Hoch über dem Obersulzbachtal im Salzburger Teil der Venedigergruppe liegt eine Graterhebung, die seit 1988 als „Pillewizer“ bezeichnet wird. Am Freitag, 28. August, wurde das Gipfelschild vom Alpenverein Salzburg offiziell entfernt.

Der Grund dafür: In den 1980er-Jahren war vom namensgebenden Komitee außer Acht gelassen worden, dass der Kartograph und Glaziologe Wolfgang Pillewizer bereits 1932 Mitglied von NSDAP und SA war. Nach Recherchen von Nicole Slupetzky, Historikerin und Vizepräsidentin des Österreichischen Alpenvereins, wurde die Benennung zwar schon damals kontrovers diskutiert. Die Salzburger Ortsnamenkommission, in der auch der Alpenverein vertreten war, äußerte sich kritisch, ließ die Benennung aber schließlich doch zu.
„Manchmal erzählt ein kleines Gipfelschild eine erstaunlich große Geschichte. Indem wir das Schild abnehmen, distanziert sich der Alpenverein von einer personenbezogenen Ehrung, die nicht mit unserer Haltung für eine offene, inklusive Gesellschaft übereinstimmt“, betont Gerd Frühwirth, Vorsitzender der Alpenvereinssektion Salzburg.
Kein Dreitausender mehr
Im Rahmen der Benennung im Jahr 1988 hatten Bergsteiger außerdem Steine auf den Gipfel getragen, um so künstlich die 3.000-Meter-Marke zu überschreiten.
Bei der Begehung am Freitag wurde diese Aufschichtung symbolisch entfernt: „Ein Berg muss weder größer gemacht noch mit einem großen Namen versehen werden, um Bedeutung zu haben. Sein Wert liegt nicht in einer runden Zahl oder in einer Gedenktafel, sondern in seiner Natur, seiner Geschichte und in unserer Begegnung mit ihm“, sagt Nicole Slupetzky.

Künftig erhält die Erhebung somit keinen neuen Personennamen, sondern soll namenlos bleiben. Da der Alpenverein nicht allein über die amtliche Führung geografischer Namen entscheidet, wird mit den zuständigen Stellen geklärt, wie die Erhebung auch in Karten und geografischen Datenbeständen künftig wieder ohne den Personennamen geführt werden kann.
3 Postings
Einen Berg künstlich erhöhen, damit er 3000 m hoch ist?
Was waren denn da für besonderen Leuchten am Werk?
der alpenverein sollte mal eruieren, wo sein ursprung herrührte
Hat er! Der Österreichische Alpenverein und der Deutsche Alpenverein haben ihre Rolle im Nationalsozialismus und den frühen Antisemitismus ab 2011 intensiv wissenschaftlich aufgearbeitet, vor allem mit der Publikation der Studie „Berg Heil! Alpenverein und Bergsteigen 1918–1945“. Zuerst denken, dann posten.
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