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Planungstrasse für 380-kV-Leitung steht

Die 193 Kilometer lange Planungstrasse zwischen Lienz und Obersielach weicht rund 25 Prozent von der Grobtrasse ab.

Vor ziemlich genau einem Jahr wurde die Grobtrasse des 380-kV-Projekts „Netzraum Kärnten“ zwischen Lienz und Obersielach in Kärnten präsentiert. Nun gibt der Betreiber APG mit der aktuellen Planungstrasse einen wichtigen Zwischenstand bekannt.

Diese Planungstrasse weicht um rund 25 Prozent von der ursprünglichen Grobtrasse ab. Die Anpassungen seien Ergebnis „des umfassenden Dialogs mit den Gemeinden und Grundeigentümer:innen sowie der kontinuierlichen fachlichen Prüfung. Sofern es technisch, topografisch und ökologisch machbar war, sind wir auf die Anregungen und Wünsche der Gemeinden und Bürger:innen eingegangen“, erläutert APG-Projektleiter Wolfgang Hafner.

Abweichungen von der Grobtrasse gibt es vor allem im oberen Drautal, im unteren Mölltal, auf dem Lurnfeld und im unteren Drautal, bei Treffen, Feldkirchen, St. Veit, St. Georgen am Längsee sowie Brückl. Insgesamt habe das interdisziplinäre Expertenteam im vergangenen Jahr rund 200 zusätzliche Kilometer an alternativen Trassenführungen untersucht.

Verlauf der Planungstrasse durch Osttirol

In Osttirol sind die Gemeinden Nikolsdorf, Dölsach, Nußdorf-Debant und Lienz von der Planungstrasse der 380-kV-Leitung betroffen. In Nikolsdorf verläuft die Planungstrasse zunächst auf der Trasse der bestehenden Leitung, dann erfolgt jedoch eine Versetzung in südwestliche Richtung. Besonders markant ist die Verlagerung in Görtschach-Gödnach (Gemeindegebiet Dölsach), wo die Planungstrasse direkt parallel zur Drau verläuft. Etwa auf Höhe des Dölsacher Bahnhofs entspricht die geplante Trasse dann wieder der bestehenden Leitung, bevor kurz vor Lienz erneut eine Abweichung Richtung Norden vorgesehen ist.

In Osttirol verläuft die Planungstrasse der 380-kV-Leitung (rot gekennzeichnet) stellenweise auf der Trasse der bestehenden Leitung, die demontiert wird (blau gekennzeichnet). Karte: BEV/APG

In den nächsten Schritten geht es um die Festlegung der Maststandorte und Zufahrtsstraßen. Dafür kündigt die APG wiederum zahlreiche Gespräche und Abstimmungen mit betroffenen Grundeigentümer:innen an. Parallel finden weitere geologische und ökologische Untersuchungen statt. Im Spätherbst soll dann eine Feintrasse feststehen, die der Bevölkerung bei regionalen Infomessen präsentiert wird.

Bestehende 110-kV-Leitung wird teils demontiert

Teil von Netzraum Kärnten ist die Mitführung einer 110-kV-Leitung der Kärnten Netz (KNG) von Oberdrauburg bis Obersielach. „Wir verbinden zwölf Umspannwerke mit dieser neuen 110-kV-Leitung, acht dieser Umspannwerke errichten wir neu, vier weitere Umspannwerke werden eingebunden”, erläutert Gernot Kowatsch, Projektleiter der Kärnten Netz. Derzeit werde an den Planungen für die Standorte der neuen Umspannwerke und die dazugehörigen 110-kV-Zuleitungen gearbeitet.

Nach der Inbetriebnahme sollen 140 Kilometer der bestehenden 110-kV-Leitungen zwischen Lienz und Villach sowie zwischen Brückl und Obersielach demontiert werden, ebenso die bestehenden Umspannwerke Oberdrauburg und Steinfeld. Sie werden jeweils außerhalb der Ortsgebiete neu errichtet.

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