Kreuzer: „TVBO unter politischem Kommando“

Der Hotelier  und Aufsichtsrat wird Budget am 31. Jänner nicht zustimmen.

Josef Kreuzer möchte mehr Touristiker und weniger Politiker im Aufsichtsrat des TVBO sehen.

Bereits Mitte Dezember hätte der Aufsichtsrat des Tourismusverbands Osttirol (TVBO) über das Budget 2011 abstimmen sollen, die Entscheidung wurde jedoch – Dolomitenstadt berichtete – vertagt. Nun lud Hotelier und Aufsichtsrat Josef Kreuzer noch vor der für 31. Jänner einberaumten neuerlichen Beratung und Absegnung des Budgets die Presse zu einem Informationsgespräch.

„Da das Budget, das uns vorgelegt worden war, unannehmbar war und eine Abstimmung verhinderte, erstellte Andreas Köll einen zusätzlichen Sonderbericht mit einer Reihe von Anordnungen“, so Kreuzer, der im Zuge des Pressegesprächs im Wesentlichen drei Punkte scharf kritisierte: die neue Kompetenz über Personalausgaben, den zusätzlichen Marketingbeitrag und die Kooptierung eines weiteren Politikers in den Aufsichtsrat.

„Dass die Kompetenz über alle Personal- und Verwaltungsausgaben seitens der vier Teilregionen zur Gänze dem Gesamtverband bzw. dem Obmann übertragen werden soll, halte ich für einen großen Fehler“, stellte Kreuzer klar. „Die Personalhoheit muss allen Regionen zugestanden werden und Gemeinschaftsarbeit bleiben.“

Ein Dorn im Auge ist dem Hotelier weiters, dass die Osttirol Werbung aus dem Budget eine halbe Million Euro als zusätzlichen Marketingbeitrag erhalten soll. Damit würden die Regionen noch mehr als bisher ausgebeutet. „Niemand kontrolliert, was mit dem Geld der Osttirol Werbung passiert. Sie ist ein Geheimbund und nicht transparent.“

Auf der Tagesordnung der Sitzung am 31. Jänner stehe auch, gab der Hotelier preis, die Kooptierung des Sillianer Bürgermeisters Erwin Schiffmann als Planungsverbandsobmann in den Aufsichtsrat des TVBO. Diese wird von Kreuzer vehement abgelehnt: „Der TVBO ist mittlerweile fest in politischer Hand, die Aufnahme eines weiteren Bürgermeisters ist ein erneuter Schlag gegen den freien Tourismus.“

Kreuzer spricht sich für einen neuen Weg, eine völlige Neuorientierung des TVB aus. „Die Einschränkung der Tourismusbüros in den Regionen ist nicht sinnvoll“, ergänzt Kreuzer. „Die Werbehoheit muss in die Täler zurückgeführt werden.“

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2 Postings bisher
renalt vor 8 Jahren

Bereits über Jahre hinweg... die Gästezahlen halten sich so waagrecht, +/- ein paar %, doch mit den TVB-Einnahmen geht es stetig aufwärts und mit den Verbindlichkeiten, wie man hört, leider trotzdem auch. Was will man mehr ;-) ??? Ich bin auch für weniger Politik in so Gremien die wirtschaftlich was weiterbringen sollten. Möchte überhaupt niemanden zu nahe treten, aber die Politik hat ja Wesentliches geändert, das steht ihr ja zu und wenn das gut war, dann kann sie sich schon wieder verziehen. Es gibt ja vielleicht noch andere Einrichtungen die Verbesserungspotential haben.

Ich denke, dass es Leute wie ein Kreuzer (wenn es noch so einen zweiten gäbe) wissen müssen wie´s geht. Das sind doch Fachleute, Praktiker die eine Vorstellung haben, was man mit so einer Million im Tourismus Marketing alles bewegen könnte ... sorry!

ansa vor 8 Jahren

Im Großen und Ganzen gebe ich Herrn Kreuzer Recht. Frage mich aber nur welche Touristiker er gerne im Aufsichtsrat hätte? Auch die Ablehnung des Budgets ist meiner Meinung nach nicht der richtige Weg. Trotzdem, mehr Kontrolle wäre wünschenswert und notwendig!