Die anhaltenden Extremtemperaturen des Sommers 2026 hinterlassen nicht nur in den Wetterbüchern ihre Spuren. Während Lienz auf beispiellose 43 Hitzetage zusteuert und ganz Österreich den wohl wärmsten Sommer der Messgeschichte erlebt, rücken nun die gesundheitlichen Folgen in den Fokus. Vorläufige Daten der Statistik Austria belegen einen signifikanten Anstieg der Sterbefälle – exakt in jenen Wochen, in denen die Hitze am unerbittlichsten drückte.
Jüngste Auswertungen für die 31. Kalenderwoche (27. Juli bis 2. August) zeichnen ein deutliches Bild: In ganz Österreich wurden 1.638 Sterbefälle erfasst. Das entspricht einem Plus von 9,8 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2023 bis 2025. In der darauffolgenden Woche flachte die Kurve zwar leicht ab, lag mit 1.572 Verstorbenen aber immer noch messbare 4,4 Prozent über dem Dreijahresschnitt.
„In der 31. Kalenderwoche starben in Österreich um rund ein Zehntel mehr Menschen als im Durchschnitt der Vergleichswochen“, fasst Statistik Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk die bedrückende Zwischenbilanz zusammen.

Trauriger Höhepunkt Ende Juni
Den absoluten Höchststand an Sterbefällen markiert jedoch die 27. Kalenderwoche. In den Tagen vom 29. Juni bis zum 5. Juli, als Österreich unter dem Höhepunkt der ersten großen Hitzewelle ächzte, registrierten die Behörden 1.826 Verstorbene. Das sind alarmierende 19,4 Prozent mehr als im langjährigen Vergleich – fast ein Fünftel mehr Menschen verloren in dieser extremen Woche ihr Leben.
Nach dieser ersten großen Hitzewelle gingen die Sterberaten zunächst wieder zurück, bevor sie Ende Juli mit der erneuten Hitzewelle wieder merklich anstiegen.
Die Bestätigung der Experten steht aus
Ob und in welchem genauen Ausmaß diese Spitzen direkt auf die extremen Temperaturen und die mangelnde Abkühlung in den Nächten zurückzuführen sind, lässt sich aus den bloßen Sterbedaten natürlich nicht final ableiten. Gleichzeitigkeit ist noch keine Kausalität.
Die aktuellen Zahlen der Statistik Austria fließen deshalb nun in das Hitze-Mortalitätsmonitoring der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) ein. Dort verschneiden Experten das gestiegene Sterberisiko der Bevölkerung mit den konkreten Wetterdaten der GeoSphere Austria, um das tatsächliche Ausmaß der hitzebedingten Todesfälle wissenschaftlich fundiert zu beziffern.
Keine Postings
Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren