Die NEOS gehen mit der Forderung nach einer Verdopplung der Studiengebühren und der Mindeststudienleistung in die Verhandlungen zur Hochschulstrategie 2040. Für Studierende aus Drittstaaten sollen die Gebühren sogar von derzeit 726,72 Euro auf 2.500 Euro pro Semester steigen - verbunden mit einem leichteren Arbeitsmarktzugang. Die IT:U (Interdisciplinary Transformation University Austria) soll außerdem in die Uni Linz eingegliedert werden, heißt es in einem Positionspapier.
Die neue Hochschulstrategie 2040 soll unter Federführung des Wissenschaftsministeriums bis Ende des ersten Quartals 2027 erarbeitet werden. Bei einer Klausur haben die NEOS nun ein Papier erarbeitet, mit dem man in die Verhandlungen geht.
Mehr Verbindlichkeit
Für mehr Verbindlichkeit im Studium soll etwa eine Verschärfung bei der Mindeststudienleistung sorgen: Seit dem Studienjahr 2022/23 müssen Studienanfänger in Bachelor- und Diplomstudien in den ersten zwei Studienjahren Lehrveranstaltungen im Ausmaß von 16 ECTS-Punkten absolvieren. Ansonsten verlieren sie die Zulassung an ihrer Uni im betreffenden Fach. Die NEOS schlagen „mindestens“ eine Verdoppelung auf 32 ECTS-Punkte vor.

„Heute beenden nur 21 Prozent der Studierenden ihr Bachelorstudium in der Regelzeit. Unser Ziel ist klar: Wir wollen die faktische Studiendauer auf ein international übliches Maß angleichen“, so Wissenschaftssprecherin Martina von Künsberg Sarre in einer Aussendung. Verbunden werden soll dies mit einem besseren Betreuungsverhältnis und einem gesicherten Zugang zu Kursen.
Unmittelbar angesetzt werden soll auch bei den Studiengebühren. Zwar plädieren die NEOS nach wie vor grundsätzlich für nachgelagerte Studiengebühren, die erst nach Abschluss der Ausbildung ab einer Einkommensgrenze schlagend werden, samt höheren Stipendien. Kurzfristig sollen aber die derzeit schon existierenden Gebühren für Studierende aus Österreich bzw. der EU, die erst nach der Regelstudienzeit plus Toleranzsemestern anfallen, erhöht werden - und zwar von 363,36 auf 700 Euro pro Semester. Das entspräche von der Höhe her in etwa einer Inflationsanpassung seit ihrer Einführung 2001.
2.500 Euro pro Semester
Studierende aus Drittstaaten sollen statt derzeit 726,72 Euro künftig 2.500 Euro pro Semester berappen. Gleichzeitig sollen sie einen erleichterten Arbeitsmarktzugang bekommen und Bleibeanreize für benötigte Qualifikationen und Talente erhalten. Beide Gebühren-Maßnahmen würden zusammen in etwa 100 Mio. Euro einbringen, so NEOS-Wissenschaftssprecherin Martina von Künsberg Sarre in einer Aussendung.
Doppel- und Mehrfachgleisigkeiten bei den Hochschulen wollen die Pinken etwa durch finanzielle Anreize für Kooperationen, gemeinsame Services und Zusammenschlüsse abbauen. Außerdem sollen öffentlich finanzierte Privatuniversitäten in die gesamthafte Hochschulplanung einbezogen werden. „Künftig sollen nur noch Institutionen, die ausschließlich private Mittel nutzen, auch privat heißen“, betonte von Künsberg Sarre. „Es ist außerdem nicht einzusehen, dass sich jeder Landeshauptmann mit Steuergeld irgendwelche Prestigeprojekte gönnt. Die neue IT:U in Oberösterreich etwa muss in die Kepler Universität Linz eingegliedert werden, anstatt parallele Strukturen aufzubauen.“
Weitere Forderungen der NEOS betreffen etwa höhere Anreize für private Mittel, zum Beispiel aus Stiftungen. Wenn man diese in etwa auf OECD-Niveau bringe, würde damit in etwa 30 Mio. Euro pro Jahr lukriert.
