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TVB und Stadtmarketing basteln an Flugplatz-Ausbau

Von Gerhard Pirkner, Mittwoch, 13. Juli 2011

Offen diskutiert werden die Pläne bisher nicht.

 

Es gibt Ausbaupläne für den Flugplatz Lienz-Nikolsdorf. Um beim An- und Abflug dem Berg auszuweichen, soll das vergrößerte Rollfeld gedreht werden.

Wer auch immer im hart geführten Streit zwischen Lienz Flyers und Lienzer Fliegerclub im Recht oder Unrecht ist, der Wirbel lenkt den Blick auf ein Thema, über das öffentlich noch nicht gesprochen wird: den geplanten Ausbau des Lienzer Flughafens.

 

In den Schubladen des Stadtmarketings liegen schon seit Bürgermeister Hiblers Zeiten detaillierte Pläne für dieses Vorhaben. Marketingmann Oskar Januschke hat wie immer ganze Arbeit geleistet, den Bedarf erhoben, möglichst stichhaltige Argumente für dieses Vorhaben ausgearbeitet und sogar eine alternative, zur Bundesstraße hin versetzte Landebahn für den Fall angedacht, dass Grundbesitzer oder Pächter am derzeitigen Standort diese Pläne durchkreuzen. Ein Verkauf der Grundflächen steht für die Eigentümerfamilie Astner nämlich nicht zur Diskussion.

 

Parallel dazu arbeitet auch der Tourismusverband, der den Flughafen seit zehn Jahren führt, an einer Erweiterung. Der TVB Osttirol ist Inhaber der Flugplatzgenehmigung und laut Obmann Franz Theurl mit einer Rückbauverpflichtung behaftet, sollte nicht demnächst ausgebaut werden. Und zwar auf eine Asphalt-Pistenbreite von 18 statt bisher 12 Meter und eine Länge von ca. 850 statt bisher rund 600 Meter. Kostenvoranschläge würden bereits eingeholt, sagt Theurl. Auch Finanzierungsgespräche mit dem Landeshauptmann habe er bereits geführt.

 

Rund 800 Meter Pistenlänge wünscht sich auch das Stadtmarketing. Nach den Plänen Oskar Januschkes wäre dabei eine Drehung der Piste erforderlich, um bei Starts und Landungen eine gefährliche Nähe zum Berg zu vermeiden.

 

Öffentlich wird all das nicht diskutiert. Bürgermeisterin Elisabeth Blanik findet die Idee toll, in einer halben Stunde in München zu sein, fürchtet aber vermutlich eine Umweltdiskussion, die jeder Vergrößerungsplan des Flugplatzes unweigerlich auslösen würde. Solche Baumaßnahmen machen ja nur dann Sinn, wenn dadurch auch größere Flugzeuge starten und landen können.

 

Und dieses Ziel peilen sowohl Touristiker Theurl als auch Stadtmarketingmann Januschke an. Der eine denkt “an den Segelflugbetrieb und einen Sportflugplatz für gehobene Gäste wie Golfer”, der andere an den Unternehmensstandort Lienz und den Mobilitätsbedarf von Managern und Kunden angesiedelter Unternehmen wie Liebherr und Durst.

13. Juli 2011 | Beitrag von: Gerhard Pirkner | Kategorie: Feature, Wirtschaft | 4 Kommentare

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