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„Zukunftsdepot“ verteilt von unten nach oben

Nur wohlhabendere Familien können den Vorschlag von Christian Stocker voll ausnutzen - aber alle tragen die Kosten.

Bundeskanzler Christian Stocker präsentierte im ORF-„Sommergespräch“ ein Konzept, mit dem Eltern jährlich bis zu 5.000 Euro für jedes Kind anlegen könnten, ohne dass die Kapitalertragssteuer zu zahlen wäre. Mit diesem „Zukunftsdepot“ wären Steuerersparnisse bis zu 23.700 Euro erreichbar - bei einer durchschnittlichen Rendite von 6,7 Prozent pro Jahr.

Diesen Steuervorteil würde aber nur der oberen Einkommenshälfte der Familien vollkommen zu Gute kommen, da unter dem sechsten Einkommenszehntel ein Sparbetrag von 5.000 Euro pro Jahr selten erreicht wird, berichtet das Momentum Institut.

Familien im schlechtbezahltesten Drittel hätten sogar oft gar nichts davon, da dort häufig die laufenden Ausgaben die Einnahmen übertreffen.Stockers Konzept wäre deswegen eine Umverteilung von unten nach oben, da von den Steuervorteilen nur die Familien maximal profitieren, die pro Jahr 5.000 Euro auf die Seite legen können. Diejenigen, denen am Ende des Jahres keine Ersparnisse übrig bleiben, würden hingegen leer ausgehen. 

Durch die noch fehlende Gegenfinanzierung wäre, wenn 45 Prozent der Familien mit 2025 geborenen Kindern den Maximalbetrag jährlich einzahlen und sich dieses im Jahr 2043 auszahlen lassen, mit einem Steuerausfall von 807 Millionen Euro zu rechnen. Dieser müsste dann von allen getragen werden - auch jenen Familien, die weniger oder gar nicht vom „Zukunftsdepot“ profitieren konnten.

Doch lieber Sparbuch statt Aktien

Ein weiteres Problem des „Zukunftsdepots“ ist die Bindung der Ersparnisse in Aktien. Haushalte in der unteren Hälfte der Einkommenszehntel haben durchschnittlich 14.000 Euro auf ihrem Konto, die sie für Notfallsausgaben oft griffbereit brauchen. Diese Vermögensreserve dann in Aktien anzulegen, die zudem auch kurzfristig ins negative schwanken können, ist für viele Familien zu riskant.

Als Alternative schlägt das Momentum Institut ein sogenanntes „Vorzugssparbuch“ mit einer Mindestverzinsung vor. In Frankreich gibt es dieses Modell bereits mit einem Mindestzinssatz von 2,5 Prozent. Damit könnten alle Einkommensklassen ihre Reserven vor der Inflation schützen und es würde kein Budgetloch entstehen, da die zusätzlichen Zinsen von Banken und nicht vom Staat gezahlt werden.

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