Ihr Dolo Plus Vorteil:
Diesen Artikel jetzt anhören

Alarmierende Entwicklung bei E-Scooter-Unfällen

Heuer schon fünf Todesopfer. 2019 gab es 1.200 spitalsbehandelte Verletzte, 2025 stieg diese Zahl auf 10.200.

Nach dem Tod eines 14-Jährigen in Wien sind in diesem Jahr in Österreich bereits mindestens fünf Menschen nach E-Scooter-Unfällen ums Leben gekommen - und damit fast so viele wie im gesamten Vorjahr. 2025 wurden insgesamt sechs Menschen getötet und mehr als 10.000 Personen bei E-Scooter-Unfällen verletzt, teilte das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) am Mittwoch mit. Verkehrsbeobachtungen und Befragungen durch das KFV zeigen noch Aufklärungsbedarf.

Seit Beginn des E-Scooter-Booms im Jahr 2019 hat sich die Zahl der spitalsbehandelten Verletzten nach E-Scooter-Unfällen von 1.200 auf 10.200 Verletzte im Jahr 2025 fast verneunfacht, wie Erhebungen des KFV zeigen. Die Organisation fordert daher unter anderem eine Senkung der Bauartgeschwindigkeit von 25 auf 20 Kilometer pro Stunde.

Zudem sollte das Mindestalter für das Fahren mit E-Scootern in Österreich von derzeit neun Jahren (mit Radfahrausweis) beziehungsweise zwölf Jahren (ohne Radfahrausweis) auf ein international übliches Niveau angehoben werden, nennt Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV, einen weiteren Wunsch.

Darüber hinaus sollten - geht es nach dem KFV - zwei voneinander unabhängige Bremsen verpflichtend vorgeschrieben werden. Anders als für Fahrräder und E-Bikes ist für E-Scooter derzeit gesetzlich nur eine wirksame Bremsvorrichtung vorgeschrieben. Weiters fordert die Organisation eine bessere Aufklärung der Bevölkerung über die geltenden Regelungen.

Damit das Unfallgeschehen reduziert werden könne, benötige Österreich auch eine qualitativ und quantitativ verbesserte Radinfrastruktur, zum Beispiel in Form von ausreichend breiten Radwegen, hieß es in der Aussendung weiter. Wichtig sei es, dass E-Scooter-Fahrende ihre Geschwindigkeit immer an die jeweilige Verkehrssituation anpassen - etwa bei der Annäherung an Kreuzungen oder in Fußgängerzonen.

Wissenslücken und Aufklärungsbedarf

Wie groß der Aufklärungsbedarf ist, zeigen von Juni bis Anfang September 2026 in Österreich durchgeführte KFV-Beobachtungen im Straßenverkehr sowie eine im Juni und Juli 2026 durchgeführte repräsentative Befragung von E-Scooter-Fahrenden.

49 Prozent der E-Scooter sind demnach nicht gesetzeskonform ausgestattet. 33 Prozent der E-Scooter haben keine Blinker. Viele Blinker sind nach KFV-Informationen zudem nicht gesetzeskonform. Die Blinker müssen am Lenkerende montiert sein und nach vorne und hinten blinken können. 23 Prozent der E-Scooter sind nicht gesetzeskonform mit allen vorgeschriebenen Reflektoren ausgestattet - nämlich nach vorne weiß, zur Seite gelb und nach hinten rot. Und elf Prozent der E-Scooter haben nicht wie vorgeschrieben eine Glocke oder Hupe.

70 Prozent der beobachteten unter 16-Jährigen (Alter geschätzt) sind laut KFV verbotenerweise ohne Helm mit dem E-Scooter gefahren. Unabhängig vom Alter tragen 83 Prozent keinen Helm, wobei es hier eine Kluft zwischen Leih-E-Scootern (96 Prozent kein Helm) und privaten E-Scootern (78 Prozent) gibt. Zwölf Prozent hätten verbotenerweise Rucksäcke oder Taschen auf dem Lenker oder Güter auf dem Trittbrett transportiert. Und acht Prozent seien verbotenerweise zu zweit (oder vereinzelt sogar zu dritt) mit dem E-Scooter gefahren.

4 Postings

senf
vor 2 Stunden

Steuerzahler, mich wunderts auch nicht, die Fehler in der Mobilität machen nicht die Geräte, sondern die Menschen. Was mich stört, ist dieser unbändige Stolz vieler Eltern, den Kindern solche Geräte zu kaufen. Ein vierjähriges Kind, ausgestattet mit einem Elektrocross, Rennanzug und Helm reichte aus der Sicht der Eltern aus, um den verwöhnten Fratz auf der Landesstraße fahren zu lassen. Man sollte den Eltern den Führeschein entziehen. Wo bleibt eigentlich die Zivilcourage anderer Verkehrsteilnehmer um den Sachverhalt zur Anzeige zu bringen? Leider schleicht sich auch hier jeder davon!

 
0
0
Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
drauweg
vor 2 Stunden

Zu zweit fahren oder wie ich schon oft beobachtet habe Lenker in die Höhe reissen und nur am Hinterrad fahren ist für manche Jugendliche auch so cool .

 
0
0
Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
steuerzahler
vor 5 Stunden

Es wundert mich nicht und es liegt nicht an den Blinkern oder Reflektoren. Diese Elektroroller sind brandgefährliche Fahrzeuge. Die Bremsen sind völlig unzureichend, höchstens für 10 km/h geeignet. Die Schwerpunktlage ist ein Witz, die viel zu kleinen Räder kippelig und fallen in jedes kleine Loch. Im Vergleich dazu ist jedes Fahrrad in seiner Ausstattung deutlich überlegen. Dazu kommen die Fahrer, die offensichtlich an die Wiedergeburt glauben. Nicht nur einmal habe ich beobachtet, wie sie mit vollem Karracho vom Gehsteig kommend über die Kreuzung brettern. Verkehrsregeln gelten offensichtlich nur für die anderen. Und dann noch die Tuning-freaks, 25 ist nur eine Empfehlung, die Dinger laufen weit über 50. Ich habe auch schon einige Mütter gesehen, die ihre Sprößlinge damit in den Kindergarten oder Schule bringen. Verkehrserziehung startet ja möglichst frühzeitig. Mit steigender Anzahl der E Roller und zunehmender Ignoranz der Fahrer steigen auch die Unfallzahlen.

 
1
13
Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
Koal
vor 6 Stunden

Ja leider - diese Verkehrsteilnehmer laufen "komplett aus dem Ruder !"

 
1
16
Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren