Zwischen ihnen liegen 28 Lebensjahre und eine ganze Tennisära: Lilli Tagger trifft am Dienstag, 27. Oktober, in der ersten Runde des WTA-250-Turniers im chinesischen Guangzhou auf Venus Williams. Für die als Nummer vier gesetzte Lienzerin ist es die erste Begegnung mit der 46-jährigen US-Amerikanerin, die über viele Jahre gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Serena das Damentennis prägte.

Die Amerikanerin ist ein Tennis-Mythos, aber sportlich geht Tagger mit der besseren Ausgangslage in dieses besondere Duell. Williams liegt derzeit auf Rang 599 der Weltrangliste und erhielt vom Veranstalter eine Wildcard, also eine Einladung ins Hauptfeld.
Bei ihren bisherigen zwölf Einzelauftritten auf der Tour in diesem Jahr kam die frühere Weltranglistenerste nicht über die erste Runde hinaus. Der große Name auf der anderen Seite des Netzes sollte deshalb nicht darüber hinwegtäuschen: Für die junge Lienzerin ist die Partie auch eine aussichtsreiche Gelegenheit, in China die nächste Runde zu erreichen.
Sieben große Titel und viermal olympisches Gold
Was Williams zur Tennislegende macht, zeigt ein Blick auf ihre Erfolgsbilanz: Fünfmal gewann sie Wimbledon, zweimal die US Open. Ihre sieben Grand-Slam-Titel im Einzel holte sie zwischen 2000 und 2008. Allein ihre ersten beiden Wimbledon-Siege liegen damit mehrere Jahre vor Taggers Geburt. Insgesamt stehen 49 Turniersiege im Einzel auf der WTA-Tour in ihrer Bilanz.
Auch bei Olympischen Spielen schrieb Williams Tennisgeschichte. In Sydney gewann sie 2000 sowohl das Einzel als auch gemeinsam mit Serena das Doppel. Zwei weitere Doppel-Goldmedaillen folgten 2008 in Peking und 2012 in London. Mit ihrer Schwester holte sie außerdem 14 Grand-Slam-Titel im Doppel – eine Erfolgsserie, die den Namen Williams weit über ihre Einzelleistungen hinaus zu einer festen Größe im Welttennis machte.
Eine prägende Stimme abseits des Platzes
Williams veränderte ihren Sport nicht nur durch Siege. Sie setzte sich auch maßgeblich dafür ein, dass Frauen in Wimbledon gleich viel Preisgeld erhalten wie Männer. Nach ihrem öffentlichen Engagement führte das Turnier 2007 die gleiche Bezahlung ein. Williams gewann in diesem Jahr den Titel und wurde damit selbst zur ersten Wimbledon-Siegerin, die denselben Siegerscheck erhielt wie der Champion im Herrenbewerb.
In Guangzhou treffen nun eine Spielerin am Beginn ihrer Laufbahn und eine der erfolgreichsten Frauen der Tennisgeschichte aufeinander. Tagger bekommt die Gelegenheit, sich erstmals mit Williams zu messen – und muss dabei sportlichen Respekt und eigene Ambitionen unter einen Hut bringen. Angesetzt ist die Begegnung am Dienstag als vierte Partie nach dem um 4.00 Uhr MEZ beginnenden Spielprogramm. Die tatsächliche Beginnzeit hängt von der Dauer der vorangehenden Matches ab
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