Pellets kosten laut AK Tirol rund ein Drittel mehr als vor einem Jahr. Die Arbeiterkammer fordert deshalb Transparenz bei der Preisgestaltung: Die Branche müsse offenlegen, wie sich die Endkundenpreise zusammensetzen und welche Gewinnmargen entlang der Lieferkette anfallen.
„Die Pellet-Industrie redet immer von gestiegenen Produktionskosten, nie von ihren Gewinnmargen, doch wie sehen diese aus?“, fragt AK-Präsident Erwin Zangerl. Bereits während der Energiekrise 2022 waren die Preise massiv gestiegen. Die neuerlichen Verteuerungen begründet die Branche mit höheren Rohstoff-, Energie- und Transportkosten sowie einer starken internationalen Nachfrage.

Für die AK erklären diese Verweise nicht ausreichend, weshalb gerade Tiroler Haushalte besonders hohe Preise bezahlen. Nach Angaben der Energieagentur Tirol werden im Land jährlich rund 234.000 Tonnen Pellets produziert, aber nur etwa 80.000 Tonnen verbraucht. Die Produktion ist damit fast dreimal so hoch wie der Bedarf.
Zwar haben sich Sägespäne als wichtiger Rohstoff der Pelletproduktion verteuert. Wie stark diese und andere Kostensteigerungen auf den Endpreis durchschlagen, bleibt aus Sicht der AK aber offen. Auch der Verweis auf die Nachfrage aus Italien und Süddeutschland beantwortet für sie nicht die Frage nach den Gewinnspannen. „Irgendjemand entlang der Lieferkette dürfte hier ordentlich zugreifen“, kritisiert Zangerl.
Wärmepumpe im Betrieb deutlich günstiger
Den Ausstieg aus fossilen Energieträgern unterstützt die Arbeiterkammer ausdrücklich. Heimische Produktion, regionale Wertschöpfung und eine geringere Abhängigkeit von fossilen Importen sprächen grundsätzlich für Pellets. Wer seine Ölheizung ersetzt, müsse aber auch mit planbaren und möglichst stabilen Heizkosten rechnen können. Diese Erwartung habe die Branche in den vergangenen Jahren nicht erfüllt.
„Die Pelletindustrie muss aufpassen, dass sie sich ihren eigenen Markt nicht kaputt macht.“
Erwin Zangerl
Ein aktueller Energieträgervergleich der AK Tirol zeigt zudem einen deutlichen Abstand zur Wärmepumpe: Bei einem jährlichen Wärmebedarf von 15.000 Kilowattstunden liegen die laufenden Kosten einer Pelletheizung bei rund 2.060 Euro, jene einer Wärmepumpe bei rund 1.200 Euro. Der Unterschied beträgt etwa 860 Euro jährlich. Eingerechnet sind neben der Energie auch durchschnittliche Wartungs- und weitere laufende Kosten, nicht jedoch die Anschaffung.
„Die Pelletindustrie muss aufpassen, dass sie sich ihren eigenen Markt nicht kaputt macht, wenn die Preise weiterhin so hoch bleiben“, warnt Zangerl.
Beratung vor dem Heizungstausch
Vor der Entscheidung für ein neues Heizsystem empfiehlt die AK eine unabhängige Energieberatung. Welche Lösung langfristig wirtschaftlich ist, hängt unter anderem vom Gebäude, den Anschaffungskosten, verfügbaren Förderungen und laufenden Betriebskosten ab. Auch mögliche Preisschwankungen sollten berücksichtigt werden.
Seit 2. November 2026 läuft laut Aussendung die Bundesförderung für den Kesseltausch wieder. Beim Ersatz einer fossilen Heizung sind für eine Holzheizung bis zu 6.000 Euro, für eine Wärmepumpe bis zu 5.000 Euro und für den Anschluss an Nah- oder Fernwärme bis zu 4.000 Euro vorgesehen. Je nach Vorhaben sind zusätzliche Förderboni möglich.
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