Ihr Dolo Plus Vorteil:
Diesen Artikel jetzt anhören

Equal Pay Day: Holzleitner fordert Lohntransparenz

Auf die Umsetzung der EU-Richtlinie konnte sich die Regierung bisher nicht einigen. WKÖ blockiert.

Am heutigen Equal Pay Day spricht sich Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) für gleichen Lohn bei gleichwertiger Arbeit und die Umsetzung der Lohntransparenz-Richtlinie der EU aus. Der Equal Pay Day gilt als jener Tag, ab dem Frauen für den Rest des Jahres - ganze 57 Tage - gratis arbeiten, wenn man ihr Gehalt mit jenem der Männer vergleicht.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Equal Pay Day um drei Tage nach hinten verschoben. Mit einer Einkommensdifferenz von 15,5 Prozent verdienen Männer in Österreich dennoch deutlich mehr als Frauen.

„Ungleichheit endlich konsequent bekämpfen“

Für Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner gilt finanzielle Unabhängigkeit als Selbstbestimmung. „Unser Ziel ist klar: gleiche Chancen, gleiche Anerkennung und gleiche Bezahlung für Frauen und Männer“, teilte sie mit. Sie empfindet es als beschämend, dass Frauen für gleichwertige Arbeit noch immer weniger verdienen als Männer. 

„Wir müssen diese Ungleichheit endlich konsequent bekämpfen und die Einkommensschere schließen“, sagt Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner. Foto: APA/Fohringer

Zentrales Element ist laut Aussendung die Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie, auf die sich die Regierung bisher nicht einigen konnte. „Wir müssen diese Ungleichheit endlich konsequent bekämpfen und die Einkommensschere schließen“, ist Holzleitner überzeugt.

Schon zuvor äußerten sich diverse Parteien und Organisationen zum Equal Pay Day. ÖVP, SPÖ und Grüne hatten sich für die EU-Lohntransparenz-Richtlinie ausgesprochen. Die FPÖ forderte mehr Wahlfreiheit und die NEOS den Ausbau der Kinderbetreuung.

ÖGB kritisiert Blockade der Richtlinie

„Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund dafür, dass die WKÖ (Wirtschaftskammer, Anm.) und manche Arbeitgeber die Umsetzung der Lohntransparenzrichtlinie nach wie vor unter dem Vorwand der Bürokratie blockieren“, so ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian. Die Blockade der Richtlinie sorge dafür, dass Frauen weiterhin benachteiligt werden. Langfristig sieht er auch negative Auswirkungen auf das Budget, da bei der Nicht-Umsetzung einer EU-Richtlinie ein Vertragsverletzungsverfahren mit Strafzahlungen die Folge sein könnte.

Die Unabhängige Gewerkschaftsfraktion im ÖGB (UG) schlug u. a. vor, die Karenz zwischen beiden Elternteilen zu 50 Prozent aufzuteilen, Kinderbetreuungszeiten bei der Pension anzurechnen und öffentliche Betreuungs- und Pflegeangebote auszubauen.

Keine Postings

Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren