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Zeitenwende beim Lienzer Cityring

Jüngere Gesichter prägen nun die Kaufleutegemeinschaft. Doch Bewährtes will man beibehalten. 

Hört man in Lienz „Cityring“, denkt man an zwei Dinge: Weihnachtsmarken und Cityring-Gutscheine. Beides wird den Generationenwechsel nach dem Rückzug von Robert Geiger und Franz Robitsch aus der Lienzer Kaufleutegemeinschaft überleben. Und das nicht von ungefähr. 

1,5 Millionen Euro setzt man allein mit den Gutscheinen um, vor allem deshalb, weil Großbetriebe – allen voran Liebherr und Theurl Holz – dieses Zahlungsmittel gerne als Weihnachtsgeschenk an die Mitarbeitenden ausgeben. 

Die Weihnachtsmarken und das damit verbundene Verlosungsritual gehören fast schon wie der Christbaum zum Fest und sind zudem eine Einnahmequelle für den Verein, weil die Betriebe die Marken nicht einfach geschenkt bekommen, sondern kaufen und dann an ihre Kunden weitergeben. So kommen rund 130.000 Euro in die Kasse des Vereins, der damit vor allem die Druckkosten für 150.000 Gutscheine und 1,3 Millionen Wertmarken abdeckt. 

Die sonstigen Werbeausgaben des Cityrings halten sich in Grenzen, dafür sorgt eine Kooperation mit dem Lienzer Stadtmarketing, dessen Leiterin Jasmina Steiner bei der Präsentation des neuen Vorstands im Geigenseer-Laden am Hauptplatz anwesend war.

Die neuen Gesichter im Cityring-Vorstand. Vordere Reihe (von links): Olivia Tschapeller, Christine Wallensteiner, Rebecca Schett, Obmann Rupert Becker, Barbara Gander. Hinten: Jakob Rossbacher, Norman Stolz, Laura Schupfer, Luis Robitsch. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

Cityring-Urgestein Geiger hat sich ebenso wie Franz Robitsch nach fast fünf Jahrzehnten aus dem Verein verabschiedet, steht aber, so versichert der neue Obmann Rupert Becker, im Hintergrund beratend zur Verfügung. Becker ist selbst kein Händler sondern Architekt und Vermieter, geht das Amt aber mit Elan und einer vorwiegend weiblichen Vorstandsriege der nächsten Generation an. 

Das bringt mit sich, dass neben Bewährtem auch manche neue Idee diskutiert wird. Digitaler will man werden, um auch jungen Leuten Gutscheine schmackhaft zu machen, die dann im Handy-Wallet abgespeichert werden. Außerdem will man – was sonst – auf Social Media-Kanälen breiter auftreten. 

Nachgedacht wird auch über eine neue Strategie für das Weihnachtsgewinnspiel. Autohändler Johannes Robitsch erklärte vor Medienvertretern, er sehe nicht zwingend ein Auto als Hauptpreis. Stattdessen könnte es mehr kleinere Preise und damit höhere Gewinnchancen pro Los geben. Heuer wird aber alles beim Alten bleiben - mit einer Ausnahme: Am 19. November kommt eine „Winter-Shoppingnight“, analog zum Moonlight-Shopping im Sommer. 

Gerhard Pirkner

Gerhard Pirkner ist Herausgeber und Chefredakteur von „Dolomitenstadt“. Der promovierte Politologe arbeitete als Kommunikationsberater in Salzburg, Wien und München, bevor er nach Lienz zurückkehrte und 2010 „Dolomitenstadt“ ins Leben rief. 2025 erhielt Pirkner für seine journalistische Arbeit den Walther-Rode-Preis. Mehr von Gerhard Pirkner

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