Bereits Anfang Oktober berichtete Dolomitenstadt über die Abreise von Vincent und seinem Team nach Südkorea. Nun befindet sich die Österreichische Auswahl wieder auf heimischem Boden. Das Fazit: Es war eine erfolgreiche Robotik-Weltmeisterschaft. Mit dem 28. von 185 Plätzen verpasste die Auswahl aus Österreich nur knapp den Viertelfinaleinzug.
Das diesjährige Motto der „FIRST Global Challenge" lautete „Igniting Innovation". Inhaltlich stand der Wettbewerb im Zeichen der Vorbeugung und Bekämpfung von Waldbränden sowie des Wiederaufbaus. Die Roboter mussten dafür Bälle einsammeln, gezielt abwerfen und eine Stange hinaufklettern.

Weniger Vorbereitung als gedacht
Um sich auf die WM vorzubereiten, blieb den ausgewählten Schülern und Lehrlingen nur ein Monat Zeit. Das war nicht nur weniger als im Vorjahr, sondern auch deutlich weniger als vielen Konkurrenten. Auf Vincents To-Do-Liste stand neben der Programmierung des Roboters auch die Entwicklung der Spielstrategie. Für diese Aufgaben war er gemeinsam mit seinen Schulkollegen verantwortlich.
Das Team Austria bestand aus sieben Personen. Neben Vincent tüftelten auch Jason Puschnig, Simon Rechberger (alle HTL Villach), Luca Millonig und Vladyslav Miniv (beide Lehrlinge von Lam Research) am Roboter. Ihr Betreuerteam bestand aus dem HTL-Lehrer Stefan Mitterdorfer und der Lehrlingsausbildnerin Stefanie Astner.

Auch vor Ort lief zunächst nicht alles nach Plan. Bei den ersten Tests hatte der Roboter Schwierigkeiten, Bälle zuverlässig in einen Behälter zu schießen und die Stange hinaufzuklettern. Mit technischem Geschick und zahlreichen Verbesserungen gelang es dem Team aber, die größten Probleme rechtzeitig vor dem Wettbewerb zu beheben.
Von Rang elf auf Platz 28
Am Anfang lief es gut: Nach den ersten vier Matches am Donnerstag lag Österreich auf Platz elf. Auch am Freitag gab es noch Siege, in der Gesamtwertung fiel das Team jedoch auf Rang 28 zurück. Das hatte auch mit dem besonderen Modus zu tun: Die Länder traten in wechselnden Allianzen gegeneinander an, wobei die gemeinsam erzielten Punkte aller beteiligten Roboter in die Wertung einflossen. Ein Sieg allein reichte also nicht für einen Platz ganz vorne.
In diesem Modus war die Abstimmung mit den jeweiligen Allianzpartnern besonders wichtig. Vincent hat den österreichischen Roboter während der Matches selbst gesteuert und gleichzeitig mit den anderen Teams geredet. „Direkt vor dem Spiel bleiben nur wenige Minuten, aber wir reden davor natürlich schon miteinander. Zu dritt in der Allianz diskutieren wir, welche Strategie die beste ist“, erzählt der 18-Jährige.
Dass der Teamgeist wichtig war, zeigte sich auch abseits der eigentlichen Wettkämpfe. Das Team aus Österreich hat anderen Teams aus ihrer Allianz zum Teil spontan geholfen und Klettermechanismen gebaut, damit auch deren Roboter die sechs Meter hohe Stange schaffen.

Zweitbestes Ergebnis in Österreichs Geschichte
Auch wenn die Play-offs knapp verpasst wurden: Platz 28 ist das zweitbeste Ergebnis, das ein österreichisches Team bei diesem Wettbewerb je erreicht hat. „Natürlich waren wir kurz enttäuscht, so nah dran gewesen zu sein“, erklärt Vincent, „aber die Freude über das gemeinsame Erreichte hat deutlich überwogen. Wir hatten mehr Siege als Niederlagen.“
Neue Freundschaften aus aller Welt
Bleiben werden aber nicht nur die technischen Herausforderungen und Wettkämpfe, sondern vor allem die persönlichen Erinnerungen. Besonders beeindruckt hat Vincent die Eröffnungszeremonie, bei der alle Teams aus der ganzen Welt gemeinsam einliefen.
In der freien Zeit haben die Jugendlichen viele Leute aus anderen Ländern kennengelernt und neue Freundschaften geschlossen. Die gemeinsame Begeisterung für Technik hat dabei über Sprach- und Ländergrenzen hinweg verbunden. Ein ganz besonderes Erlebnis war das Treffen mit Dean Kamen. Dean Kamen ist nicht nur Gründer der „FIRST Global Challenge“, sondern hat auch das Segway erfunden.

Für Vincent war es etwas Besonderes, Osttirol und Österreich in Südkorea zu vertreten. Die Woche dort – mit viel Technik, spannenden Matches, sportlichen Erfolgen und neuen Bekanntschaften – wird ihm sicher noch lange in Erinnerung bleiben.
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