Die neue Spritpreisbremse soll eine Entlastung von rund zwölf Cent je Liter Treibstoff bringen, teilte das Bundeskanzleramt am Mittwoch mit. Die Entlastung gilt für die Monate Oktober und November. Die Mineralölsteuer wird um 6,7 Cent - und bei Diesel damit auf das EU-Minimum - herabgesetzt. Hinzu kommt eine Margenbegrenzung um 3,5 Cent pro Liter. Dadurch verringert sich auch die Mehrwertsteuer. Daraus ergebe sich eine Gesamtentlastung von mehr als zwölf Cent.
Bei der Spritpreisbremse für September konnten sich die Koalitionspartner nicht auf eine Margenbegrenzung einigen. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) meinte, dass eine Spritpreisbremse ohne Margenbegrenzung wenig Sinn mache. Aber auch der ÖGB sprach sich dafür aus und schlug zur Gegenfinanzierung eine höhere Lkw-Maut auf Transitstrecken vor, wobei der Margeneingriff dem ÖGB nicht weit genug geht: „Die Regelung hat aber noch Spielraum nach oben“, teilte Angela Pfister, Leiterin des volkswirtschaftlichen Referats im ÖGB, am Mittwoch mit. Eine Spritpreisbremse ohne Begrenzung der Gewinnmargen sei zahnlos, sagte auch Reinhold Binder, Bundesvorsitzender der Produktionsgewerkschaft PRO-GE.
Ökonom gegen Margeneingriff
Wifo-Chef Gabriel Felbermayr hingegen sprach sich bereits vor zehn Tagen gegen Margeneingriffe bei den Mineralölkonzernen aus. Diese könnten den Sprit woanders verkaufen - was zu Lasten der Versorgungssicherheit gehen könne. Ähnlich argumentieren die Industriellenvereinigung (IV) und die Wirtschaftskammer (WKÖ).
„Margen richten sich nach Angebot und Nachfrage, und ein staatlicher Eingriff widerspricht marktwirtschaftlichen Grundsätzen“, teilte die IV mit. Statt planwirtschaftlicher Experimente brauche es eine echte Entlastung, merkte WKÖ-Generalsekretär Jochen Danninger an. Der Energiehandel der WKÖ verwies in einer Stellungnahme ebenfalls auf Experten von Wifo, Agenda Austria und E-Control, die sich gegen Margeneingriffe ausgesprochen hätten.
Kampf gegen die Inflation
Der Kampf gegen die Inflation sei für die Regierung eine der obersten Prioritäten, begründete das Bundeskanzleramt diese Maßnahme. „Die Eskalation im Nahen Osten und die damit verbundene Trumpflation haben wieder zu einem deutlichen Anstieg der Spritpreise geführt", sagte Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) laut Aussendung. „Dieser Entwicklung begegnen wir mit der neuen Spritpreisbremse, durch die die Preise an den Zapfsäulen sinken werden."
„Wir lassen nicht zu, dass die hohen Treibstoffpreise durch die Wirtschaft und die Haushalte rauschen", sprach sich auch Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) für die Spritpreisbremse aus und betonte, dass Tankfüllungen um rund 5 Euro günstiger ausfallen werden. Für Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) sei es das Gebot der Stunde, „diese Preisspitzen gezielt zu dämpfen, ohne gleichzeitig die Versorgungssicherheit und den Wettbewerb zu gefährden."
Bereits im Vorfeld der Ankündigung forderten ÖVP-Landeshauptleute die Regierung auf, stärker in die Spritpreise einzugreifen. Nach Tirols Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) fordern auch Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer und Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (beide ÖVP) eine stärkere Entlastung der Autofahrerinnen und Autofahrer. Die FPÖ ortete in den Forderungen der Landeshauptleute „Nervosität vor den kommenden Landtagswahlen". Die Partei fordert seit längerem, die CO2-Steuer abzuschaffen und die Mineralölsteuer zu halbieren. Es brauche eine dauerhafte Entlastung, kritisierte FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz.
Seit Ende August sind die Spritpreise stark gestiegen und erreichten bei Diesel Mitte September mit 2,268 Euro je Liter im Mittel einen neuen Rekord.
13 Postings
Wer möchte kann sich die Ersparnis durch diese Maßnahme ausrechnen :-) 12 Cent mal ca. 950 Liter im Jahr?
Übrigens 15 cent macht die co2-steuer aus, die eigentlich dafür da sein sollte, die durch fossile verbrennung entstandenen schäden und mehr als notwenigen anpassungsmaßnahmen zu finanzieren.
Ein interessantes phänomen... ...einerseits schwellen den fossilfans die kabel an, wenn sie 15 cent co2-steuer zahlen, im gleichen atemzug erklären genau die selben leute, dass die 12 cent tankrabatt ohnehin für die fisch sind...
Gegenfinanzierung !!! höhere LKW Maut !!! auf der einen Seite eine, nicht wesentliche Erleichterung, auf der anderen Seite wieder eine Belastung, oder, wer wird letztendlich diese höhere Maut wohl bezahlen... ???
Wozu Gegenfinanzierung? Wenn der Staat plötzlich zuviel an Steuern kassiert, brauchts zum Senken der Steuer keine Gegenfinanzierung. Die CO2 Steuer könnte man zm Beispiel ersatzlos streichen.
Ein beispiel wie man das problem an der wurzel packt und sich unabhängig macht, anstatt den fossilen konzernen und soziopathischen autokraten das geld in alle weltregionen hinterher zu schmeissen:
"Spanien hat sich in kurzer Zeit als eine treibende Kraft der europäischen Energiewende etabliert. Das Land belegt den ersten Platz bei geplanten Solarkraftwerken im Versorgungsmaßstab mit 108,8 Gigawatt und den dritten Platz bei der Windkraft mit 56,6 Gigawatt.
Spanien erzeugte im vergangenen Jahr rund fünfundsiebzig Prozent seines Stroms aus sauberen Quellen. Seit 2019 hat das Land dank seiner bestehenden erneuerbaren Kapazitäten den Einfluss teurer fossiler Kraftwerke auf den Strompreis um ebenfalls rund fünfundsiebzig Prozent gedrückt.
Die Investitionen in Wind- und Solarenergie machen sich für Verbraucherinnen und Verbraucher bereits bemerkbar: Ein durchschnittlicher Haushalt spart bei der Stromrechnung rund 10 Euro im Monat.
Spanien hat die ruinöse Verknüpfung zwischen Strompreisen und volatilen fossilen Brennstoffen durchbrochen – etwas, das seine europäischen Nachbarn dringend anstreben... Der Ausbau der Netze und von Speicherkapazitäten wird Spanien helfen, sich endgültig von der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu lösen."
https://de.euronews.com/2026/09/11/enorme-fortschritte-mittelmeer-wird-zur-erneuerbaren-energiehochburg-fur-okostrom
Es wäre Zeit für eine Tempoverordnung auf der Autobahn, Zeit für gezielte Entlastung von Pendlern, welche Öffis nur schwer zumutbar nutzen können.
Die Spritpreisbremse, Reduzierung der Handelsspanne, trifft Konzerne, welche teilweise von der Förderung bis zur Tankstelle alle sin der Hand haben nicht. Die betrifft die "kleineren" Firmen wie ENI-Gutmann, Jet oder Turmöl, welche Ertrag nur aus der DIfferenz von Raffinerie Preis zu Tankstellenpreis erzielen. Diese Firmen stellen normalerweise eine zumindest kleinen Preisvorteil, die Reduktion der Handelsspanne trifft diese viel stärker.
Vielleicht wär es auch Zeit und eine Option, das Tempo für die e-Mobilität generell auf 100 km/h zu reduziern und alle anderen motorbetriebenen auf 90 km/h. Ein Versuchs wärs wert. Die Rotstrichler werden jetzt auf 100 sein, aber das halt ma schon aus :-)
Wozu soll das gut sein? Denjenigen, die den Sprit bezahlen können, ist's wurscht und die anderen fahren eh schon langsam. Niemand muß die Limits ausreizen.
Es geht nicht ums bezahlen, es geht ums Energiesparen und das erreicht man eher im mäßigen Tempo, wie man herausgefunden hat.
Um zu wissen, wie man sparsam fährt, brauch ich keine Vorschrift.
Sie vielleicht nicht, ich auch nicht, aber diejenigen die sichs leisten können und es wurscht ist, wie sie selber angemerkt haben.
Tempoverordnung auf der Autobahn 🤦♀️genau vielleicht 50
wie wäre es einmal einfach nicht zu tanken und zu hause zu bleiben bis die Preise wieder fallen 
Felbermayr hat Angst vor Margeneingriffen, weil die Mineralölkonzerne ihr Produkt »woanders verkaufen« könnten, während die USA gerade an einem Export-Ban auf Diesel für vorerst 90 Tage feilen. Offenbar glaubt man bei uns nicht nur an die »regelbasierte internationale Ordnung« sondern auch noch daran, dass es bei kritischen Commodities so etwas wie freie Marktwirtschaft tatsächlich gibt.
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