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Der Pressedienst des Landes Kärnten veröffentlichte dieses Bild, das die enorme Rauchentwicklung bei den Waldbränden in Friaul zeigt. Seit Tagen wüten die Brände nahe Tolmezzo und Illegio sowie bei Chiusaforte. Foto: Friuli Venezia Giulia

Der Pressedienst des Landes Kärnten veröffentlichte dieses Bild, das die enorme Rauchentwicklung bei den Waldbränden in Friaul zeigt. Seit Tagen wüten die Brände nahe Tolmezzo und Illegio sowie bei Chiusaforte. Foto: Friuli Venezia Giulia

Waldbrände in Friaul nicht unter Kontrolle

Evakuierungen in Tolmezzo – Löschflugzeuge am Weißensee – Rauchgeruch in Kärnten.

Die Lage bei einem seit Tagen wütenden Waldbrand in der norditalienischen Provinz Udine spitzt sich weiter zu. Die Behörden ordneten vorsorglich die Evakuierung des Ortsteils Pissebus der Gemeinde Tolmezzo an. Trotz des Einsatzes von Feuerwehr, Zivilschutz, Freiwilligen und Forstbehörden sowie von drei Hubschraubern und einem Löschflugzeug konnte der Brandherd bisher nicht zurückgedrängt werden.

Die Flammen breiteten sich vom Monte Amariana rasch talwärts aus und näherten sich Wohnhäusern und Infrastruktur. In der Nacht auf Sonntag begannen erste Evakuierungen einzelner Häuser. In einer Sporthalle in Tolmezzo wurde eine Notunterkunft eingerichtet. Am Sonntagmorgen wurden die Löscharbeiten aus der Luft wieder aufgenommen. Auch slowenische Einsatzkräfte unterstützen die italienischen Teams.

Löschflugzeuge werfen Wasser aus dem Weißensee über den Brandherden im Bereich des Monte Amariana ab. Neben einer italienischen Canadair-Maschine sind auch Airtrac-Flugzeuge aus Slowenien im Einsatz. Foto: APA/AFP

Es flogen wie schon am Vortag Löschflugzeuge den österreichischen Weißensee in Kärnten zur Wasseraufnahme an, um die Waldbrände nahe Tolmezzo und Illegio sowie bei Chiusaforte zu bekämpfen. Gäste und Urlauber am See wurden um Verständnis gebeten, dass durch die Wasseraufnahmen der Flugzeuge der See in einem Abschnitt in der Seemitte zwischen Mühlzipf und Paterzipf nicht genutzt werden darf. Die Stelle wurde sichtbar mit Bojen und Einsatzbooten abgesichert. Zum Löschwassertanken stehen eine CL-215 Canadair aus Italien sowie slowenische AT-802 Air Tractors im Einsatz.

Mehrere Straßen gesperrt

Wegen des Feuers sind mehrere Straßen gesperrt, zudem wurden aus Sicherheitsgründen Stromleitungen abgeschaltet. Am Sonntag fand in Tolmezzo ein Krisentreffen mit Vertretern der Regionalregierung und des italienischen Innenministeriums statt.

Der regionale Zivilschutzbeauftragte Riccardo Riccardi erklärte nach einer Lagebesprechung mit Innenminister Matteo Piantedosi und dem Leiter des nationalen Zivilschutzes, Fabio Ciciliano, dass eine Entspannung voraussichtlich erst am kommenden Donnerstag mit einer Wetteränderung und möglichen Niederschlägen eintreten könnte. Priorität habe weiterhin der Schutz strategisch wichtiger Infrastruktur und das Fernhalten der Flammen von bewohnten Gebieten.

Zwei Löschflugzeuge des italienischen Feuerwehrkorps wurden am Sonntagmorgen zudem zur Bekämpfung eines seit Wochen andauernden Waldbrandes am Berg Bedolé oberhalb von Spormaggiore im Trentino eingesetzt. Der Einsatz gestaltet sich wegen der Höhenlage, des schwer zugänglichen Geländes mit Felsabbrüchen und des starken Windes besonders schwierig.

Rauchgeruch ging bis nach Kärnten

Die Waldbrände in Oberitalien führten zu vermehrten Anfragen von besorgten Kärntnerinnen und Kärntnern bei der Landesalarm- und Warnzentrale (LAWZ). In den vergangenen Stunden seien rund 35 Notrufe eingegangen. Gemeldet wurde überwiegend Rauchentwicklung beziehungsweise deutlicher Rauchgeruch.

Ursache ist die derzeit starke Rauchentwicklung infolge der Waldbrände im Raum Tolmezzo und Amaro. Das bestätigt auch der Wetterdienst Tauernwetter, der ein Satellitenbild dazu liefert.

Eine Windströmung verfrachtet den Rauch in Richtung Kärnten, teilte das Land in einer Aussendung am Sonntag mit. Man ersuche die Bevölkerung, bei Wahrnehmung von Rauchgeruch oder eingeschränkter Sicht Ruhe zu bewahren und die Notrufnummern nur bei tatsächlichen Notfällen zu wählen.

Ein Rauchschleier zieht sich über Gailtal und Drautal, Klagenfurter Becken und Lavanttal bis hinein in das Grazer Becken. Foto: Tauernwetter / Datenquelle: Copernicus Sentinel-3.

Der Wetterdienst Tauernwetter belegt mit einem Satellitenbild von Sonntagmittag die Ausdehnung der Rauchwolke in hohen Luftschichten. Der Rauchschleier zieht sich auf dem Bild durchgängig über Gailtal und Drautal, Klagenfurter Becken und Lavanttal sogar bis hinein in das Grazer Becken.

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