12 Postings
Die Neos haben sich eigentlich eine breite Bildungsinitiative an ihre Fahne geheftet. Der Vorschlag der engagierten Adeligen dürfte dieses Anliegen einigermaßen konterkarieren. Hochbegabte können auch in Harvard umsonst studieren, der Rest der Studierenden in den USA zahlt oft lebenslang seine Schulden ab. Die Voraussetzungen für Stipendien bei uns sind gerade für Studierende, die mit ihren Jobs geradeso über die Runden kommen, schon aus zeitlichen Gründen oft schwer zu erfüllen.
Wer eine akademische Bildung haben möchte, sollte auch seinen Beitrag dafür leisten. Die 363 Euro stammen ja noch aus der Schillingzeit = 5000 Schilling - das kann es ja nicht sein. Zum Thema Arbeiterkinder @Gutmensch: Sie scheinen Sich nicht mit den Stipendiumsmöglichkeiten auseinandergesetzt haben - kurzum - wer in Österreich studieren möchte kann das definitiv gut - egal wie viel Geld die Eltern haben. Und wer´s a bissl komformtabler haben möchte, hat eben einen Job nebenher - bringt niemanden um - hab während meiner Studienzeit auch zwischen 15 - 25 Stunden nebenher gearbeitet. Schönen Montag allerseits :)
"es kann nicht sein" so billig fangen diskussionen an. wie wäre es mal darpber nachzudenken kostenlose zugänge zu finanzieren? statt millionen in einer spritpreisbremse zu versenken. derlei neolibale hirngespinste gibt es zu genüge. stipendien? wer studieren will und es sich nicht leisten kann soll bittsteller werden? idealerweise vorstellig werden beim geldadel. der kann dann gutes tun und darüber reden. so billig seine seele reinzuwaschen, zuerst den geringerdiener die möglichkeiten nehmen, um ihnen dann wieder die hand zu reichen, natürlich unter euren bedingungen.
Wem es mit dem Studieren ernst ist wird auch das Geld dafür aufbringen. Aber es ist ein Trugschluss zu glauben das jedes Kind ein Wunder an Intelligenz ist und daher DRINGEND auf eine Uni gehört. Reicht es nicht das das die Infrastruktur und die Kosten für Fachkräfte für das Studium eh schon von der Allgemeinheit getragen werden? In meiner Jugend haben die "hellen Köpfe der Elite" alle Philosophie studiert. Heute studieren alle BWL. Wer nix wird wird Betriebswirt :-)
Die klassische Boomerantwort, oder?
Wie lange ist dein Studium her und was hast du studiert? Selbst zu meiner Zeit, die nun auch schon gut 15 Jahre her ist, gab es viele Studiengänge, wo man von Montag bis Freitag praktisch jeden Tag ganztägig an der Uni Veranstaltungen hatte. Und so ganz nebenbei hat man da auch noch lernen und Arbeiten bzw Protokolle schreiben müssen. Kein Mensch konnte da ansatzweise 15 bis 25 Stunden arbeiten. In den Semesterferien war da auch schon vieles voll mit Praktika, Klausuren etc, so dass da auch nicht soooo viel Freizeit blieb um das auszugleichen, abgesehen davon dass man auch mal Erholung benötigt.
Sicher gab es da auch Studiengänge, wo man mehr als genug Zeit hatte.
Und wer sich nur mal ansatzweise damit auseinandergesetzt hat, wie das seit Bachelor Master sich kontinuierlich entwickelt hat, weiß, dass der Druck, auch was Noten angeht, sich in vielen Studiengängen deutlich erhöht hat, auch was Regelstudienzeit angeht, obligatorische Praktika, teilweise Auslandsaufenthalte, Klausuren generell nicht mehr in der Vorlesungszeit,...
Und du scheinst dich ja perfekt auszukennen was Stipendien und Förderungen angeht. Ist ja total klar, dass jeder Mensch, der keine reichen Eltern hat, gefördert wird, eine bezahlbare Wohnung bekommt usw. Leider fern der Realität, ohne Unterstützung der Eltern ist das für viele verdammt schwer.
