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„Hydro Online“: Tirols Gewässer auf einen Blick

Rund 900 Messstellen liefern Daten für das Informationsportal, das nun auch Niederwasser bei Trockenheit erfasst.

Die Pegelstände der Tiroler Flüsse und aktuelle Niederschlagsmengen lassen sich seit 2013 in Echtzeit über „Hydro Online“ überwachen. Wie das Land Tirol am Donnerstag mitteilte, bündelt der Hydrographische Dienst diese Daten auf einer interaktiven Karte. Das Angebot ist kostenlos, erfordert keine Registrierung und ist über die Website des Landes sowie die Land Tirol App abrufbar.

Die interaktive Karte von Hydro Online zeigt die aktuellen Messwerte der Tiroler Gewässer. Foto: Hydro Tirol

Neu im Jahr 2026 sind die Erfassung der Wassertemperaturen von Seen sowie eine Niederwasserklassifizierung. „Die heuer eingeführte Niederwasserklassifizierung erlaubt jetzt auch die Einschätzung der aktuellen Wasserführung im Hinblick auf Niederwasser. Gerade im heurigen, bisher sehr trockenen Jahr eine wichtige Ergänzung“, erklärte Georg Raffeiner, Leiter des Sachgebiets Hydrographie und Hydrologie beim Land Tirol, in der Aussendung.

Transparenz bei Extremwetter

„Mit Hydro Online stellen wir den Tirolerinnen und Tirolern einen modernen und leicht zugänglichen Informationsservice zur Verfügung“, betonte Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler. Gerade bei intensiven Niederschlägen oder einer möglichen Hochwasserentwicklung sei es wichtig, die Situation an den Gewässern im Blick behalten zu können. Transparente und rasch verfügbare Daten würden laut Geisler Orientierung schaffen und dabei helfen, Gefahren besser einzuschätzen.

Wie stark das Angebot im Ernstfall genutzt wird, zeigte das Hochwasser im August 2023: An einem Tag griffen über 200.000 Menschen auf die Website zu, um sich über die aktuellen Pegelstände zu informieren. Das Land Tirol wies jedoch darauf hin, dass für konkrete Warnungen und Verhaltensempfehlungen weiterhin ausschließlich die Mitteilungen der Einsatz- und Sicherheitsbehörden maßgeblich sind.

Rund 900 Messstellen im Land

Die Datengrundlage für das System ist umfangreich: Der Hydrographische Dienst Tirol betreibt landesweit rund 900 Messstellen zur Erfassung des Wasserkreislaufs. Gemessen werden unter anderem Niederschlag, Lufttemperatur, Verdunstung, elektrische Leitfähigkeit sowie die Wasserstände von Bächen, Flüssen, Seen und des Grundwassers. Rund 140 ehrenamtliche Beobachterinnen und Beobachter unterstützen die tägliche Erhebung der hydrologischen Daten.

Die erhobenen Messwerte dienen dabei nicht nur der Information der Bevölkerung. Sie bilden auch die wesentliche fachliche Grundlage für den Hochwassernachrichtendienst, wasserwirtschaftliche Planungen, den Hochwasserschutz und die Beurteilung langfristiger Veränderungen im Wasserhaushalt.

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