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Muss die Union Matrei 223.000 Euro Pacht zahlen?

Die Nutzung der Räume im Tauernstadion wäre eigentlich kostenpflichtig. Kassiert wurde bisher aber nicht.

Die Tagesordnung für die Sitzung des Matreier Gemeinderats am 6. Oktober versprach einige Brisanz und löste dieses Versprechen auch ein. Die finanziell prekäre Lage der Tauerngemeinde hat sich in letzter Zeit zwar leicht entspannt, doch nach wie vor muss jeder Euro zweimal umgedreht werden und jedes Geldgeschenk wird auch von der Aufsichtsbehörde hinterfragt. 

Das hat Auswirkungen auf den erfolgreichsten Sportverein Osttirols, die Sportunion Matrei mit sechs Sektionen, darunter die aktuell fulminant aufspielenden Kicker und die Meister-Ranggler. Die Union ist Pächterin im Gebäude des Tauernstadions, zahlt laut Bürgermeister Raimund Steiner Pacht aber derzeit nur für das Café, nicht für die Vereinsräume, obwohl das eigentlich verpflichtend wäre. 

Unter dem spendablen Altbürgermeister Andreas Köll wurde die Pacht einfach nie eingefordert, Köll gab sich großzügig und nannte das „Förderung“. Allerdings gab es nie ein Förderansuchen an die Gemeinde über die Pachtsumme und so auch keine Förderzusage. Das führte im Zuge der Suche nach Liquidität zur Erkenntnis, dass man sich seit 2007 satte 700.000 Euro Pacht entgehen ließ. 

Bei der Gemeinderatssitzung erklärte Steiner, dass rund eine halbe Million Euro an entgangenen Pachtbeträgen bereits verjährt seien. Für die Jahre 2023, 2024 und 2025 stellte die Gemeinde allerdings eine Nachforderung an die Union. 223.000 Euro Pachtzins wurden vorgeschrieben, ein Batzen Geld, den die Union nicht stemmen kann. Sie suchte um Stundung an und erhielt Aufschub bis 2027. 

Im Gespräch mit Dolomitenstadt signalisiert der Bürgermeister den Willen zu einer für alle Beteiligten akzeptablen Lösung. „Das ist ein sehr großer Brocken, den müssen wir auf einen Nenner bringen“, sagt Steiner und betont, dass die Union auch viel in das Objekt investiert habe. Hier könnte eine Gegenrechnung aufgemacht werden, die am Ende zu einer für die Union leistbaren Rückzahlung führt. 

Gerhard Pirkner

Gerhard Pirkner ist Herausgeber und Chefredakteur von „Dolomitenstadt“. Der promovierte Politologe arbeitete als Kommunikationsberater in Salzburg, Wien und München, bevor er nach Lienz zurückkehrte und 2010 „Dolomitenstadt“ ins Leben rief. 2025 erhielt Pirkner für seine journalistische Arbeit den Walther-Rode-Preis. Mehr von Gerhard Pirkner

6 Postings

Edi1913
vor 4 Stunden

Ist in diesen 223.000 das Spielfeld und die Tribüne auch schon dabei bzw. wer betreut das alles? Ein Fußballplatz ist ja keine einfache Liegewiese und in einem heißen trockenenen Sommer müssen da viele Hektoliter Wasser verspritzt werden (was in Matrei bekanntlich auch nicht ganz billig ist).

 
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nasouwos
vor 7 Stunden

Na Servas ! ! 700000€ ! Viele Matreier Bürger werden zum Narren gehalten. Generationen „dürfen" den Gürtel wahrscheinlich über jahrzehnte, wegen eines Dorfkaisers samt Gefolge, enger schnallen müssem. Haftungen Fehlanzeige, ein Ende der finanziellen Ungereimtheiten ist nicht in Sicht. Und ganz nebenbei verdienen sich in der Tauernkomune "Hobbyfußballmanager", Trainer und Spieler im fußballerischen Niemandsland fünfstellige Beträge. Na Servas!

 
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    vitl
    vor 3 Stunden

    Die Sektion Fußball war schon seit jeher auf Gutwillen und Verzichtsbereitschaft der übrigen Sektionen angewiesen.

    Das Ungleichgewicht bei der Verteilung solcher köllschen "Förderungen" zwischen unseren mäßig begabten Gagenkaisern beim Fußball und sich ehrenamtlich aufopfernden Funktionären und Sportlern bei Ski, Tennis, Laufen etc. war und ist beschämend.

    Aber auch dieses Kartenhaus wird jetzt eher früher wie später in sich zusammenbrechen.

     
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      Edi1913
      vor einer Stunde

      keine Ahnung, was die bekommen oder welchen Umsatz die Sektion macht. Möglicherweise in dieser Liga die meisten über PRAEs, die begrenzt sind. Das mit den kleineren Amateursektionen ist übrigens nicht nur in Matrei so.

       
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Hans Mayer
vor 7 Stunden

Und mit dem Pachtgeld könnte man dann auch einmal etwas für die Matreier Jugend auf die Füße stellen! Der Basketballplatz wurde ersatzlos für den Hubschrauberlandeplatz entsorgt. Wieso wurde da eigentlich kein Ersatzplatz mit der Hubschrauberfirma vereinbart? Der kleine Skatepark beim Fußballplatz wurde ebenfalls entsorgt. Das ehemalige Schwimmbad, im Sommer der feinste Treffpunkt für Kinder, Jugendliche und Familien ist zum Schandfleck geworden! Lieber Bürgermeister und Gemeinderäte, gebt euch einen Ruck und investiert in unsere Jugend!

 
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    dar00kie
    vor 5 Stunden

    Hans, bin voll deiner Meinung! Weiters gehört noch die nicht mehr existente Bürcherei, der aus allen Nähten platzende Kindergarten und die desolate Mittelschule erwähnt. Echt ein Trauerspiel für die heranwachsende Generation.

     
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