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Warum sind in Tirol die Spritpreise höher?

Diese Frage will Landeshauptmann Anton Mattle von der Bundesregierung beantwortet haben.

Tirols Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) fordert die Bundesregierung auf, eine amtliche, ergebnisoffene Untersuchung nach dem Preisgesetz für die Preise von Diesel und Superbenzin in Tirol einzuleiten. Mattle sieht eine fehlende Funktionalität des freien Marktes und eine Ungleichbehandlung Tirols mit östlichen Bundesländern. In Tirol seien die Kraftstoffpreise tendenziell höher, kritisierte der Regierungschef am Dienstag in einer Aussendung.

Anton Mattle ortet „eine fehlende Funktionalität des freien Marktes“ als Ursache für die hohen Treibstoffpreise in Tirol. Foto: Expa/Groder

Tirol werde deshalb rechtlich gegen den „Tiroler Sprit-Aufschlag“ vorgehen, sagte Mattle. „Ich sehe seitens der Bundesregierung großen Handlungsbedarf in Bezug auf die steigenden Spritpreise, die steuerliche Belastung von Treibstoffen und die fehlende Funktionalität des freien Marktes“, erklärte der Tiroler Landeshauptmann. Für das West-Ost-Gefälle der Preise in Österreich würden belegbare Gründe fehlen. „Ich fordere die Bundesregierung auf, eine amtliche Preisuntersuchung für Diesel und Superbenzin in Tirol einzuleiten und alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um diese Ungerechtigkeiten zu benennen und vor allem zu beenden“, führte Mattle aus.

Insbesondere stelle sich die Frage, inwieweit unterschiedliche Beschaffungs-, Betriebs- oder Standortkosten die festgestellten Preisunterschiede erklären können und in welchem Ausmaß darüber hinausgehende Unterschiede in der Preisbildung bestehen, welche sachlich nicht erklärbar oder gerechtfertigt sind. Das Preisgesetz sehe hierfür entsprechende Instrumente vor, so Mattle.

Transit von Italien und Deutschland

Tatsächlich hatte Tirol im Bundesländervergleich des Spritpreisrechners der E-Control am Montag im Median mit 2,299 (Diesel) und 1,984 (Super) Euro pro Liter den höchsten Spritpreis innerhalb Österreichs. Zu erwähnen ist hier der Tiroler Transitverkehr von und nach Deutschland und Italien - so fahren jährlich rund 2,5 Mio. Lkw über den Brenner -, wobei in den angrenzenden Ländern der Spritpreis deutlich höher liegt. In Italien musste man zuletzt etwa für Diesel 2,339 Euro pro Liter, in Deutschland 2,419 bezahlen.

Debatte um „Anti-Teuerungsrat“

Landeshauptmannstellvertreter Philip Wohlgemuth (SPÖ) forderte bereits vergangene Woche dazu auf, aufgrund der steigenden Preise beim Tanken, Wohnen oder Heizen den „Anti-Teuerungsrat“ wieder einzuberufen. Die „Tirol-Aufschläge“ müssten auf den Tisch. Der „Anti-Teuerungsrat“ wurde in Tirol 2022 eingerichtet, um Maßnahmen gegen Preisanstiege zu setzen. Unterstützt wurde Wohlgemuth dabei seitens der Gewerkschaft: „Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund, warum Sprit in Tirol deutlich teurer ist als in angrenzenden Bundesländern - und genau da könnte ein Anti-Teuerungsrat ansetzen. Wie beim Treibstoff verhält es sich bei zahlreichen Preisgestaltungen“, meldete sich Tiroler ÖGB-Chefin Sonja Föger-Kalchschmied (SPÖ) zu Wort.

Kritisch sahen die oppositionellen NEOS die Wiedereinberufung des Rats: „Ich will keine weitere Runde mit Kaffee, Keksen und anschließend einer Pressekonferenz. Es braucht regelmäßige Sitzungen, klare Arbeitsaufträge, Verantwortlichkeiten und öffentlich nachvollziehbare Ergebnisse“, war sich Landessprecherin Birgit Obermüller sicher. Man müsse auffällige Preisunterschiede zwischen Tirol und anderen Bundesländern systematisch erheben und deren Ursachen untersuchen lassen.

