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Wie offen ist Osttirol für Zuzug?

Positive Einstellung hinsichtlich Fachkräfte und Überalterung, Sorge vor Wohnraummangel und Konflikten.

Wie offen ist Osttirol gegenüber Menschen, die neu in die Region kommen? Mit dieser Frage beschäftigte sich eine Befragung im Rahmen des Interreg-Projekts „Willkommenskultur stärken“ der Innos GmbH.

Die Erhebung entstand in Kooperation mit der Universität Wien. Rund 75 Studierende des Bereichs Humangeographie führten an drei Tagen in mehreren Osttiroler Orten Straßenbefragungen durch. Insgesamt wurden 309 Fragebögen ausgewertet: 196 von Personen aus Osttirol und Oberkärnten sowie 113 von Menschen außerhalb der Region. Damit ist die Befragung nicht repräsentativ, sondern liefert lediglich ein Stimmungsbild.

Rund 75 Studierende der Uni Wien führten in Osttirol Straßenbefragungen durch, um herauszufinden, wie offen der Bezirk gegenüber Zuzug ist. Foto: Martin Ochotny

Die Ergebnisse zeigen: Zuzug wird von vielen als Chance im Hinblick auf Fachkräftemangel, Überalterung und Attraktivität der Region gesehen. Gleichzeitig werden Herausforderungen wie Wohnraummangel, mögliche Konflikte und soziale Belastungen wahrgenommen. 

Wie begegnet die Bevölkerung Zugezogenen bzw. Geflüchteten?

Ein Teil der Befragung beschäftigte sich damit, wie Menschen, die neu nach Osttirol kommen, willkommen geheißen werden. Dabei wurde zwischen der Haltung öffentlicher Stellen und jener der Bevölkerung unterschieden. Rund 87 Prozent schätzen Zugezogene bei öffentlichen Stellen als „eher“ oder „sehr willkommen“ ein, bei der Bevölkerung sind es rund 79 Prozent.

Gegenüber Geflüchteten fällt diese Einschätzung deutlich zurückhaltender aus: Knapp mehr als die Hälfte der Befragten geht davon aus, dass Flüchtlinge in der Bevölkerung „sehr“ oder „eher unwillkommen“ geheißen werden. Im Fall von öffentlichen Stellen vermuten die Teilnehmenden einen offeneren Umgang, dennoch gaben auch hier ca. 35 Prozent an, dass Geflüchtete „sehr“ oder „eher unwillkommen“ empfangen werden.

Als besonders wichtige Faktoren für gelingende Integration werden Sprache, Arbeit und persönliche Begegnungen angeführt. Als zentrale Beiträge der Bevölkerung werden Offenheit, Toleranz und Vorurteilsabbau identifiziert.

Von den Befragten außerhalb der Region können sich rund 71 Prozent grundsätzlich oder unter bestimmten Voraussetzungen vorstellen, länger in Osttirol zu leben oder zu arbeiten. Besonders attraktiv sind Natur, Landschaft und Lebensqualität. Als größte Hürde gilt die eingeschränkte Erreichbarkeit. 

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