Die massiv gestiegenen Sprit-Aufschläge könnten die österreichischen Autofahrer im Jahr 2026 insgesamt rund 1,1 Milliarden Euro zusätzlich kosten. Das geht aus einer aktuellen Berechnung des Momentum Instituts hervor. Demnach wurden seit Beginn des US-Iran-Kriegs beim Verkauf von Benzin und Diesel in Österreich bereits 654 Millionen Euro mehr an Aufschlägen verrechnet als unmittelbar vor Kriegsbeginn. Das sind rund 3,7 Millionen Euro pro Tag.
Allein bei privat genutzten Pkw summieren sich diese zusätzlichen Aufschläge in den ersten 25 Wochen seit Kriegsbeginn auf rund 228 Millionen Euro. Bleibt der Aufschlag bis Jahresende auf diesem Niveau, kommen laut der Prognose weitere 471 Millionen Euro hinzu.
Ölpreis sinkt, Spritpreis bleibt hoch
„Wer behauptet, die hohen Preise an der Zapfsäule seien einfach der unvermeidliche Preis des Krieges, erzählt nur die halbe Geschichte“
Leonard Jüngling, Ökonom am Momentum Institut
Besonders deutlich zeigt sich die Preispolitik der Konzerne bei den Schwankungen an den internationalen Märkten. Wie auch grafisch klar ersichtlich ist, werden steigende Rohölpreise sehr rasch an die Konsumenten an den Zapfsäulen weitergegeben. Sinkt der Rohölpreis jedoch wieder, fallen die Kosten für Benzin und Diesel deutlich langsamer ab.
Dieses Muster war seit Kriegsbeginn extrem ausgeprägt: Nach einem starken Anstieg im Frühjahr ging der Rohölpreis zwischenzeitlich spürbar zurück – die Spritpreise blieben dennoch auf hohem Niveau, da die ausgeweiteten Aufschläge der Konzerne nicht im selben Ausmaß gesenkt wurden.

Aufschlag erklärt Großteil der Teuerung
In der Woche vor Kriegsbeginn kostete ein Liter Diesel durchschnittlich 1,55 Euro, seither liegt er bei 1,93 Euro. Von diesem Anstieg um 38 Cent lassen sich lediglich 13 Cent durch den Rohölpreis und fünf Cent durch Steuern erklären. Ganze 20 Cent pro Liter resultieren aus dem gestiegenen Aufschlag – dazu zählen etwa Raffination, Transport, Vertrieb und die Gewinnmargen der Unternehmen. Beim Benzin (Anstieg um 24 Cent) machen die Aufschläge neun Cent aus.
Forderung nach europäischer Übergewinnsteuer
„Eine Milliarde Euro zusätzlich fällt nicht vom Himmel. Wer behauptet, die hohen Preise an der Zapfsäule seien einfach der unvermeidliche Preis des Krieges, erzählt nur die halbe Geschichte“, betont Leonard Jüngling, Ökonom am Momentum Institut.
Das Institut drängt daher auf die Einführung einer einheitlichen Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne auf EU-Ebene. Damit soll sichergestellt werden, dass außergewöhnliche Krisengewinne nicht vollständig bei den Unternehmen verbleiben und Konzerne ihre Gewinne nicht zur Steuervermeidung in andere Länder verschieben können.
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