Tadej Pogacar hat die vierte Vuelta-Etappe nach einem 50-km-Solo überlegen gewonnen und damit bereits für eine Vorentscheidung in der Gesamtwertung der 81. Spanien-Rundfahrt gesorgt. Der slowenische Topfavorit vom UAE-Team triumphierte am Dienstag nach 104,8 bergigen Kilometern rund um Andorra la Vella mit einem Vorsprung von 2:39 Minuten auf die restlichen Spitzenfahrer um den Osttiroler Felix Gall (Decathlon), der Dritter wurde und nun Gesamt-Siebenter ist.

„Der heutige Tag gibt uns viel Selbstvertrauen für die restliche Vuelta“, sagte Gall nach dem ersten Härtetest im Gebirge. Der Decathlon-Kapitän zeigte mit einer aktiven Fahrweise mit mehreren Attacken auf und kam im Zielsprint zeitgleich hinter dem Belgier Jarno Widar und vor den restlichen Mitfavoriten ins Ziel. Der Giro-Zweite hat in der Gesamtwertung einen Rückstand von 3:57 Minuten auf Pogacar und 36 Sekunden auf den zweitplatzierten Slowenen Primoz Roglic.
Auch Mühlberger überzeugte
Galls niederösterreichischer Edelhelfer Gregor Mühlberger, Sieger der Tour of Austria, hatte als Tageszehnter (+3:17 Min.) und nun Gesamt-Elfter (+4:34) ebenfalls einen hervorragenden Tag. „Es war extrem beeindruckend, wie stark die Teamkollegen sind. Vor allem Gregor ist extrem stark“, betonte Gall. Er habe einiges probiert und könne sich nichts vorwerfen. „Ich habe ziemlich investiert und danach ein bissl gelitten. Im Zielsprint habe ich das Maximum rausgeholt und bin zufrieden mit dem ersten bergigen Tag.“

Pogacar führt nicht nur die Gesamtwertung, sondern auch die Bergwertung und Punktewertung an. „Ich wollte nicht alleine gegen die anderen Mitfavoriten kämpfen. Ich habe dann einfach gehofft, dass ich bis zum Ziel überlebe“, sagte der fünffache Toursieger. „Ein wunderschöner Tag.“ Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Pogacar sein Rotes Trikot von der ersten bis zur 21. Etappe tragen wird. Das war bei einer Grand-Tour zuletzt 1994 bei der Vuelta durch den Schweizer Tony Rominger der Fall. „Ich gebe mein Bestes, um den Vorsprung zu kontrollieren. Es wird hart, wir müssen kämpfen.“
Gall versuchte, mit Pogacar mitzuhalten
Auf dem vergleichsweise kurzen Teilstück mit vier kategorisierten Anstiegen kontrollierte das Decathlon-Team in der ersten Rennhälfte das Geschehen. 50 Kilometer vor dem Ziel verabschiedete sich Pogacar vom Peloton, dahinter hielt nur Gall für ein paar Meter mit. Die Hoffnung auf eine Kooperation währte nur kurz. Wenig später wurde der rot-weiß-rote Hoffnungsträger von den weiteren Mitfavoriten eingeholt, während Pogacar seinen Vorsprung ausbaute.
Vor der Etappe hatte sich Gall zu seinen Ambitionen geäußert. „Tadej wird natürlich seine Sache machen, aber ich hoffe, dass ich dahinter dabei bin“, sagte er bei Eurosport. Der Abstand im Auftaktzeitfahren sei zu erwarten, der Rückstand von 18 Sekunden auf der zweiten Etappe „natürlich ein bisschen nervig“ gewesen. „Aber sie sind kein Weltuntergang“, ergänzte der 28-Jährige. Am Mittwoch geht es für das Peloton am fünften Vuelta-Tag erstmals auf spanischen Boden. Es steht eine hügelige Etappe über fast 174 km auf dem Programm.
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