Brugger: „Weg von Monokultur Wasserkraft!“

Kritik an Bürgermeister-Stellungnahmen und Einbindung der INFRA GmbH.

Sepp Brugger: "Unsere Gebirgsbäche sind nicht für die Finanzprobleme der Gemeinden verantwortlich."

Am 15. März wird der Kriterienkatalog im Landtag beschlossen, der gewährleisten soll, dass ökologisch und energiewirtschaftlich vertretbare Wasserkraftprojekte an sinnvollen Standorten realisiert werden.

„Osttiroler Gemeinden, Initiativen und Private haben ihre Meinung zum Entwurf kundgetan “, so Sepp Brugger, der die Stellungnahmen von einigen Bürgermeistern kritisiert. Die Gemeinde Prägraten meine, betont der Sprecher der Osttiroler Grünen, dass von acht Hochgebirgsbächen zumindest einer für die Nutzung der eigenen Ressourcen verwendet werden dürfe. Auch der Planungsverband 34 lehne weitere Hürden für den Wasserkraft-Ausbau ab. Der Bürgermeister von Hopfgarten weise auf das geplante Kraftwerk an der Schwarzach hin und der Virger Gemeindechef ersuche in der Stellungnahme gar um Abänderung des Katalogentwurfes, sodass das geplante Isel-Kraftwerk umsetzbar sei. Das Projekt sei, so Bürgermeister Ruggenthaler in seinem Schreiben, zur  Sicherstellung der „Einnahmen zur Bewältigung der Pflichtaufgaben“ erforderlich.

„Die Verbesserung der Finanzsituation der Gemeinden gilt nicht als öffentliches Interesse im Zuge einer Kraftwerksentscheidung“, erklärt der Sprecher der Grünen. „Außerdem weist der Bezirk einen deutlichen Überhang aus Wasserkraftstromerzeugung gegenüber dem tatsächlichen Bedarf aus. Aus Gründen der Versorgungssicherheit ist das geplante Kraftwerk an der Isel deshalb nicht gerechtfertigt. Wir brauchen Diversität, müssen die Energiegewinnung auf breitere Füße stellen.“

Mit kritischem Auge betrachtet Brugger auch das Faktum, dass die Firma INFRA das Isel-Kraftwerksprojekt der Öffentlichkeit präsentiert, aber gleichzeitig wesentlich an der Erstellung des Kriterienkatalogs beteiligt war. Brugger: „Das hat mit Seriosität nichts mehr zu tun.“

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2 Postings bisher
gehtschon vor 7 Jahren

Ich tendiere dennoch zur Wasserkraft. Wir haben doch keine vernünftige Alternative. Öl, Kohle, Gas - Nein danke Atomkraft - Siehe Japan Wind - Nur sinnvoll in Verbindung mit Wasserkraft (Pumpspeicher), außerdem nicht von Aktivisten akzeptiert Sonne - wenig Leistung, auch nur in Kombination sinnvoll. Recht viel mehr fällt mir nicht ein.

wolf_c vor 7 Jahren

… die meisten Bürgermeister i nnen arbeiten doch voll korrekt im Sinne Ihrer Gemeinde; in diesem Fall von Kraftwerktitis sind sie durch depperte Vorgaben von schwachen und altmodischen Landes- und Bundesgesetzen unter starkem Druck und wagen es nicht diese Vorgaben zu hinterfragen und zu ändern, weil sie sonst ja überhaupt kein Geld mehr bekämen; deswegen sollten sie sich ‘am Riemen reißen’ und nicht nur die Moneten sehen, sondern auf den Tisch hauen und ihren Gesetzgebern halt einmal `die wadln vire richten`, weil warum sollen die Bürgermeister i nnen immer die Ihnen eingebrockte Suppe auslöffeln müssen?