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HTL-Schulsprecherkandidat warb mit Hitler-Rede

Auf TikTok wurde ein Video mit einer Rede aus dem Jahr 1933 unterlegt. Zwei Suspendierungen an der HTL Lienz.

Wie die Tiroler Tageszeitung am Montag in ihrer Online-Ausgabe berichtet, ermitteln die Behörden derzeit gegen einen Schüler der HTL Lienz. Für seine Wahl zum Schulsprecher veröffentlichte der Jugendliche auf TikTok ein Video mit dem offiziellen Schullogo, das mit der Audioaufnahme einer Rede unterlegt ist, die Adolf Hitler im November 1933 vor Siemens-Arbeitern in Berlin hielt. Darin werden Jüdinnen und Juden diffamiert, indem sie als „kleine, wurzellose, internationale Clique“ bezeichnet werden. Ein anderer Beitrag, stilistisch deutlich angelehnt an das Plakatdesign der FPÖ, ist mit dem Lied „Immer vorwärts FPÖ“ der John Otti Band verknüpft.

Zwei Suspendierungen

Mittlerweile beschäftigen sich die Behörden, konkret die Polizei und die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN), mit dem Vorfall. Auch die Bildungsdirektion Tirol erklärte gegenüber der TT in einer Stellungnahme, dass erste Konsequenzen gezogen worden seien: Zwei Schüler seien suspendiert worden, nämlich der Kandidat sowie ein weiterer Jugendlicher, der offenbar beim Erstellen des Videos geholfen hat.

Direktor Alexander Kröll wollte den Vorfall auf TT-Anfrage nicht kommentieren, er vertraue auf die zuständigen Stellen. Kröll gab jedoch an, dass die Schule als Reaktion darauf selbst einen TikTok-Kanal erstellt habe, um darüber informiert zu sein, welche Inhalte Schüler:innen veröffentlichen.

Neos schockiert

Neos-Landessprecherin Birgit Obermüller verurteilte den Vorfall in einer Aussendung am Montagnachmittag scharf: „Es ist erschreckend, in welche Richtung sich einige Teile der Gesellschaft entwickeln. Wenn junge Menschen ohne schlechtes Gewissen Social-Media Videos mit Hitler-Reden unterlegen, um Werbung für ein schulpolitisches Amt zu machen, dann ist das eine brandgefährliche Entwicklung.“ Für sie stehe außer Frage, dass die Vorkommnisse juristisch aufgearbeitet werden müssen.

Ein Posting

r.ingruber
vor 23 Minuten

Eine juristische Aufarbeitung sollte sich auch mit "brandgefährlichen Entwicklungen" befassen, welche diesen Unfug gerade salonfähig machen.

 
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