Die Freiheitlichen konnten indes weniger mit dem Vorschlag Wohlgemuths anfangen: „Wer den Anti-Teuerungsrat nach Jahren der schwarz-roten Regierungsverantwortung als Lösung präsentiert, verwechselt Diagnose und Therapie. Der Rat hat Zuschüsse empfohlen, die Ursachen des Tirol-Aufschlags jedoch nicht beseitigt“, so der Tiroler FPÖ-Wirtschaftssprecher Andreas Gang.

10 Postings

TW-WU
vor 3 Wochen

Eine satirezeitung bringts wieder mal auf den punkt:

"Bürokratieabbau: Regierung will Tankrabatt künftig direkt an Ölkonzerne überweisen... Die Mineralölkonzerne begrüßten den Plan der Regierung, erklärten aber, dass das Geschenk von 17 Cent pro Liter ähnlich wie beim Tankrabatt "aus wirtschaftlichen Gründen, die der Laie nicht versteht", keine positiven Auswirkungen auf die Preise an den Tankstellen haben wird..."

https://www.der-postillon.com/2026/05/tankrabatt-direkt.html

 
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lia
vor 3 Wochen

die spritpreise beeindrucken die wenigsten. wohne neben einer bundesstraße. verkehr wie eh und jeh.

 
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wianui
vor 3 Wochen

Die Politik kann sich den hohen Diesel-/Benzinpreis nicht erklären und wirft den Konzernen Gewinnmaximierung vor 😂. Vielleicht sollte man beim Thema "Abzocke" auch einmal vor der eigenen Türe kehren. Pro Liter Mineralölsteuer € 0,397 + CO2 Bepreisung etwa 15 Cent, Umsatzsteuer 20 % auf den gesamten Verkaufspreis inkl. Mineralölsteuer!! Steuern auf Diesel sind immerhin rund 43 % des Endpreises. Hat die Politik überhaupt Interesse an niedrigeren Preisen? Für die Landwirtschaft wurden im Jahr 2025 Agrardieselrückvergütung in Höhe von € 22,4 Mio und CO2-Rückvergütung von rund 52,9 Mio an Landwirte ausbezahlt. Auch Elektroautos haben bestimmte Steuervorteile. Armer Diesel-/Benzinfahrer: zahlt Mineralölsteuer, CO2 Bepreisung und 20% Umsatzsteuer auf den Sprit

 
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Irene
vor 3 Wochen

Warum differieren die Spritspreise soooo? In den versch. EU Ländern sind diese weitaus günstiger als bei uns .... ist mir unverständlich ... weg mit der unnötigen CO2 Bepreisung.

 
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saguen
vor 3 Wochen

Diese Preisentwicklung muss mir jemand erklären, Vormittag 2,30Euro, dann wieder 2,25Euro, Stunden später 2,32 Euro....wahrscheinlich spielt da das Wetter mit... Japan, weiß schon, kein vergleich, aber 68 Cent der Diesel, führt 95% der Resourcen ein, obwohl die Strasse, eh schon wissen, gesperrt ist, aber, die beziehen das Öl über andere Kanäle....den Rest kann sich jeder denken, wenn fähig....

 
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denker
vor 3 Wochen

Spritpreise gehören gleich geregelt wie bei tabak. bei jeder Tankstelle in Österreich gehört ein preis!!! egal welches bundesland oder welche Tankstelle.

 
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    senf
    vor 3 Wochen

    @jj.ll, sag was!;-)

     
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      jj.ll.
      vor 3 Wochen

      @senf...😀

       
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      Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
      senf
      vor 3 Wochen

      Das war scharf!

       
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    ruhigblut
    vor 3 Wochen

    @ denker...ja seh ich auch so, und auch ganz dringend der "Wilde Westen" was die Sromtankstellen betrifft...des glaubst ja kaum... ein intransparenter Jungle...Null Verbraucherschutz eingeplant, und jetzt wirds quälend langsam umgstellt... wenigsten hört ab 2027 dann mal der Ladekartenschwachsinn auf, wenn Betreiber Kreditkartenleser nachrüsten müssen und a transparente Preisauszeichnung machen ...aber ich befürchte ehrlich gesagt, das die Betreiber wieder neue Schlupflöcher finden....zBsp. spontan-laden (Ad-hoc) oder Abokarte....gleiche Tankstelle extreme unterschiedlicher Ladepreis...

     
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