Fernheizwerk Lienz Teil III auf Schiene

Grünes Licht des Gemeinderates für bauliche Voraussetzungen und Tauschvertrag.

Stand den Gemeinderäten Rede und Antwort: Ing. Hermann Unsinn, technischer Geschäftsführer der Stadtwärme GmbH

Neben Finanzangelegenheiten standen auf der Tagesordnung der Lienzer Gemeinderatsitzung vom 31. Jänner 2011 insbesondere die Änderung des örtlichen Raumordnungskonzeptes und des Flächenwidmungsplanes sowie ein allgemeiner und ergänzender Bebauungsplan des Grundstückes, auf dem der Neubau des Fernheizwerks Teil III nach Plänen der Architektengemeinschaft entstehen soll. Einer Beschlussfassung bedurfte weiters der Abschluss eines Grundstück-Tauschvertrages mit dem Dominikanerinnen-Frauenkonvent.

Der technische Geschäftsführer der Stadtwärme Lienz GmbH, Ing. Hermann Unsinn, und Architekt DI Wolfgang Mayr von der Architektengemeinschaft unterstrichen die Eignung des vorgesehenen Standortes im Mohrenanger für das Bauvorhaben und gaben Auskunft über technische Daten, Leistungsstärke und Struktur des Ergänzungswerkes.

„Derzeit sind 55 km Leitung verlegt, die Fernwärme zählt rund 3.500 Kunden“, erklärte Ing. Unsinn, der betonte, dass der neue Standort außerordentlich wichtig sei, um die Bereitstellung von Raumwärme und Warmwasser mittels Fernwärme auch in Zukunft sichern zu können. „Wir erhalten immer wieder neue Ansuchen und auch die Wohnbaugesellschaften machen Druck nach neuen Anschlüssen.“

Es sei deshalb, so der Geschäftsführer, dringend nötig, das neue Ergänzungswerk an der Gemeindegrenze zu Leisach zumindest teilweise noch vor dem kommenden Winter in Betrieb zu nehmen. Die dezentrale Anlage, die das gesamte bestehende Netz entlasten würde, wäre auch hinsichtlich eines eventuellen Unfalls oder Ausfalls am Standort Peggetz ein bedeutender Schritt in Richtung Versorgungssicherheit.

Mandatare der SPÖ-Fraktion kritisierten vor der Abstimmung, dass die Stadtgemeinde im Vorfeld viel zu wenig über das Projekt informiert habe. Gemeinderat Andreas Hofer: „Wir sind froh, dass die Fernwärme ausgebaut wird, aber verwehren uns dagegen, dass über die Leute drüber gefahren wird, sie viel zu wenig informiert wurden und der Bauausschuss in dieser Sache Umweltbelange übernimmt. Mir fehlt hier das Fingerspitzengefühl, das es einst vor der Errichtung des Fernheizwerks in der Peggetz gab.“

Die Beschlussfassung erfolgte mit 14 Pro-Stimmen, sieben SPÖ-Mandatare hatten sich der Stimme enthalten.

Vizebürgermeisterin Elisabeth Blanik: „Der Gemeinderat müsste bei der Abstimmung wissen, wie hoch die Kosten des Projektes sind. Auch fehlt ein Vorvertrag mit der Stadtwärme Lienz über die Konditionen, zu denen sie das Grundstück von der Stadt erhält.“ Man habe den Eindruck, das Projekt vor der Wahl noch rasch durchpeitschen zu wollen.

Die SPÖ-Fraktion stellte daraufhin Anträge auf Absetzung der oben genannten Tagesordnungspunkte, sieben SPÖ-Mandatare stimmten dafür, 14 dagegen. Die Punkte blieben damit auf der Tagesordnung.

Die Beschlussfassung erfolgte mit jeweils 14 Pro-Stimmen und sieben Enthaltungen. Damit ist das Projekt „Fernheizwerk Teil III“ auf Schiene.

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5 Postings bisher
Sonnenstadtler vor 8 Jahren

@ Martin Du hast natürlich Recht - wenn es einem persönlich betrifft, ist das nochmal eine andere Sache. Trotzdem bin ich indirekt Anrainer - Friedensiedlung - und mich stört es nicht, dass das Werk errichtet wird. Habe heute erfahren, dass es unwesentlich größer als ein Wohnhaus sein soll. Irgendwo muss es hin und däfür wählt man ja Abgeordnete, dass sie Entscheidugen treffen. Diese ist nun so gefallen und Eichholz ist doch ein komprimiertes Wohngebiet geworden - da gehört ein Werk meiner Meinung nach nicht hin, egal welche Wählerschaft dort wohnt, so einfach wird die Entscheidung dann doch nicht gefallen sein.

Martin vor 8 Jahren

Niemand behauptet gegen ein Fernheizwerk zu sein, hier geht es rein um die Vorgehensweise. Die Anrainer werden 4 Tage vor der Abstimmung informiert, das kanns dann aber auch nicht sein. Wäre "Sonnenstadtler" Anrainer würde der Kommentar etwas anders ausschauen. Warum baut man das Fernheizwerk nicht im "Eichholz" wo man ja anscheinend Grund zur Verfügung hat, dort war es ja ursprünglich geplant, oder? Stattdessen gibt man den 3-fachen Grund her, um an der Grenze zu Leisach zu bauen, super "Deal". Ach ja, im "Eichholz" wohnen zu viele ÖVP Gemeinderäte, das geht ja nicht, hab ich ganz vergessen ...

boarium vor 8 Jahren

Nicht bös sein, Sonnenstadtler. Aber die Tiwag wurde zu Recht kritisiert, dass sie in ihren Kraftwerksplänen selbstherrlich und ohne notwendige Kommunikation mit den Betroffenen aufgetreten ist - sogar aus dem Landhaus gab es da einen Rüffel quer über den Wallnöfer-Platz. Sollte das, was der Landeshauptmann bei Projekten des landeseigenen Energieversorgers einfordert, nicht auch in Lienz gültig sein? Ein bisserl weniger Wahlkampfgezetere ist wohl auch in den Internetforen nötig, scheint mir.

Sonnenstadtler vor 8 Jahren

Was ist denn jetzt los? Die Roten mit Blanik an der Spitze stimmen sozusagen gegen ein Fernheizwerk - so werden die die Stadt führen wollenb.a Wenn das so weiter geht wird dann wohl nur mehr geredet und nicht mehr gehandelt - wir brauchen Information -wir müssen reden -lasst uns alles in Frage stellen... blablabla. Handeln ist angesagt und nicht verhindern und querschlagen. Was ist los mit euch Sozialdemokraten im Gemeinderat - getraut ihr euch nicht eure eigene Meinung zu sagen? Nur wegen der Wahl gegen alles zu sein was der Hibler und sein Gemeinderat vorschlagen ist sehr einfach gestrickte Politik. Buuhh. Saubere Luft in Lienz gegen stickige Luft im Gemendesaal? Ich bin für saubere Luft in Lienz und daher in diesem Punkt klar auf Seite unseres Bürgermeisters Hibler.

An Detektor: Sie haben vollkommen Recht -Vorreiter sollten die öffentlichen Gebäude sein - die sollten verpflichtend Solar und Photovoltaik installieren müssen. BRAVO

Detektor vor 8 Jahren

Eine wirklich gute Sache - für unsere Luft und für unsere Wirtschaft (weil das Geld in der Region bleibt)!

Was die "Sonnenstadt Lienz" noch bräuchte: mehr direkte Solarnutzung (Sonnenwärme und Sonnenstrom)!