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Wien hat als Millionenstadt mit Abstand die meisten Bewohner:innen ausländischer Herkunft. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

Wien hat als Millionenstadt mit Abstand die meisten Bewohner:innen ausländischer Herkunft. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

Zuzug nach Österreich konzentriert sich auf Städte

Der Anteil von Menschen mit Geburtsort im Ausland hat sich im vergangenen Jahrzehnt um 4,6 Prozent erhöht.

Der Anteil von Menschen in Österreich mit Geburtsort im Ausland hat sich im vergangenen Jahrzehnt u.a. durch die Gewalt in Syrien und die Aggression Russlands gegen die Ukraine um 4,6 Prozent erhöht. Zu Jahresbeginn lebten 2,1 Millionen Menschen aus dieser Gruppe hierzulande, was einem Anteil von knapp 23 Prozent an der Gesamtbevölkerung entspricht. Zahlen des Integrationsfonds zeigen, dass es sich hier zu einem guten Teil um ein städtisches Phänomen handelt.

Wenn man die Erhebung des ÖIF studiert, zeigt sich als weiteres Faktum, dass ein gar nicht so kleiner Teil der Zugewanderten nicht aus klassischen Flüchtlingsherkunftsländern stammt, sondern aus europäischen Staaten, entweder aus EU-Ländern oder assoziierten wie Norwegen, der Schweiz oder Island. Die Mehrheit von 56 Prozent kommt aus so genannten Drittstaaten, wozu Serbien und die Türkei ebenso gehören wie Syrien oder Afghanistan.

Deutlich überdurchschnittlich ist der Anteil jener Gruppe in Wien. In der Bundeshauptstadt stammen mehr als 65,1 Prozent aus den Drittstaaten. In etlichen anderen Bundesländern wie Burgenland, Steiermark, Kärnten und Tirol sind diese Bürger dagegen sogar in der Minderheit.

Städtischer Bereich Anziehungspunkt

Bundesweit zeigt sich, dass sich Personen mit ausländischem Geburtsort zu einem großen Teil im städtischen Bereich aufhalten. In sämtlichen Bundesländern ist der Bezirk mit dem größten Anteil an Personen mit dem entsprechenden Migrationshintergrund jener, in dem sich die Hauptstadt bzw. die größten Städte befinden.

An der Spitze steht hier Wien mit 41,3 Prozent, doch weisen etwa der Bezirk Wels-Stadt mit 36,9 Prozent und die Bezirke Salzburg-Stadt und Innsbruck-Stadt (jeweils 36,2) einen nicht viel niedrigeren Wert auf. Zum Vergleich: ein ländlicher Bezirk wie Zwettl in Niederösterreich hat gerade einmal einen Anteil von 3,8 Prozent, Freistadt in Oberösterreich einen von 5,4 Prozent.

Was die Bundesländer anlangt, hat Vorarlberg (23,7 Prozent) nach Wien den höchsten Anteil an Personen, die im Ausland geboren wurden. Dahinter folgen Salzburg (22,2) und Tirol (21,5). Am anderen Ende der Skala finden sich das Burgenland (13,9 Prozent), Niederösterreich (15,1) und Kärnten (15,6).

Große regionale Unterschiede

Durchaus unterschiedlich ist, wo sich die jeweiligen Bevölkerungsgruppen angesiedelt haben. Praktisch quer durch das Bundesgebiet in der Spitzengruppe sind Deutsche und Personen mit Wurzeln in Bosnien-Herzegowina und in der Türkei. Das sind auch bundesweit die drei stärksten Herkunftsländer. Doch gibt es auch regionale Phänomene, speziell in Grenzregionen. So sind Deutsche etwa in Salzburg und Tirol besonders stark vertreten.

Die Ungarn sind wiederum im Burgenland mit Abstand die größte Gruppe, während Syrer im kleinsten Bundesland nur auf Rang 13 rangieren, gerade einmal knapp vor Schweizern. Auch in Niederösterreich sind Syrer auf Rang zwölf trotz der Nähe zu Wien kaum ein Faktor. Hier sind Rumänen die stärkste Gruppe.

In Wien sind noch immer jene Personen am häufigsten anzutreffen, die aus den klassischen „Gastarbeiter“-Ländern stammen, nämlich Serben und Türken. Die Zahl der syrisch-stämmigen Personen hat sich jedoch im vergangenen Jahrzehnt verzehnfacht, womit diese Gruppe mittlerweile hinter den Deutschen schon Rang vier einnimmt.

Frauen aus Flüchtlingsländern bekommen mehr Kinder

Anzunehmen ist, dass sich die Zusammensetzung der Bevölkerung zumindest was die Abstammung angeht, noch einmal deutlich verändern wird. Dies hängt jetzt weniger mit Wanderungsbewegungen als mit der so genannten Fertilitätsrate zusammen. Im Jahr 2025 bekamen Frauen, die in Österreich geboren wurden, im Schnitt 1,19 Kinder (2015: 1,38). Frauen, die im Ausland geboren wurden, gebaren im Schnitt 1,57 Kinder (2015: 1,92). Dabei ragt aber eine Gruppe besonders heraus: Frauen mit Geburtsort in Afghanistan, Syrien oder dem Irak, brachten im Schnitt 3,37 Kinder auf die Welt.

In Wien bekam eine in Österreich geborene Frau statistisch nur ein Kind, eine mit Wurzeln aus (von der Statistik zusammengefasst) Afghanistan, Syrien und dem Irak im Vergleich dazu 3,63 Kinder. Wien ist aktuell jenes Bundesland, in dem einzelne Bezirke bereits eine Mehrheit von Bürgern mit ausländischem Geburtsort haben, nämlich Rudolfsheim-Fünfhaus und Brigittenau.

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