Und es ist absurd, zu denken, jemand soll noch erheblich dafür bezahlen zusätzlich um eine Ausbildung am Ende zu haben, wovon oft ja durchaus die Allgemeinheit profitieren wird.
also bitte, was hat das mit den Babyboomern zu tun? Herr Ebner ist viel zu jung, um als "Boomer" bezeichnet zu werden, was offensichtlich in Ihren Augen negativ ist. Ich gehöre zu dieser Gruppe, habe mein ganzes Leben gearbeitet und bin in der Lage, meiner nachkommenden Generationen ein schönes Leben zu bieten. Und übrigens, obwohl ich "Boomerin" bin, bin ich keinesfalls der Ansicht von Herrn Ebner. Also lassen Sie dieses Boomer-Bashing, danke.
sehr geehrter Herr @Ebner, ..."Und wer´s a bissl KONFORTABLER haben möchte, hat eben einen Job nebenher..." Bei allem gebotenen Respekt, aber diese Aussage ist schon sehr, sehr abgehoben. Wer es komfortabler haben möchte hat Eltern, die ziemlich alles finanzieren und studiert zumeist in Privatunis. Ich kenne keine Studierenden, die nicht zusätzlich zum Studium arbeiten MÜSSEN, da wir schon soweit sind, dass sich z.T. kleine Zimmer in WG's finanziell grade noch ausgehen, aber dann haperts schon. Leider muss ich @KneidlMitKetchup recht geben. Die Neos unter Herrn Strolz waren top und wirklich wählbar für mich, leider hat euch der Machtrausch eingeholt . Meiner Meinung nach habt ihr eure ursprünglichen Ideale verraten: die Durchsetzung der Kürzung der Parteienförderung ist in Rauch und Schall verpufft, der öffentliche Rauswurf eures Mitgründers Veit Dengler wird als sehr negativ beurteilt und deutet daraufhin, dass abseits der Parteilinie kein Widerspruch geduldet wird (genau wie bei den Schwarzen), eure Forderungen von Kürzungen im Sozialbereich, der Aufweichung von Arbeitnehmerrechten sowie die Belastung von Pensionisten und Familien, um nur einige aufzuzählen. Wenn man ein Nettogehalt mit annähernd €18000/ Monat wie unsere Damen und Herrn Minister, u.a. auch die Frau Außenministerin, bekommt und ihr dann den Sparstift bei denen ansetzen wollt, die keine starke Lobby hinter sich haben, dann seid ihr Pinken leider keinen Cent mehr wert als schwarz, blau und rot - schade! Herr Strolz war mein Hoffnungsträger - lang, lang ists her!
Die NEOS? Die waren einmal... Damals, als die NEOS gegründet wurden, standen sie für Aufbruch, Neubeginn, ein frischer Wind... Heute ist dieser Traum vorbei und sie sind im etablierten Parteialltag angekommen.
Meine Prognose für die NEOS: Das gleiche Schicksal wie der Schwesterpartei FDP in Deutschland wird ihr widerfahren. Interne Konflikte treiben sie in die Bedeutungslosigkeit. Zur Erinnerung: Die FDP hat bei der heutigen Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern ca. 1% der Stimmen erzielt.
Liebe NEOS, entweder ihr steht wieder für Reformpolitik oder euch blüht das gleiche Schicksal wie den Liberalen in Deutschland!
Die fdp hat nicht wegen interner konflikte 1% erhalten, sondern weil die wählergruppe "ewiggestriger, populismusanfälliger grantler", die kubicki verkörpert, bereits von afd und cdu besetzt ist. Davon sind die neos gott sei dank (noch) ein stück entfernt...
Erstaunlich das sowohl in berlin als auch in mv eine linke mehrheit (rotrotgrün) ermöglicht wurde und jene parteien die sich klar gegen die afd gestellt haben, am besten abgeschnitten haben. Das wird in den medien weitgehend verschwiegen - der zuwachs einer vergassungsfeindlichen, gesichert rechtsextremen partei bringt halt mehr klicks...
studium für jene die es sich leisten können. und auf keinen fall den kindern aus den arbeiterfamilien die möglichkeiten geben. pöbel soll unten bleiben, studieren nur für reiche erben. die NEOS sind dermaßen abgehoben und fernab jeglicher vernunft.
besitzstandswahrung nennt sich das übrigens. auf keinem fall sollen andere die möglichkeiten erhalten aufzusteigen, das würde möglicherweise reichtum/gewinn schmälern wenn ein solcher im selben gewässer fischt.
das verlangen die, die von der bisherigen politik profitiert haben.
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