Ihr Dolo Plus Vorteil:
Diesen Artikel jetzt anhören

Wie verbringt unsere Tierwelt den Winter?

Ob Winterschlaf, Winterruhe oder Winterstarre – heimische Tierarten haben spezielle Strategien für kalte Tage.

Im Herbst bereiten sich zahlreiche Tiere bereits auf den Winter vor. Einige legen Fettreserven an, andere sammeln Futter, manche bauen sich gut isolierte Nester und Tiere wie der Schneehase oder das Reh profitieren von einem dichteren und längeren Winterfell. Zu den Strategien, mit denen Tiere die kalte Jahreszeit überstehen, zählen Winterschlaf, Winterruhe und Winterstarre.

Die Überwinterungsarten im Überblick

Igel und Fledermäuse halten Winterschlaf – doch was ist das eigentlich? Beim Winterschlaf wird der Stoffwechsel auf ein Minimum reduziert. Die Körpertemperatur sinkt, Herzschlag und Atmung verlangsamen sich stark. Doch die Tiere schlafen nicht den ganzen Winter durch, sie erwachen manchmal, etwa um ihre Position zu verändern. Tiere, die Winterschlaf halten, überleben den Winter, da sie von ihren Fettreserven zehren.

Bei der Winterruhe reduzieren sich die Stoffwechselfunktionen nicht so drastisch. Die Tiere erwachen häufiger. Manche nutzen die Wachphasen, um Nahrung aufzunehmen. Auch die Körpertemperatur sinkt nur wenig.

In Winterstarre fallen wechselwarme Tiere wie Frösche oder Eidechsen. Ihre Körpertemperatur sinkt mit der Umgebungstemperatur. Sie bewegen sich nicht mehr und nehmen keine Nahrung auf. Erst wenn es wieder wärmer wird, werden sie aktiv.

Winterschlaf der Haselmaus

Da die Haselmaus Winterschlaf hält, muss sie sich im Herbst ordentlich Fettreserven anfressen. Ihre Energie bekommt sie von Haselnüssen und den Früchten des Faulbaums. Ihr Winterschlaf dauert von September/Oktober bis März/April. In dieser Zeit zieht sie sich am liebsten in ein kugelrundes Nest an kühlen Plätzen am Boden zurück. Bei Außentemperaturen zwischen drei und fünf Grad ist es dann so weit: Die Mäuse schlafen ein und reduzieren ihre Körpertemperatur auf ungemütliche vier Grad.

Die Haselmaus gilt als typischer Winterschläfer. Foto: Stefan Resch/Apodemus OG

Das Eichhörnchen schläft nicht den ganzen Winter

Im Herbst wird das Eichhörnchen besonders aktiv. Es legt zahlreiche Nahrungsdepots für den bevorstehenden Winter im Boden, in Baumhöhlen oder in Astgabeln an. Im Winter reduziert das Tier seine Aktivitäten und hält in seinem Nest, dem sogenannten Kobel, Winterruhe. Während seiner Winterruhe werden die Stoffwechselaktivitäten nicht ganz so stark heruntergefahren wie bei „echten“ Winterschläfern. Auch im Winter werden Eichhörnchen regelmäßig aktiv, um Nahrung zu suchen und ihre Vorräte zu nutzen. Die bereits im Herbst angelegten Futterdepots findet das Tier anhand seines ausgeprägten Geruchssinns wieder. Die vergessenen Nüsse und Samen können im Frühjahr keimen – somit hilft das Eichhörnchen bei der Verbreitung von Bäumen mit.

Das Eichhörnchen nutzt zahlreiche Verstecke, um sein Futter für den Winter zu sammeln. Foto: Hans Glader

Amphibien im „Energiesparmodus“

Nach der Paarungszeit im Sommer verschwinden Amphibien im Herbst in Winterquartiere. Mit sinkenden Temperaturen werden auch die Tiere zunehmend träge. Ihre Körpertemperatur hängt nämlich von der Umgebungstemperatur ab. Ihre Körpertemperatur sinkt und ihr Stoffwechsel wird stark verlangsamt. Bis zu einer artspezifischen Temperaturschwelle (meist fünf bis acht Grad) befinden sich Amphibien quasi im „Energiesparmodus“: der Energieverbrauch wird drastisch reduziert und ihre Energiereserven werden langsamer verbraucht.

Fällt die Temperatur unter die Schwelle, fallen die Tiere in eine Winterstarre. Moorfrösche bilden bei extremer Kälte sogar ein körpereigenes „Frostschutzmittel“ aus Glukose. Der Wassergehalt im Körper wird reduziert und die Glukose umschließt die Zellen, um sie vor Frost zu schützen. Als Winterquartiere dienen möglichst frostfreie Verstecke an Land – etwa Felsspalten, Erdlöcher, Laub- und Asthaufen sowie liegendes Totholz. Einige Arten überwintern auch im Wasser, beispielsweise im Schlamm am Gewässergrund.

Der Moorfrosch schützt sich mit seinem eigens produzierten „Frostschutzmittel". Foto: Hans Glader

Bitte nicht stören!
„Tiere, die sich im Winterschlaf, in Winterruhe oder in Winterstarre befinden, sollten keinesfalls gestört werden, weil jedes zusätzliche Aufwachen wertvolle Energie kostet, die sie zum Überleben des Winters brauchen“, appelliert der Naturschutzbund. „Bei jedem unnatürlichem Wecken steigt ihr Energieverbrauch stark an und die Fettreserven werden knapp, sodass das Tier verhungern kann. Verlässt es bei Erwachen seinen geschützten Schlafplatz, ist es zudem verstärkt Kälte oder Fressfeinden ausgesetzt.“

Keine Postings

Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren