In der Natur muss nicht jede Art alles selbst können und es ist nicht immer der Einzelkämpfer, der sich durchsetzt: Oft liegt der Schlüssel zum Erfolg darin, den richtigen Partner zu finden.
Dabei sind die Kooperationen vielfältig, wie der Naturschutzbund Österreich erklärt: Die Beziehungsformen reichen von dauerhaften Symbiosen über Zweckgemeinschaften bis hin zu kurzen, überraschenden Bündnissen zwischen Arten – sogar zwischen Mensch und Natur.
Reibungslose Suche nach Nachmietern
Ein Beispiel der Zusammenarbeit liefern tierische Baumeister: Spechte, Dachse, Biber oder Krähen schaffen Strukturen, die weit über ihre ursprüngliche Funktion hinaus Bestand haben.

Wenn der Baumeister längst ausgezogen ist, beginnt für andere Arten erst die Nutzung: Verlassene Spechthöhlen werden zu Brutplätzen und Winterquartieren, alte Dachsbauten zu sicheren Rückzugsorten und leere Schneckenhäuser zu begehrten Behausungen für kleinste Tiere. So wird aus einem ehemaligen Unterschlupf für die eine Art ein wertvoller Lebensraum für andere Arten.
Diese Nachnutzung verdeutlicht auch, wie wichtig es ist, Höhlenräume, Totholz, Baue und Nester in der Landschaft zu erhalten.
Auf wilder Fahrt im Sammeltaxi
Noch kleiner, aber nicht weniger raffiniert ist die Kooperation der Milben. Da sie mitunter nur einen Millimeter groß sind, können sie viele ihrer Lebensräume kaum aus eigener Kraft erreichen. Deshalb nutzen sie größere Tiere als Transportmittel. Bei dieser sogenannten Phoresie reisen sie beispielsweise huckepack auf Käfern zu neuen Lebensräumen.
Manche Milben verfügen dafür über spezielle Haftstrukturen, andere suchen geschützte Plätze unter den Flügeldecken oder an den Beinen ihrer Wirte. Manchmal hat auch der „Taxler“ noch etwas davon, können doch beispielsweise Raubmilben die Brutkammern der Totengräberkäfer von Fadenwürmern und Fliegeneiern befreien und damit den Bruterfolg der Käfer fördern.
Partnerschaft zwischen Mensch und Natur
Die afrikanischen Honeybirds, auch Honiganzeiger genannt, sind ein Beispiel dafür, dass auch Mensch und Natur zu Partnern werden: Diese Vögel führen Menschen gezielt zu wilden Bienenstöcken und erleichtern ihnen dadurch die Honigsuche. Der Mensch öffnet die Bienenstöcke, was dem Vogel nicht möglich wäre, wodurch der Honeybird das zurückgebliebene Bienenwachs und die darin verbliebenen Larven – eine energiereiche Nahrung – konsumieren kann.
Angesichts dieser Beispiele hält der Naturschutzbund fest, dass Netzwerken in der Natur viel mehr bedeutet als nur Harmonie. Stattdessen verdeutlichen diese natürlichen Kooperationen, wie eng die verschiedenen Lebewesen miteinander verflochten sind. Daher gilt: Wer einen Lebensraum schützt, schützt vielfach nicht nur eine einzelne Art, sondern ein ganzes Netzwerk von Beziehungen.
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