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Die höchste Bergkette der Dolomiten wird wohl bald eisfrei sein. Foto: APA/AFP

Die höchste Bergkette der Dolomiten wird wohl bald eisfrei sein. Foto: APA/AFP

Marmolata-Gletscher in 10 Jahren verschwunden? 

Der Gletscher verlor in diesem Jahr rund neun Hektar Fläche - so viel wie etwa 13 Fußballfelder.

Die Gletscher der norditalienischen Alpen haben einen weiteren dramatischen Sommer hinter sich. Besonders betroffen ist die Marmolata in den Dolomiten: Der Gletscher verlor in diesem Jahr rund neun Hektar Fläche - so viel wie etwa 13 Fußballfelder. Nach Einschätzung von Wissenschaftern könnte er bei einer Fortsetzung der Entwicklung bereits innerhalb von zehn Jahren weitgehend verschwunden sein.

Die Zahlen stammen aus der diesjährigen Kampagne „Carovana dei ghiacciai“ („Gletscherkarawane“) der italienischen Umweltorganisation Legambiente. Sie dokumentiert den Zustand ausgewählter Gletscher in den Alpen und zeigt nach Angaben der Organisation eine weitere Beschleunigung des Rückgangs.

Mehr als die Hälfte der Eisfläche verloren

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts bis 2015 haben die Alpengletscher demnach 57 Prozent ihrer Fläche und 64 Prozent ihres Volumens verloren. Seit dem Jahr 2000 hat sich die Geschwindigkeit des Eisverlusts nochmals deutlich erhöht. Die Entwicklung betrifft zahlreiche Gletscher. Beim Adamello, dem größten Gletscher der italienischen Alpen, zog sich die Gletscherfront zwischen 2023 und 2025 um insgesamt 265 Meter zurück.

Auch am Mont Blanc ist die Situation kritisch. Der Miage-Gletscher hat innerhalb von sechs Jahren rund 15 Meter an Mächtigkeit verloren. Beim Planpincieux wurden Bewegungen von bis zu zwei Metern pro Tag beobachtet. Der Forni-Gletscher in der Lombardei hat sich seit dem Jahr 2000 um rund drei Kilometer zurückgezogen. Weitere Veränderungen wurden am Montasio-Gletscher in Friaul-Julisch Venetien sowie am oberen Coolidge-Gletscher am Monviso im Piemont festgestellt. Der Coolidge-Gletscher wird inzwischen nur noch als Firnfeld beziehungsweise Gletscherrest eingestuft.

Rekordverlust an der Marmolata

Besonders alarmierend ist die Entwicklung an der Marmolata. Ihre Fläche sank in diesem Jahr nach den Angaben von Legambiente von 92 auf 83 Hektar. Der Rückzug war damit etwa dreimal so stark wie 2025. Einen ähnlich starken Verlust habe es zuletzt im Jahr 2022 gegeben, als es zu einem schweren Gletscherunglück kam.

„Die in diesem Jahr erhobenen Daten verschärfen einen Trend, der bereits in den vergangenen Jahrzehnten deutlich sichtbar war“, sagte Mauro Varotto von der Universität Padua und wissenschaftlicher Leiter der Kampagne. Allein in einem Jahr habe die Marmolata neun Hektar Eisfläche verloren. Wenn sich Sommer mit vergleichbaren Bedingungen wiederholten, könnte der Gletscher „nur noch etwa zehn Jahre“ bestehen, warnte Varotto.

Die Dolomiten erlebten nach Angaben der Forscher den heißesten Sommer seit Beginn der entsprechenden Vergleichsreihe im Jahr 1991. Selbst in großen Höhen fiel kaum Schnee. Gleichzeitig setzte sich der Abbau des Permafrosts fort. Besonders kritisch sei die Westfront der Marmolata: Innerhalb von zwei Jahren zog sie sich dort um 120 Meter zurück. Die Gletscherfront liegt inzwischen auf mehr als 2.900 Metern Höhe.

2 Postings

Haberg21
vor einem Monat

Wie alle anderen Gletscher bei uns auch, so werden viele in 10 Jahren überhaupt nicht mehr zu sehen sein! Ewig schade, aber nicht mehr zu verhindern.

 
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    TW-WU
    vor einem Monat

    Das problem ist spätestens seit den 70er jahren des letzten jahrhunderts bekannt. Sehr zu empfehlen derzeit die 3-teilige doku "fuck the planet" auf arte:

    https://youtu.be/19s4-eSvgGw?is=C97k9otRCEQrsexH

    Oder dieser artikel: "Die Geschichte beginnt mit den langjährigen Bemühungen der Tabakkonzerne, Zweifel an den Zusammenhängen zwischen Zigarettenrauchen und den Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, darunter Lungenkrebs, zu säen. Einer der Wissenschaftler, die die Tabakindustrie für dieses Ziel rekrutierte, war Frederick Seitz... 1984 widmete sich Seitz einem anderen Projekt und gründete zusammen mit den beiden prominenten Physikern William Nierenberg und Robert Jastrow – die beide ebenfalls lange in Raumfahrt- und Waffenprogrammen tätig waren – das George C. Marshall Institute. Ziel des Instituts war es, Präsident Reagans Strategische Verteidigungsinitiative (SDI) gegen Angriffe der etablierten Physikergemeinschaft..."

    https://e360.yale.edu/features/global_warming_deniers_and_their_proven_strategy_of_doubt

     
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