Die „Kolpingfamilie Lienz“ wurde 1881 gegründet und zählt damit zu den ältesten Vereinen in Osttirol. Das erste Kolpinghaus in Lienz wurde 1883 erbaut. Fast hundert Jahre später - im Jahre 1982 - erfolgte der Abriss des Gebäudes und die Errichtung des Hauses in seiner heutigen Form.




Nach über 40 Jahren und intensiver Nutzung entstand Renovierungsbedarf, weshalb in den letzten zehn Jahren über eine Million Euro in die Erneuerung und Sanierung des Kolpinghauses investiert wurde. Nun sind die Arbeiten im Parterre abgeschlossen.
Das Ergebnis: ein großformatiges Motiv des Osttiroler Malers Sigi Schusteritsch auf der Außenfassade, ein einladend gestalteter Eingangsbereich, der zum Kolpingstüberl führt, zwei Seminarräume und ein rundum erneuerter Veranstaltungssaal. Letzterer beherbergt eine Vielzahl unterschiedlicher Events, ist technisch modern ausgestattet und bietet 240 Sitz- bzw. 450 Stehplätze.
Für die Gestaltung zeichnet die Lienzer Innenarchitektin Silvia Schneider verantwortlich, die Umsetzung führten überwiegend heimische Firmen aus. Die Gesamtkosten für den Parterrebereich beliefen sich auf 250.000 Euro und bewegten sich innerhalb des geplanten Budgetrahmens.
Einziges unabhängiges Jugendheim Osttirols
Auch das Jugendheim in den oberen Stöcken, in dem insgesamt 22 Betten zur Verfügung stehen, wurde im großen Stil erneuert und soll jungen Menschen während ihrer Ausbildung Unterkunft zu leistbaren Konditionen bieten. Derzeit wohnen 17 Jugendliche zwischen 14 und 22 Jahren im Haus, vorwiegend Heranwachsende aus dem Lesachtal, dem Kärntner Raum und Südtirol, die in Lienz die HAK, die HTL, den Aufbaulehrgang im Klösterle oder die Uni besuchen. Auch zwei Lehrlinge bewohnen das Heim, in dem ein Doppelzimmer monatlich 350 Euro kostet. Bei einer Einzelnutzung werden 400 Euro fällig, wobei die Verträge jeweils zehn Monate laufen und für Juli und August keine Kosten anfallen.
In der Gemeinschaftsküche und einem Aufenthaltsraum sind die Renovierungstätigkeiten bereits abgeschlossen, derzeit wird auf der Terrasse gearbeitet, um dort eine „Wohlfühloase“ entstehen zu lassen. Im nächsten Jahr sind die Zimmer dran, auch dort sollen laut Vereinsvorsitzendem Meinhard Pargger einige Umbauten stattfinden.
Unterstützung von Stiftung aus Liechtenstein
Die Finanzierung der Bauvorhaben erfolgt durch Eigenmittel aus den Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung. Zudem wurden in den letzten zehn Jahren 400.000 Euro von einer Stiftung aus Liechtenstein lukriert.
Als „verlässlichen Partner“ bezeichnet Pargger die Stadtgemeinde Lienz, wohingegen der Beitrag des Landes Tirol, der sich in den letzten zehn Jahren auf knapp über 15.000 Euro belief, eine „Riesenenttäuschung“ darstelle. Gerade im Jahr des Ehrenamtes fühle sich die Kolpingfamilie Lienz, die mit Ausnahme einer Halbtags-Reinigungskraft ehrenamtlich tätig ist, vom Land Tirol im Stich gelassen.
2 Postings
Sehr gut - eine tolle Leistung, mal abgesehen von der Unterstützung durch das Land Tirol! Ja enttäuschend der Beitrag von oberster Stelle, wenn man bedenkt wieviel Gelder in die Luft gepfeffert werden, oder im Sand versickert.......
Ein Kompliment der rührigen Kolpingfamilie- super gemacht.
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