Extreme Hitze hat erhebliche gesundheitliche Folgen, von denen insbesondere vulnerable Gruppen, wie ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen, betroffen sind. Eine Ursache dafür liegt in der eingeschränkten thermoregulatorischen Anpassungsfähigkeit älterer Personen, da physiologische Abkühlungsmechanismen wie Schwitzen oder die Erhöhung der Herzfrequenz bei ihnen bis zu 50 Prozent weniger wirksam sind.
Vor diesem Hintergrund geht das Projekt „multiSENSE“ der Frage nach, wie gefährlich Hitze sein kann. Dazu wurden bislang fünf Pflegeheime in der Steiermark und in Wien als Praxispartner gewonnen. Die umfassende Auswertung steht noch aus, Projektmitarbeiterin Katja Čeplak konstatiert aber bereits jetzt, dass Hitze in Pflegeheimen ein Problem sei, das von Jahr zu Jahr schlimmer werde. Wiederholt habe man in den untersuchten Einrichtungen 28 bis 30 Grad gemessen, Bewohner:innen und Personal seien gleichermaßen belastet.
Lüften, Sonnenschutz und Flüssigkeit
Dass sowohl Mitarbeiter:innen als auch Heimbewohner:innen „unter der Hitze leiden“ bestätigt Franz Webhofer, Verwalter der Wohn- und Pflegeheime Osttirol, auch für die Einrichtungen im Bezirk Lienz. Man versuche allerdings, sich darauf einzustellen, indem in den frühen Morgenstunden konsequent gelüftet wird. „Bei uns kühlt es im Unterschied zu einigen anderen Regionen in der Nacht doch immer wieder ab“, erklärt Webhofer im Gespräch mit Dolomitenstadt.

Außerdem seien alle Heime mit Rollos oder Jalousien ausgestattet, sodass die sonnenzugewandten Gebäudeteile abgeschirmt werden und eine gewisse Linderung erreicht werden kann. Zusätzlich achte das Personal auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr der Bewohner:innen, damit diese nicht noch mehr unter der Hitze leiden. Klimaanlagen sind in den Heimen keine vorhanden, diese gäbe es aber „auch im privaten Haus selten“.
Mehr Hitzeschutz bei Neubauten
Über die konkreten Temperaturen in den Heimen trifft Webhofer keine Aussage, diese habe man „nicht extra gemessen“. Insgesamt stellt der Verwalter der Wohn- und Pflegeheime fest, dass es keinen Unterschied mache, ob die heißen Tage „zu Hause oder im Pflegeheim“ erlebt werden, da Hitze für alle Personengruppen eine Belastung darstelle.
In zukünftigen Neu- oder Zubauten werde man das Thema Hitzeschutz allerdings noch mehr berücksichtigen und auf neue Technologien, wie etwa gekühlte Wohnraumlüftungen oder thermische Bauteilaktivierungen, setzen. „Man wird laufend schauen, welche Maßnahmen noch zur Anwendung kommen, derzeit ist aber nichts Konkretes geplant“, so Webhofer.
7 Postings
Auch beim BKH-Lienz sollte man dieses Thema mal gründlich angehen. Keine Insektenschutzgitter, keine Klimatisierung und der Hubschrauberlandeplatz direkt vor den meist offenen Oberlichten(keine 10 Meter entfernt). Um die Kosten die das neue Parkhaus gekostet hat, hätte man Vieles zur Verbesserung der Unterbringung der Patienten beitragen können!
die Aussage "... derzeit ist aber nichts Konkretes geplant..." ist mM nach schon bedenklich, vor allem weil man ja nicht erst seit heuer weiß, dass es immer heißer wird. Hitzeschutz ist Fürsorgepflicht des Dienstgebers!!! Im Notfall könnte in Bezug auf Patienten/Bewohner eine Gefährdungsanzeige mit exakten Aufzeichnungen zu Datum, Ort (Zimmer, Station, Anzahl Patienten/Bewohner, Auswirkungen wie z. B. Dehydration mit Verwirrtheit, etc. und gemessener Temperatur an die KH Leitung/Heimleitung und Cc an den BR und das Riskmanagement, eine Möglichkeit sein. Es ist auch sehr bedenklich, dass es in Österreich meines Wissens nach im Gesundheitsbereich keine festgelegte Obergrenze für Temperaturen in Krankenanstalten und Pflegeheimen gibt - das ist tatsächlich sehr erschreckend!!! "Insgesamt stellt der Verwalter der Wohn- und Pflegeheime fest, dass es keinen Unterschied mache, ob die heißen Tage zu Hause oder im Pflegeheim erlebt werden, da Hitze für alle Personengruppen eine Belastung darstelle." Diese Aussage stimmt so nicht, zumal in Pflegeheimen und in Krankenhäusern alle Aktivitäten des täglichen Lebens überwiegend in den Patienten/Bewohner-Zimmer vorgenomnen werden wie z B. Windelwechsel, Toilettengang im Bett (Leibschüssel, Toilettenstuhl), Körperpflege im Bett, Wundmanagement im Bett und diese sehr geruchsintensiv sind, was zusätzlich durch die mangelnde Möglichkeit des durchlüftens belastend ist. Auch gilt zu bedenken, dass in einigen Pflegeheimen und in allen mir bekannten Krankenanstalten Mehrfachbelegung in den Zimmern besteht und die Fenster zum Lüften nur gekippt und nicht vollständig geöffnet werden können/dürfen und somit kein ausreichender Luftaustausch möglich ist. Die Zuständigen sollen doch bitte einmal den Mut aufbringen und insb. an Hitzetagen einmal als 'Testpatienten" 2-3 Tage durchgehend in so einem Zimmer mit Mehrfachbelegung (und bettlägerigen Patienten/Bewohnern verbringen...
