Die Jury des Nationalparks Hohe Tauern und der Grundbesitzer hatte heuer die Wahl aus 13 Bewerbungen. Ausgewählt wurden schließlich Agnes und Leopold Dichtl, vlg. Krienhuber. Sie bewirtschaften die Merschenalm in Virgen und wurden nun als „Almhirtenfamilie des Jahres 2026“ ausgezeichnet.
Die Alm liegt auf 2.250 Metern Seehöhe. Besonders bemerkenswert: Bis zum Jahr 2025 gab es dorthin keine Zufahrtsmöglichkeit. Der Auf- und Abtrieb der rund 50 Rinder musste traditionell zu Fuß bewältigt werden. Auch heute noch pflegt die Familie, die von ihren fünf Kindern und von Leopold Dichtls Geschwistern tatkräftig unterstützt wird, auf der rund einen Hektar großen Bergwiese traditionelle Handarbeit. Das Mähgut wird auf Harpfen getrocknet und das Heu in geflochtenen Körben in den Stadl getragen.



Den Sommer auf der Alm verbringt Agnes Dichtl mit ihrem Mann Leopold und der jüngsten Tochter Leonie. Täglich melkt die Sennerin etwa 15 der insgesamt rund 50 Rinder. Die Milch wird direkt vor Ort zu Butter, Graukäse, Joghurt und weiteren Spezialitäten veredelt. Diese werden, ebenso wie hausgemachtes Brot und Speck, in der eigenen kleinen Almausschank an Gäste verkauft. Damit ist die Merschenalm eine der wenigen Almen im Tiroler Nationalparkgebiet, auf der noch klassische Milchwirtschaft samt Direktvermarktung betrieben wird.
„Familie Dichtl zeigt vorbildlich, wie Almwirtschaft, Förderung der Biodiversität und Tradition vereint werden können“, betonte Thomas Steiner von der Nationalparkverwaltung bei der Verleihung. Zur offiziellen Auszeichnung auf der Merschenalm gratulierten auch Nationalparkdirektor Florian Jurgeit sowie der Virger Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler.
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