In einer gemeinsamen Presseaussendung betonten fünf Leitbetriebe aus dem Bezirk Lienz gemeinsam mit der Bezirksstelle der Wirtschaftskammer die Notwendigkeit des 380-kV-Lückenschlusses im Süden Österreichs und damit die Bedeutung des Projekts „Netzraum Kärnten“ der APG. Diese Leitung sei essenziell, damit energieintensive Unternehmen ihre Prozesse dekarbonisieren können und Zugang zu preisgünstigem Strom haben.
In Osttirol tragen laut Wirtschaftskammer rund 1.560 Gewerbe- und Industriebetriebe wesentlich zur Bruttowertschöpfung des Bezirks von 1,9 Milliarden Euro pro Jahr bei. Rund 8.200 Arbeitsplätze hängen direkt daran – 40 Prozent aller unselbständig Beschäftigten.
Mit etwa 1.300 Mitarbeiter:innen ist Liebherr Hausgeräte ein bedeutender Wirtschaftsmotor der Region. Für Geschäftsführer Holger König ist eine sichere Stromversorgung ein wesentlicher Erfolgsfaktor: „Industrieunternehmen benötigen eine verlässliche und leistungsfähige Energieinfrastruktur. Nur so können wir die Herausforderungen der Dekarbonisierung bewältigen, Investitionen nachhaltig absichern und die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts stärken. Davon profitieren letztlich auch die Beschäftigten und die gesamte Region.“
Die iDM Energiesysteme GmbH ist als Wärmepumpenhersteller selbst Teil der Energiewende. Geschäftsführer Christoph Bacher: „iDM zeigt mit dem rapiden Wachstum der letzten Jahre, dass die Wärmepumpentechnologie zum Standard geworden ist, aber damit zugleich auch die Netzstabilität zum entscheidenden Faktor wird. Die Energiewende funktioniert nur, wenn auch die Infrastruktur dafür geschaffen wird. Ein stabiles Leitungsnetz ist das Rückgrat für die Entwicklung des Lebens- und Wirtschaftsraumes Osttirol.“
Beim Familienunternehmen Theurl Austrian Premium Timber deckt eine eigene Biomasse-KWK-Anlage einen wesentlichen Teil des Energiebedarfs. Eigene Strom- und Wärmeproduktion funktioniere aber nur im Zusammenspiel mit einem leistungsfähigen Netz, so Geschäftsführer Hannes Theurl: „Leistungsfähige Netze für eine dynamische Lastflusssteuerung sind die Basis für weitere Standortentwicklungen und damit für die Zukunft der Osttiroler Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innen.“
Tinneke Gies, Geschäftsführerin der A. Loacker Konfekt Ges.m.b.H. in Heinfels, verweist auf Netzqualität und Ausfallsicherheit: „Die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende setzt ein verlässliches Stromnetz voraus, um die Zukunftsfähigkeit unserer Betriebe zu sichern. Ein längerer Stromausfall würde neben Produktionsstillständen auch erhebliche Schäden an Rohstoffen sowie Zwischen- und Fertigprodukten verursachen. Gerade bei kühlpflichtigen Waren könnten die Verluste beträchtlich sein.“
Für die Raiffeisengenossenschaft Osttirol steigt mit der Elektrifizierung der Strombedarf, mit dem Ausbau von Photovoltaik zugleich der Leistungsbedarf der Netze. „Gute und sichere Arbeitsplätze in Osttirol zu erhalten, ist für unsere Genossenschaft sehr wichtig und Teil unseres Leitbildes. Deshalb ist das Infrastrukturprojekt Netzraum Kärnten von großer Bedeutung. Es schafft eine wichtige Grundlage für die zukünftige Entwicklung des Lebens- und Wirtschaftsraums Osttirol“, erläutert Geschäftsführer Thomas Diemling.
Michaela Hysek-Unterweger, Bezirksobfrau der Wirtschaftskammer in Lienz, verweist auf Prognosen, wonach sich der Strombedarf in den nächsten 20 Jahren verdoppeln werde: „Osttirols Betriebe sind hochinnovativ und wollen ihren Beitrag zur Energiewende leisten – sei es durch den Ausbau eigener PV-Anlagen oder die Umstellung auf elektrische Produktionsprozesse. Ohne ein starkes, modernes Stromnetz stoßen wir hier jedoch rasch an massive Grenzen. Der Netzausbau ist keine reine Infrastrukturfrage, sondern eine fundamentale Frage der Standortsicherheit und Wettbewerbsfähigkeit für unsere regionalen Unternehmen. Das APG-Projekt Netzraum Kärnten leistet diesbezüglich einen unverzichtbaren Beitrag.“
5 Postings
... von Speichern hat hier noch niemand etwas gehört, und das Leitungen nit wie Windräder in den Himmel ragen und Schneisen durch die Natur schlagen müssen, auch nit; dafür wird das Mantra des ewigen Wachstums gebetet ...
Hauptsache gegen Alles! Jeder soll froh sein, dass es noch Bestrebungen gibt, sich wirtschaftlich zu betätigen und eine gute Infrastrukur zu schaffen. Mir scheint, der überalterten Bevölkerung in Osttirol ist es völlig egal, ob es in Zukunft noch Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt gibt. Und aus diesem Egoismus heraus wird dann verhindert wo es nur geht um ja nicht in seiner Idylle gestört zu werden.
... und ich dacht es ist hierzulande hipp gegen die Windradln und Stromer zu sein, sogar mittels Volksbefragung, bin ich wohl nit richtig wenn ich den Energiechef vom Speicher hab reden hören ...
Es ist schon interessant welche Propagandamaschinerie die APG für das Projekt Netzraum Kärnten in die Wege leitet. Osttirol brauch diese Leitung nicht!!! Wir haben bereits eine 380 KV Leitung von Nussdorf-Debant über Mittersill nach Salzburg. Warum benötigt Osttirol 2 Stk 380kV Leitungen?? Osttirol produziert selbst so viel Strom, dass ein Grossteil dieses Stromes exportiert wird. Wenn man die bestehenden Leitungen mit moderner Karbon-Seiltechnik aufrüstet, dann würden diese bestehenden Leitungen eine 100% Leistungssteigerung erreichen. Auch die Verschandelung unserer wunderschönen Osttiroler Natur mit diesen bis zu 110 m hohen Monstermasten wird sich sehr negativ auf den Tourismus und die damit verbundenen Betriebe, Zulieferer und Arbeitsplätze auswirken.
Das ist halt alles ein Geben und Nehmen. Was ist, wenn mit der bestehenden Leitung irgendetwas passiert? Dann hat man zukünftig ein Backup. Man muss nicht immer jammern. Sonst regen sich in ein paar Jahren wieder alle auf, dass der Netzausbau nicht weitergeht. Alternativ oder auch zusätzlich könnte man ja ein paar Windräder im Bezirk aufstellen, um noch breiter gegen alle möglichen Umstände (Trockenheit) gewappnet zu sein. :)
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