Ihr Dolo Plus Vorteil:
Diesen Artikel jetzt anhören

Klimawandel verändert gesamtes Stromsystem

Kühlbedarf steigt enorm. Saisonalität der heimischen Wasserkraft verschiebt sich in Richtung Winter.

Eine neue Studie des Austrian Institute of Technology (AIT) und der BOKU zeigt, wie sich der Klimawandel auf die Stromnachfrage und erneuerbare Erzeugung in Europa auswirkt. Die Berechnungen wurden für zwei verschiedene Szenarien durchgeführt, einmal wurde ein mittlerer Klimawandel (entspricht RCP 4.5) und einmal ein starker Klimawandel (RCP 8.5) angenommen.

Kühlen statt heizen

Für die künftige Stromnachfrage legen die Daten nahe, dass der Kühlbedarf bis Mitte des Jahrhunderts deutlich steigt. Im Szenario des mittleren Klimawandels wird europaweit eine Zunahme von 80 Prozent, im Falle des starken Klimawandels ein europaweites Plus von 149 Prozent prognostiziert. Bis Ende des Jahrhunderts soll der Kühlbedarf gar um 129 bzw. um 317 Prozent wachsen.

Deutlich geringer fällt das Wachstum des Kühlbedarfs in Österreich aus, das bis zum Jahr 2064 mit 51 bzw. 69 Prozent und bis zum Ende des Jahrhunderts mit 62 bzw. 141 Prozent beziffert wird.

Der Heizbedarf sinkt demgegenüber europaweit um 19 bzw. 24 Prozent bis Mitte des Jahrhunderts und um 25 bzw. 40 Prozent bis Ende des Jahrhunderts. Hier liegen die österreichischen Werte mit 15 bis 20 Prozent bis 2064 bzw. mit 22 bis 35 Prozent bis zum Ende des Jahrhunderts nur geringfügig darunter.

Im angenommenen Szenario eines mittleren Klimawandels steigt der Kühlbedarf in Österreich bis 2064 um 51 Prozent, während der Heizbedarf um 15 Prozent abnimmt. Die modellierten Werte werden mit Daten aus der Periode 1981 bis 2010 verglichen. Grafik: AIT

Weniger Offshore-Wind, Saisonverschiebung bei Wasserkraft

Doch nicht nur der Strombedarf, sondern auch die Stromerzeugung ist in einem zunehmend elektrifizierten Energiesystem stark vom Wetter abhängig. Allerdings zeigt sich für Photovoltaik, Onshore-Wind und Laufwasserkraft kein europaweit einheitlicher Trend, da regionale Unterschiede und Schwankungen zwischen einzelnen Jahren entscheidend bleiben. Bei Offshore-Wind weist die Analyse auf eine sinkende Jahreserzeugung hin.

Im Bereich der Wasserkraft stellt die Studie fest, dass sich die Saisonalität verändert. Aufgrund von sich wandelnden Niederschlags- und Schneeschmelzemustern sowie der höheren Wahrscheinlichkeit längerer Trockenphasen verschiebt sich der Abfluss in Österreich tendenziell vom Sommer in Richtung Winter. In Frankreich und Spanien verschärft sich die niedrige Sommererzeugung indes weiter.

Keine Postings

Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren