunken ist. Dadurch haben sowohl die klassische Berufsausbildung als auch körperliche Arbeit meiner Meinung nach an gesellschaftlicher Wertschätzung verloren. Gleichzeitig sprechen wir ständig über einen zunehmenden Fachkräftemangel.
Eine gewisse Anzahl an verpflichtenden Mindestarbeitsjahren könnte meiner Ansicht nach auch einen Anreiz schaffen, ein Studium in einem angemessenen Zeitraum abzuschließen und nicht über viele Jahre hinweg mehrere Studienrichtungen auszuprobieren, während die Kosten letztlich von der Allgemeinheit – und insbesondere von den Eltern – getragen werden.
Vielleicht könnte man zusätzlich einen Anreiz für Studierende schaffen, die ihr Studium zielstrebig und innerhalb der vorgesehenen Mindeststudienzeit abschließen. Beispielsweise könnte ein erfolgreich und zeitgerecht abgeschlossenes Studium bei der späteren Berechnung des Pensionsanspruchs in gewissem Umfang berücksichtigt werden. Das würde einen Anreiz schaffen, ein Studium tatsächlich konsequent zu verfolgen und abzuschließen.
Gleichzeitig sollte man aber auch stärker vermitteln, dass nicht jeder Mensch für ein akademisches Studium geeignet sein muss. Eine abgeschlossene Berufsausbildung und praktische Arbeit sind keineswegs weniger wert – im Gegenteil: Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels brauchen wir dringend gut ausgebildete Fachkräfte in Handwerk, Gewerbe und anderen praktischen Berufen.
Außerdem sollte man bei der Gestaltung des Pensionssystems stärker berücksichtigen, dass die Belastung verschiedener Berufe sehr unterschiedlich ist. Ein Akademiker, der überwiegend geistig und körperlich weniger belastend arbeitet, kann seinen Beruf unter Umständen länger ausüben als beispielsweise ein Bauarbeiter. Auch Verkäufer, Pflegekräfte, Handwerker oder andere körperlich bzw. psychisch belastende Berufsgruppen stoßen häufig früher an ihre Belastungsgrenzen. Ein gerechtes Pensionssystem sollte solche Unterschiede meiner Meinung nach stärker berücksichtigen.
in seinem Job würde ich auch bis mind 70 arbeiten … es gibt aber auch eine andere Seite Herr Elektriker
Besser wäre es, dafür zu sorgen, daß die, die arbeiten wollen, auch beschäftigt werden. Altersarbeitslosigkeit ist eine unwürdige Schande. Nur weil jemand 50 oder älter ist, wird er sogar schon vom AMS als unvermittelbar angesehen. Das gilt es erst mal zu beseitigen. Wenn alle Arbeitswilligen eine Beschäftigung haben, kann man über weitere Ideen philosophieren. Mattles Vorschlag würde lediglich noch mehr Mindestpensionisten produzieren. Wieder ein Indiz dafür, daß wir diesen Föderalismus nicht brauchen.
Hätte ich den Job von Mattle, würde ich bis 70 arbeiten!
Nur weil jemand ein guter Bürgermeister war hat er noch lange nicht das Format ein guter Spitzenpolitiker zu sein. Das gilt für Andreas Babler und leider auch für unseren Toni aus Galtür. Dieser gibt in letzter Zeit eigenartige Meldungen von sich: zuerst will bei IG-L das L ersetzen. Einfach mal so - statt Luft halt Lärm (das geht ganz schnell) und jetzt die Spitzenmeldung zum Pensionssystem. Dann noch BK Stocker mit seiner Meldung zur Kinderbetreuung - unsere Politiker geben sich alle Mühe das Sommerloch zu füllen. Sonst gibt es eh nichts zu tun.
So etwas kommt heraus, wenn der siebte Zwerg hinterm siebten Berg überall herumgschafftelt.
wenn jemand 45 Jahre gearbeitet hat dann steht ihm die volle Rente zu. egal ob er 60 oder älter ist. für schwerarbeiter sind 45 arbeitsjahre mehr als genug.
Schwerarbeiter ist man immer nur selber - alle anderen sind es nicht. Dafür sind alle anderen reich, man selber nie.
Ich glaube, jeder Mensch, der 45 Jahre gearbeitet und damit seinen Beitrag zur Gesellschaft geleistet hat, sollte die Möglichkeit haben, ohne Abschläge in Pension zu gehen.
Gerade bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die bereits mit 15 Jahren ins Berufsleben einsteigen, werden 45 Versicherungs- bzw. Arbeitsjahre bereits mit 60 Jahren erreicht. Wer hingegen bis zum 65. Lebensjahr arbeitet, kommt in diesem Fall sogar auf rund 50 Jahre im Berufsleben. Das erscheint mir im Vergleich zu anderen Bildungs- und Berufswegen unverhältnismäßig viel.