Vielleicht liegt es daran, dass die "Zuständigen" das Büro klimatisiert haben und abends nach Hause gehen können um unter angenehmen Temperaturen das Grillwürstl zu verzehren, die Hitzenachrichten im TV verfolgen und ihre Freizeit fröhnen können.
Ich denke, dass jemand, der nach "Qualifikation" den Job mit dieser Verantwortung zugeschanzt (?) bekommt zumindest seinen alltäglichen oder eingespleisten Aufgaben erledigt und auch zukunftsorientierte Ziele plant und setzt, die das Haus samt Betrieb auf längere Sicht erfolgsorientiert wie nötig weiterentwickeln und für a l l e verträglich machen. Dafür wird er/sie ja fürstlich belohnt. Vielleicht steht sowas auch im Dienstvertrag? Däumchen drehen allein ist zu wenig, das darf eventuell ein Forstmann, denn der Wald wächst bekanntlicherweise ja von selbst. Schönen Tag!
Lieber Senf, ich denke, dass sich die Politik dringend und flächendeckend in ganz Österreich mit diesem Problem beschäftigen muss und zwar vorrangig in den Krankenanstalten, den Pflegeheimen und auch den Schulen. Es mag schon sein, dass die Verantwortlichen vieler dieser Einrichtungen in einem klimatisierten Büro arbeiten, ich kann es nicht beurteilen, da ich es nicht weiß. Tatsache ist, dass zumindest in den Krankenanstalten, in denen ich gearbeitet habe, einzelne Bereiche klimatisiert waren, viele Bereiche und insbesondere Bettenstationen aber nicht. Es muss zumindest einen Hitzeschutzplan für diese Einrichtungen geben und zwar einen, der auch zum Einsatz kommt und nicht nur in der Schublade liegt. In der Politik dauert alles einfach zu lange, es wird endlos abgewartet, diskutiert, wieder abgewartet, wieder diskutiert und inzwischen leiden gerade in vielen WPH genau die Menschen, denen wir unseren heutigen Lebensstandard verdanken. Ich habe wirklich manchmal den Eindruck, dass es unseren Politikern im Bund nicht möglich ist, mehrere auftretende Probleme gleichzeitig und ZÜGIG anzugehen, das erschreckt mich...
@isnitwahr, danke für dein Feedback, ich denke, dass jedes Krankenhaus oder Pflegeheim gewissen Standard erfüllen muss und das in der Planung Berücksichtigung findet. Dafür gibt es haufenweise Architekten, die die Gemeindeverbände oder Krankenhausträger spätestens dann darauf hinweisen, wenn Neu- oder Umbauten gemacht werden, wenn sie ihren Job umfassend ernst nehmen. Es obliegt aber auch den "Managern", also den Hausleitern, die auf Mängel aufmerksam machen und handeln müssen.
Ich denke, dass sie als ehemalige/r Mitarbeiter aus Erfahrung ohnehin entsprechende Anstöße geliefert haben, leider ohne Erfolg, wie sie unten andeuten. Vielleicht sollte der jeweilige Verbandsobmann da mal nachstoßen und die Verantwortlichen fordern!
Dabei wäre das WPH Matrei gerade neu saniert worden... da wäre es in einem Zug gegangen eine Wohnraumkühlung zu installieren- genau so wie einen (leider ebenfalls nicht vorhandenen) Insektenschutz bei den Fenstern
betrifft auch den neubau des pflegeheims in debant und die totalsanierung des heimes in lienz, obwohl letztere schon ca 20 jahre her ist ... warm war es damals aber auch schon im sommer
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