Eine repräsentative Anzahl an zufällig ausgewählten Tiroler Jugendlichen zwischen 16 und 20 Jahren erhält in den nächsten Tagen Post der besonderen Art: Inhalt des Briefes ist nämlich eine Einladung zum Tiroler Jugendlandtag, der im heurigen November stattfinden wird.

Die Teilnahme daran ist freiwillig und alle Eingeladenen haben die Möglichkeit, einen Buddy, also einen Freund oder eine Freundin als Begleitperson, zu nominieren. Schlussendlich dürfen dann 30 Jugendliche am Landtag teilnehmen. Bei größerem Andrang entscheidet das Los, wobei auf eine ausgeglichene Zusammensetzung von Region, Geschlecht, Alter und Bildungshintergrund geachtet wird.
Jugendliche gestalten eigenen Landtag
Diese gemeinsame Initiative des Landes Tirol und des Tiroler Landtages soll ein Sprachrohr für die Tiroler Jugend sein und den Teilnehmer:innen Einblick in die politische Praxis bieten. Denn die Jugendlichen erhalten die Chance, ihren eigenen Landtag zu gestalten, wo sie eigene Anliegen einbringen und konkrete Beschlüsse fassen sollen.
„Die von den Jugendlichen ausgearbeiteten Anträge werden in einem Ausschuss des Tiroler Landtags weiterbehandelt – und können so direkt in die realpolitische Arbeit einfließen.“
Jugendlandesrätin Astrid Mair
Die ganze Aktion startet am 5. November mit einem Besuch einer Sitzung des Tiroler Landtags. Dort sollen die Jugendlichen ein Gespür dafür entwickeln, wie in Tirol politische Entscheidungen getroffen werden.
Anschließend beginnt eine intensive Vorbereitungsphase: Am gemeinsamen Wochenende von 6. bis 7. November werden Ausschüsse gebildet, Themen diskutiert und konkrete Anträge ausgearbeitet. Unterstützung kommt dabei von Expert:innen: „Wir begleiten und unterstützen die Jugendlichen – welche Themen behandelt und welche Entscheidungen getroffen werden, das entscheiden die Jugendlichen selbst“, erklärt Joanna Egger, Politikwissenschafterin und unabhängige Bildungsexpertin, die als Prozessbegleiterin mit den Jugendlichen zusammenarbeiten wird und die Jungparlamentarier:innen von Anfang bis Ende begleitet.
Jugend bestimmt Themen selbst
Vollkommen offen ist die Bandbreite der Themen im Jugendlandtag, denn ob sich die Heranwachsenden mit Umwelt, Mobilität, Jugendschutz oder anderen gesellschaftlichen Fragen beschäftigen, entscheiden sie selbst. An der Themenfindung können aber nicht nur die 30 Personen Teilnehmer:innen mitwirken, sondern bereits im Vorfeld auch all jene, die eine Einladung erhalten haben.
„Aus diesen Ideen entstehen in einem interaktiven, jugendgerechten Vorbereitungswochenende konkrete Anträge. Unterstützend stehen Fachexpert:innen zur Seite. Als Moderatorin unterstütze ich die Jugendlichen darin, gut zusammenzuarbeiten, die eigene Selbstwirksamkeit zu spüren und zu erleben, dass Politik und Mitbestimmung Spaß machen können“, so Egger.
Beschlüsse werden „echtem“ Ausschuss übergeben
Am 11. November geht es dann ans Eingemachte: Im historischen Landtagssitzungssal im Landhaus findet die Sitzung des Jugendlandtags statt. Auch dort gilt: Die Jugendlichen übernehmen das Kommando. Sie leiten die Sitzung, diskutieren ihre Anträge, bringen Änderungen ein und fassen Beschlüsse.
Die gefassten Beschlüsse werden anschließend an den Ausschuss für Sicherheit, Gesellschaft, Generationen, Freizeit und Sport des Tiroler Landtags übergeben. „Die Arbeit der Jugendlichen im Jugendlandtag soll auch zu konkreten Ergebnissen führen. Die von den Jugendlichen ausgearbeiteten Anträge werden in einem Ausschuss des Tiroler Landtags weiterbehandelt – und können so direkt in die realpolitische Arbeit einfließen. Kurz gesagt: Die Jugend kann mit dem Jugendlandtag die Zukunft Tirols mitbestimmen“, so Jugendlandesrätin Astrid Mair.
Die eingeladenen Jugendlichen können sich bis zum 30. September anmelden. Die Teilnahme am Jugendlandtag ist inklusive Übernachtung, Verpflegung und Fahrtkosten kostenlos.
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