Die Fischereiverbände der Alpenländer schlagen angesichts von spürbar zunehmenden Auswirkungen der Klimakrise auf Bäche, Flüsse und Seen Alarm: „Die Klimakrise zeigt sich in unseren Gewässern bereits heute deutlich. Deshalb müssen wir jetzt konsequent handeln und den Gewässern wieder mehr Raum geben. Renaturierungen sind kein Luxus, sondern eine notwendige Investition in die Zukunft unserer Natur, unserer Wasserressourcen und unserer Gesellschaft“, erklärt Sebastian Hanfland, Präsident der Arbeitsgemeinschaft der Fischereiverbände der Alpenländer.
Steigende Wassertemperaturen, längere Niedrigwasserperioden, häufigere Extremwetterereignisse sowie veränderte Abflussregime würden die aquatischen Ökosysteme zunehmend belasten. Besonders betroffen sind kaltwasserliebende Fischarten und zahlreiche weitere Tier- und Pflanzenarten, die auf intakte Gewässerlebensräume angewiesen sind. Gleichzeitig geraten auch wichtige Ökosystemleistungen wie Hochwasserschutz, Grundwasserneubildung und natürliche Kühlung von Landschaftsräumen unter Druck.
Umfassende Renaturierungsforderungen
Vor diesem Hintergrund fordern die Fischereiverbände unter anderem den Erhalt bestehender, natürlicher Fließgewässer und Tabuzonen für weitere Wasserkraftwerke in sensiblen Gebieten. Zudem werden eine deutliche Beschleunigung von Renaturierungsmaßnahmen, die Wiederherstellung natürlicher Gewässerstrukturen und Auen sowie eine verbesserte ökologische Durchgängigkeit von Flüssen und Bächen verlangt.
In Trockenzeiten soll durch die Wiederherstellung natürlicher Wasserspeicher ausreichend Wasser in den Gewässern sichergestellt werden, während insgesamt die Wasserspeicherung für Lebensraum und Organismus gegenüber wirtschaftlichen Belangen priorisiert werden soll.
Kleinwasserkraft: Ausleitungen wiegen bei Trockenheit schwer
Nach Einschätzung des Tiroler Fischereiverbands habe der heurige Sommer deutlich vor Augen geführt, dass Wasser auch hierzulande knapp werden kann. Die Trockenheitsfrage sei bislang vor allem mit Blick auf Trinkwasser, Almen und Landwirtschaft diskutiert worden. Ein Aspekt fehle in der Debatte jedoch fast vollständig: die Wasserentnahme für die Kleinwasserkraft an heimischen Bächen.
Dabei entscheide sich gerade dort, ob die Gewässer die Klimakrise überstehen. Denn wenn das Wasser knapper wird, wiegt jede Ausleitung schwerer. In Restwasserstrecken bleibe in Hitzeperioden vielerorts nur mehr ein Rinnsal, das sich schnell erwärmt. „Für Bachforelle und Koppe, die kaltes, sauerstoffreiches Wasser brauchen, wird das im Sommer lebensbedrohlich“, warnt der Fischereiverband.
Hinzu komme der energiepolitische Faktor, dass Kraftwerke an kleinen Bächen vor allem dann Strom liefern, wenn ohnehin genug vorhanden ist. Im Winter und in Trockenphase fällt die Produktion hingegen gering aus. „Der Eingriff ist maximal, der Nutzen minimal – der ökologische Schaden dauerhaft“, so der Verband.

Tirolweit gibt es nahezu 1.000 Wasserkraftwerke, 700 davon sind Kleinstanlagen, die zusammen weniger als vier Prozent des Wasserkraftstroms erzeugen. Osttirol zählt insgesamt 140 Kraftwerke, 135 davon fallen in die Kategorie Kleinwasserkraft. Die allermeisten werden von privaten Firmen betrieben. Auch bei dem geplanten Kraftwerksprojekt der Firma Theurl Leimholz am Debantbach handelt es sich um eine derartige Anlage.
2 Postings
Dieser Appell geht den beiden Herren bestimmt - ihr wisst schon wo - vorbei. Ich habe es schon einmal geschrieben: "Kommerz unter dem Deckmantel der Energiewende"!
''Klimakrise setzt Gewässer unter Druck'' ... also nit die TIWAG und ihre Politiker ?
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