Seit Donnerstag läuft die Begutachtung für die neuen Strom-Netzentgelte, die ab Jänner 2027 gelten und von der E-Control Regulierungskommission festgelegt werden.
Leistungspreis wird relevant
Dabei kommt künftig ein neues System zum Tragen: Anders als bisher ist nicht nur die Menge des verbrauchten Stroms, also der Arbeitspreis, maßgeblich. Stattdessen soll auch die bezogene Leistung stufenweise zu einem relevanten Faktor werden, der sich auf der Abrechnung niederschlägt.
Langfristig ist eine Aufteilung von 50:50 zwischen Arbeits- und Leistungspreis vorgesehen. Dafür gibt es eine Übergangsfrist: Die jeweiligen Netzbetreiber entscheiden selbst, wann sie das System umstellen, spätestens ab 1. Juli 2028 gilt der Leistungspreis aber für alle.
Netze gleichmäßiger nutzen
Auf die Rechnung eines durchschnittlichen Haushaltskunden ohne leistungsstarke Anwendungen, wie z.B. Sauna, Wärmepumpe oder E-Auto, soll die Umstellung laut E-Control kaum Auswirkungen haben.
Doch auch bei leistungsstarken Anwendungen sollen durch Anpassungen im Verbrauchsverhalten, wie durch eine zeitliche Verschiebung, Netzkosten gedämpft werden können. Somit schafft das neue System Anreize, die Netze gleichmäßiger zu nutzen, für eine bessere Auslastung zu sorgen und Leistungsspitzen zu dämpfen.
Zwei Tarifsysteme
Von der Regulierungskommission wurden sowohl für das bestehende als auch für das neue System die vorläufigen Tarife veröffentlicht, wobei letztere erst dann gelten, wenn der jeweilige Netzbetreiber auf das neue System umstellt.
Altes System: Netzentgelterhöhung auch in Tirol
Im alten System bedeuten die zur Begutachtung stehenden Tarife für einen durchschnittlichen Haushaltskunden mit einem Jahresstromverbrauch von 3.500 kWh österreichweit eine Senkung von 3,6 Prozent bzw. von rund 15 Euro pro Jahr.
Allerdings betrifft diese Senkung nicht alle Netzbereiche: So rechnet die E-Control für Tirol mit einer geringfügigen Erhöhung von einem Prozent, für Kärnten mit einer deutlicheren Erhöhung von fast zehn Prozent.
Warum die Stromnetzentgelte unter anderem für Haushalte in Tirol teurer werden, während sie in vielen anderen Bundesländern günstiger werden, erklärt eine Sprecherin der E-Control wie folgt: „Die Netzentgelte sind immer eine Kombination aus Kosten und abgegebenen Mengen. Im Fall von Tirol sind die Kostensteigerungen vorrangig – wie in den meisten Netzbereichen – auf den gestiegenen Investitionsbedarf zurückzuführen. Die Strommengen sind jedoch nicht im gleichen Ausmaß gestiegen. Je mehr Strom auf die einzelnen Kunden aufgeteilt werden kann, desto geringer sind für den Einzelnen die Netztarife.“
Neues System: Senkung von 8,6 Prozent in Tirol
Anders sollen sich die Entgelte dagegen mit der neuen Systematik entwickeln: Bei dieser Variante rechnet die E-Control auch für Haushaltskund:innen in Tirol mit einer Senkung der Netzentgelte um 8,6 Prozent bzw. rund 34 Euro pro Jahr. Allerdings sei nicht absehbar, wann beispielsweise die Tinetz den Leistungspreis einführt.
Österreichweit bringt das neue System für einen durchschnittlichen Haushaltskunden mit einer Leistung von vier kW eine Senkung von 5,7 Prozent bzw. von rund 24 Euro pro Jahr. Damit könne laut E-Control festgehalten werden, „dass Kundinnen und Kunden mit einem niedrigeren Verbrauch - wie es vor allem in städtischen Wohnungen der Fall ist, vom neuen System profitieren werden.“
Ein Posting
Man hat nun jene welche alternativlos mit Strom heizen müssen bei diesem Vorhaben vergessen auszuschließen. Solche Haushalte dürfte es hier noch genug geben. Aber in bälde wird man bei uns eh wieder von leistbarem Wohnen sprechen. Warum wohl??
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