Immer wieder kommt es vor, dass Kinder Flachbatterien verschlucken und somit in eine lebensgefährliche Situation geraten. Erst vor Kurzem musste deshalb an der Innsbrucker Klinik ein zweijähriges Kind behandelt werden – und die Zahl der Notfälle steigt.
An der Innsbrucker Klinik wurden in den letzten zehn Jahren konkret 18 Fälle gezählt. Die tirol kliniken und die Tiroler Gesundheits-Landesrätin Cornelia Hagele nehmen dies zum Anlass, auf die Risiken von Knopfbatterien für Kinder aufmerksam zu machen. Gefährdet sind besonders Kinder im Alter von 1 bis 5 Jahren.

Alltagsgegenstand mit Risiko
„Knopfbatterien finden sich heute in vielen Alltagsgegenständen und können für kleine Kinder gefährlich werden. Deshalb sollten Eltern, Großeltern und Betreuungspersonen darauf achten, dass Batterien und batteriebetriebene Gegenstände für Kinder nicht erreichbar sind. Wenn ein Kind möglicherweise eine Knopfbatterie verschluckt hat, sollte rasch medizinische Hilfe geholt werden. Ein bewusster Umgang mit diesen kleinen Batterien kann dazu beitragen, schwere Unfälle zu verhindern", ruft Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele zu umsichtigem Handeln auf.

Ein Risiko stellen vor allem kleine Batteriezellen dar, die für Kleinkinder aufgrund ihrer Größe oft besondere Anziehungskraft haben und schnell in den Mund gesteckt werden.
Stromfluss verursacht innere Verletzungen
Verschluckt ein Kind eine solche Batterie, kann sie in der Speiseröhre stecken bleiben und zur Lebensgefahr werden. Die Batterie muss deshalb so schnell wie möglich endoskopisch entfernt werden. „In der Speiseröhre wird durch den Kontakt der Pole mit der feuchten Schleimhaut ein Stromfluss aktiviert, der die Schleimhaut schädigt. Dies kann innerhalb weniger Stunden zu schweren inneren Verletzungen führen und sogar lebensbedrohlich werden. Die Symptome sind oft unspezifisch, deshalb sind schnelles Handeln und das Absetzen eines Notrufs schon allein bei Verdacht auf Verschlucken enorm wichtig“, erklärt der Mediziner Benedikt Hofauer, Direktor der Innsbrucker Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde. Mögliche Symptome können Schluckstörungen, Husten, starker Speichelfluss oder blutiger Speichel sowie Fieber, Erbrechen und Bauchschmerzen sein.
Behandlung: Batterie muss immer entfernt werden
Oft sind die Batterien bei Behandlungsbeginn bereits im Magen und müssen chirurgisch entnommen werden. „Im Magen verhält sich die Batterie anders, es fließt kein Strom mehr zwischen den Polen. Dennoch kann sie durch den Kontakt mit der Magensäure undicht werden und chemische Substanzen freisetzen. Gewebeschädigungen, Perforationen und bei schweren Fällen Verletzungen benachbarter Organe können die Folge sein. Deshalb wird eine verschluckte Knopfbatterie bei uns immer entfernt, unabhängig davon, ob sie in der Speiseröhre, im Magen oder weiter im Verdauungstrakt liegt“, erläutert der Mediziner Stefan Schneeberger, Direktor der Innsbrucker Universitätsklinik für Chirurgie.
Prävention: Was Eltern und Betreuungspersonen tun können
Der beste Schutz vor solchen Unfällen beginnt mit dem vorausschauenden Handeln bei der Betreuung von Kleinkindern. Batteriefächer von elektronisch betriebenen Spielsachen und Alltagsgegenständen, wie beispielsweise Kinder-Soundbüchern, LED-Lichtern und Fernbedienungen können mit einfachen Maßnahmen wie Verschrauben oder Abkleben zusätzlich gesichert werden. Wichtig ist auch die schnelle und kindersichere Entsorgung von leeren Batterien – denn auch diese können im Falle des Verschluckens noch Strom produzieren.
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