Dabei sollte meiner Meinung nach stärker berücksichtigt werden, wie viele Jahre jemand tatsächlich gearbeitet und Beiträge geleistet hat, anstatt ausschließlich das Alter als Maßstab für den Pensionsantritt heranzuziehen. Wer 45 Jahre gearbeitet und in dieser Zeit seinen Beitrag geleistet hat, sollte dafür auch entsprechend anerkannt werden und ohne finanzielle Abschläge in Pension gehen können.
die hohe zahl von transfergeldbeziehern und das immer höhere pensionsantrittsalter korrelieren.
Der Landeshauptmann hat anscheinend in Tirol nicht allzuviel zu tun, wenn er sich so in Bundesangelegenheiten einmischt.
Es geht halt immer ums liebe Geld. Ich sehe das mal von der Sozialen Seite. Heute läuft alles viel schneller, Menschen sind zueinander weniger tolerater als früher und das Leistungsvolumen ist teilweise explodiert. Baute man früher ein Haus in 1-2 Jahren ist es jetzt in wenigen Monaten bezugsfertig. Früher gab es in vielen Branchen im lauf des Jahres Ruhephasen die es heute nicht mehr gibt. Ich glaube bei vielen Menschen nimmt der dadurch entstehende Druck/Stress den Körper viel stärker mit als früher. Auch wenn uns die Medizin ein paar Jahre mehr geschenkt hat so bleibt der körperliche und Geistige Verfall doch weiterhin ein Thema. Ich glaube irgendwo gelesen zu haben das es Studien zufolge statistisch mit 65 nur mehr 5 gesunde Jahre gibt. Speziell Mental leben wir in einer Zeit die für viele extrem herausfordernd ist und Spuren hinterlässt. Ich glaube daher das 65 eigentlich schon zu viel ist. Wer will und wem es noch Spaß macht soll gerne bleiben können so lang er möchte - Bei angemessener Bezahlung, z.B. 30-50% mehr . Wer aber nicht mehr kann soll immer noch die Möglichkeit haben die Stopptaste auch schon mit 60 zu drücken. Dadurch Pensionsabzüge sind natürlich zu berücksichtigen. Aber ich wehre mich dagegen für Arbeitgeber um 1700 Euro netto mich Körperlich oder Geistig wie eine leere Tube Senf ausquetschen zu lassen nur damit Manager weiterhin mit mehr als 10.000/Monat mich als billigen Sklaven einspannen kann. Mattle soll mal 1 Jahr auf dem Bau, in den Care-Diensten oder sonst wo als einfache Arbeitskraft mit eben diesem Gehalt arbeiten. Würde mich interessieren ob er dann immer noch dieser Meinung ist. Mit 20.000/Monat, eigenen Dienstfahrzeug samt Fahrer , Dienstwohnung, Spesenabrechnung und noch ein paar Vergünstigungen würde ich den Job auch gerne bis 75 machen. Überhaupt als einer der "Schwarzen Manda" wo man das Gefühl hat das außer mauern, blocken, leugnen, vergessen, andere anpatzen, Macht festhalten und Lebensfremde Aussagen in die Welt zu posaunen nicht viel passiert. Liebe Grüße dabei auch an die sprechende Cola-Flasche Minister Mag. Totschnig (Weil er halt einer der bravsten Parteisoldaten der Schwarzen ist und alles macht was Industrie und Großkonzerne gerne hätten) Grrrr ich hab echt die Faxen dicke von den Politikern und das gilt für alle Farben die wir haben: Viel Blabla, Absichterklärungen und Ankündigungen von großen Reformen aber bei der Realisierung wird dann aus dem großen Wurf ein kleiner Furz. Statt einer richtigen Pensionsreform unter Einbeziehung aller betroffenen Gruppen fällt dem Mattle nichts ein als ...Mindesteintrittsalter erst mit 65. Für diese Grenzgeniale Idee haben wir den Buben für viel Geld studieren lassen. Ich glaub das Geld hätten wir für den Pensionstopf sparen können. Sorry aber das musste mal sein. Jetzt gehts mir wieder besser :-)
Soviel mir bekannt ist hat Mattle nicht studiert sondern Elektroinstallateur gelernt samt Mistgabelakrobatik.
@Ofentschentsche, ich finde nichts Schlechtes daran. Manchmal reicht auch ein gesunder Hausverstand und den HAT in diesem Falle unser LH! Hiefür hätte er wohl keinen Hochschulabschluss gebraucht. Ich finde die Äußerung (Rechnung) von ihm nachvollziehbar.
@Ofentschentsche, ich hab mich da nur auf seinen Mag. MSc bezogen. Ich finde es auch nicht notwendig ein Studium abgeschlossen zu haben. Ein kluger Kopf, Hausverstand, Weitblick, Mut etwas verändern zu wollen, Durchsetzungsvermögen und idealerweise das Herz am rechten Fleck reichen. Leider finde ich das bei sehr vielen Politikern aller Farben weder der Studientitel noch die anderen Eigenschaften greifen. Denunzieren, Hetze, Wortgewand um den heißen Brei reden, Angst um den eigen Posten, Kurzsichtigkeit und noch ein paar dieser Eigenschaften sind offensichtlich heutzutage Ton angebend.
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