„Nach eingehender Prüfung des Windparkprojekts Schlaiten sowie der dafür erforderlichen Infrastruktur wurde entschieden, das Projekt nicht weiterzuverfolgen.“ So steht es auf der Projektwebsite für einen im Bereich des Göriacher Waldes in der Gemeinde Schlaiten von der Firma ImWind geplanten Windpark mit acht Windkraftanlagen und einer Gesamtleistung von 48 MW.

Auf der Gemeindewebsite teilt Bürgermeister Ludwig Pedarnig diese Entscheidung mit spürbarem Bedauern den Gemeindebürger:innen mit und erwähnt eine Petition von 220 Gemeindebürgern und -bürgerinnen, die sich gegen den geplanten Park positioniert. Mit Stichtag 1. Oktober 2026 hat Schlaiten 381 Wahlberechtigte. „Somit handelt es sich um 57 Prozent, die das Projekt ablehnen und die Petition unterschrieben haben“, rechnet der Bürgermeister vor.

Aus demokratischer Sicht sei es selbstverständlich, die Meinung einer Mehrheit anzuerkennen. Aber Pedarnig sieht auch politische Hintergrundmusik: „Das Thema Windkraft hat die AfD in Deutschland und die FPÖ in Österreich für sich entdeckt und politisch extrem aufgeheizt. Diese Lautstärke und die Härte in der Sprache ist auch bei uns im öffentlichen Raum angekommen. Es ist kaum mehr möglich, eine Diskussion über Windkraft sachlich und emotionsfrei zu führen.“
„Es ist kaum mehr möglich, eine Diskussion über Windkraft sachlich und emotionsfrei zu führen.“
Ludwig Pedarnig, Bürgermeister von Schlaiten
Von dieser Entscheidung sei auch jeder einzelne Gemeindebürger finanziell betroffen, unterstreicht der Bürgermeister: „Der Mehrwert für die gesamte Gemeinde mit Pachteinnahmen und Infrastrukturabgaben in Höhe von mindestens € 430.000,00 jährlich ist damit Geschichte.“
Zumindest zwei Drittel dieser Einnahmen hätten laut Pedarnig den unmittelbaren Haushalt der Gemeinde betroffen, „notwendige Anschaffungen und Investitionen, die jedem einzelnen Bürger zugute kommen.“
Ein weiterer Mehrwert hätte sich mit einem stabilen Stromtarif über eine Bürger-Energiegemeinschaft für die nächsten 20 Jahre ergeben. Pedarnig: „Unmittelbar spürbar für jeden Haushalt wäre ein Zuschuss zu den Stromkosten in Höhe von ca. dreihundert Euro - so wie in vergleichbaren Gemeinden. Weiters wäre auch eine Bürgerbeteiligung in Form eines Nachrangdarlehens (höherer Zinssatz) möglich gewesen.“
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