Neue Netzentgelte treffen bald auch private Haushalte, kleine Betriebe und Hotels. Um rechtzeitig gegenzusteuern, winken in Osttirol derzeit hohe Förderungen für intelligente Stromspeicher.
Ab dem 1. Jänner 2027 ändert sich die Abrechnung für die Nutzung des heimischen Stromnetzes grundlegend. Während bisher vor allem der reine Jahresverbrauch ins Gewicht fiel, greift künftig für alle normalen Strombezieher ein neues System. Das betrifft das gesamte sogenannte Niederspannungsnetz, vom Einfamilienhaus über die Tischlerei bis zur örtlichen Gastronomie.
Das Neue daran: Künftig kann eine einzige Viertelstunde bestimmen, wie teuer der Monat wird. Der sogenannte Leistungspreis richtet sich ab 2027 nämlich nach der höchsten Lastspitze. Laufen also in einem Betrieb innerhalb von 15 Minuten Maschinen, Kühlanlagen und E-Ladestationen gleichzeitig auf Hochtouren, treibt das die Netzkosten für den ganzen Monat massiv in die Höhe.
„Viele Unternehmen kennen ihren Jahresverbrauch, nicht aber ihre höchsten Lastspitzen und deren Ursachen.“
Bertram Steiner, Geschäftsführer der AGEtech GmbH
„Viele Unternehmen kennen ihren Jahresverbrauch, nicht aber ihre höchsten Lastspitzen und deren Ursachen“, warnt der Lienzer Energie-Experte Bertram Steiner, Geschäftsführer der AGEtech GmbH.
Um böse Überraschungen auf der Stromrechnung zu vermeiden, braucht es künftig ein intelligentes Energiemanagement. Die Lösung dafür sind oft große Batteriespeicher. Sie fangen extreme Lastspitzen ab, auch „Peak Shaving“ genannt, und drosseln so den direkten Strombezug aus dem Netz im entscheidenden Moment. Bevor man jedoch in solche Anlagen investiert, sei eine genaue Analyse der eigenen Lastdaten bereits jetzt ratsam, betont Steiner. So lasse sich frühzeitig ermitteln, wann Lastspitzen entstehen und ob sich ein Speicher überhaupt wirtschaftlich einsetzen lässt.
Für die Region gibt es zur Abfederung finanzielle Unterstützung: Über das seit Juli geltende „Sonderförderungsprogramm Osttirol“ des Landes wird die Anschaffung von Großbatteriespeichern und Energiemanagement für Betriebe im Bezirk Lienz gezielt unterstützt.
Zudem läuft eine Bundesförderung der Kommunalkredit Public Consulting (KPC), bei dem Unternehmen, Gemeinden und auch Privatpersonen noch bis Mitte April 2027 ihre Förderanträge einreichen können. Bei privaten Haushalten ist Voraussetzung, dass das neue System mindestens zwei Komponenten, wie etwa eine Photovoltaikanlage und eine Wärmepumpe, aktiv miteinander verknüpft und steuert.
Experten raten jedoch dazu, das Thema frühzeitig anzugehen. Denn wer zu lange wartet, verliert nicht nur Fördergeld, sondern muss ab 2027 auch mit strengeren und langwierigeren Genehmigungsverfahren rechnen. Schon jetzt sind in Tirol Speicher mit mehr als einer Megawattstunde (MWh) Kapazität bewilligungspflichtig, Themen wie Brandschutz, Fundament und Netzanschluss müssen also rechtzeitig vor dem Kauf geklärt werden.
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Im Zuge dieser Änderung sollten die Kunden die Möglichkeit haben auf monatliche Rechnung mit monatlicher Abbuchung der tatsächlichen Kosten des Vormonats umzustellen! Warum das derzeit nicht möglich ist versteht ohnehin keiner.
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