Mautdiskussion könnte „Schuss ins Knie“ werden

Felbertauern AG-Vorstand Karl Poppeller im Dolomitenstadt-Interview.

Der Nordtiroler Anwalt Thaddäus Schäfer wirft der Felbertauernstraße AG vor, zuviel Maut einzuheben und das auch noch ohne gesetzliche Grundlage. Im Videointerview mit Dolomitenstadt.at schildert der Vorstandsdirektor der AG, Karl Poppeller, seine Sicht der Dinge und zeigt dabei eine brisante Problematik auf: die Tarife dieser für Osttirol lebenswichtigen Verkehrsschlagader sind gestaffelt. Anrainer zahlen weniger als etwa Touristen, Pkw mit Osttiroler Kennzeichen überqueren den Alpenhauptkamm überhaupt mautfrei. Aus dieser Perspektive könnte der Vorstoß Schäfers ein „Schuss ins Knie“ werden, gibt Poppeller zu bedenken.

Im ersten Interviewblock geht es zunächst um die erhobenen Vorwürfe. Ist die Maut zu hoch, wieviel wird eingenommen und wofür wird das Geld verwendet? Wie schaut die gesetzliche Basis für diese Mauteinnahmen aus?

Alpenquerende Straßen sind teuer

Im zweiten Video erklärt Poppeller, warum die Felbertauerstraße in der Erhaltung teuer ist und erinnert an eine erstaunliche Tatsache: die Maut kostete schon in den sechziger Jahren fast soi viel wie heute: 130 Schillinge, also mehr als neun Euro.

Zahl der Osttiroler Freifahrten steigt stark

In diesem Video geht es darum, wer die Hauptzahler und die Hauptnutznieser im Mautpoker sind. Das Gros der Zahler sind alpenquerende Touristen. Gleichzeitig steigt aber auch die Zahl der Osttiroler Freifahrten stark an. Immerhin 260.000 kostenlose Fahrten von Einheimischen werden derzeit pro Jahr gezählt.

Die Osttiroler Investment Gesellschaft

Im nächsten Interviewabschnitt geht es um jene Gesellschaft, die als Tochter der Felbertauerstraße AG jenes Geld verwaltet und investiert, das nicht für die primäre Straßenerhaltung benötigt wird: die Osttiroler Investment Gesellschaft.

Tarifniveau kaum veränderbar, Rückzahlungen ausgeschlossen

FAG-Vorstand Poppeller schließt aus, dass es Maut-Rückzahlungen geben könnte und erklärt, dass keine wesentliche Tarifsenkung denkbar ist, sondern die derzeitige Diskussion vor allem den Sonderstatus der mautbefreiten Osttiroler gefährdet.

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6 Postings bisher
defregger vor 6 Jahren

ja ja, die gutsherrenart övp wirds nachhaltig zerlegen und zwar in einzelteile, also 1 stellig im % bereich,denke ich. ein bissl dauerts no, bis der letzsche begriffen hat, dass die hosentaschen löcher haben, und die agrargeinschaften wieder gemeindegut sind.

umziehn will der defregger nimma.... gibts denn eine 10 karte auch für (ausländer,foschtgina)grins! früher gabs die mal, aber galt nur für 1 jahr. ...also im jahr 5 mal nach osttirol ist zuviel des guten, sind ja nur jedesmal 1200km. schönen restsonntag noch.

veronika vor 6 Jahren

...da gebe ich den lienz flyers schon recht; ein gewisser einfluss des mattingers und seinen nehmerqualitäten ist bei den investitionen der osttirol-invest im resort kals-matrei schon festzustellen, ...auch wenn lt. gf mag. popeller nicht immer was nachgefüllt werden kann, von der felbertauern ag und es für andere, bedürftige schigebiete deshalb auch nicht mehr in frage kommt ;-)) lg eure vroni

Lienz Flyers vor 6 Jahren

Die Felbertauernstrasse fungiert seit langem schon als Slushfundquelle.

Und wieder fällt Licht auf ein Thema, dass der Osttiroler VP auf die Füße knallen wird. Die LIste der prekären wie auch pikanten Details wird jedenfalls immer länger.Wohin ist über die Jahre denn eigentlich die ganze Kohle verchwunden könnte man sich u.a. fragen. Doch wohl hoffentlich nicht in das eine oder andere Wahlkampfloch eines bekannten Matreiers, oder in die eine oder andere wahnsinnige Tourismusidee seines Touristikers?

Nicht von Poppellers unverhohlener Drohung sollten sich die Bürger Osttirols beeindrucken lassen, sondern schon eher die Notrdtiroler VP - Könnte gut möglich sein, dass wer mehr zahlt, in Zukunft plötzlich als zorniger Wutbürger in der Wahlkabine aufwacht und sein Kreuzerl als mündiger Wähler an der anderen Stelle macht am nächsten Wahltag.

Dämmerung im VP-Land.

Pflanzerl vor 6 Jahren

Es ist schon interessant, dass Nordtiroler - sagen wir aus Reutte - als "Anrainer" weniger zahlen als z.B. jemand aus Heiligenblut oder Winklern in Oberkärnten. Um fair zu bleiben müssten sämtliche Vergünstigungen abgeschafft werden. Wer den Tunnel - z.B. als Anrainer - häufig benutzt, kann sich eine Jahreskarte kaufen und damit mächtig sparen. Dass sämtliche Lienzer Kennzeichen gar nichts zahlen, andere eine vergünstigte Maut und wieder andere die volle Maut ist nicht nur ungerecht sondern dürfte auch EU-Recht widersprechen. Der gute Defregger sollte vielleicht sein Auto auf Lienz ummelden ... Und - wie gesagt - die Jahreskarte lohnt sich schon bei mehr als 5 Fahrten (Hin- und Retour) pro Jahr ...

alice vor 6 Jahren

Um meine Eltern in Osttirol besuchen zu können, muss ich entweder über fremdes Staatsgebiet fahren, einen riesigen Umweg über Salzburg und Kärnten machen, oder eben die Felbertauernmaut von insgesamt € 16,00 bezahlen. Auch die Zugverbindungen Innsbruck - Lienz sind nicht berauschend, also nicht wirklich eine Alternative. Die begünstigte Maut für Nordtiroler kann nicht so begründet werden, dass es "Anrainer" sind, denn Nordtirol grenzt nicht an Osttirol. Ich finde es gut, dass die Mauteinhebung und auch die unterschiedlichen Mauttarife (offiziell gelten ja die €10,00 - siehe Hinweisschild beim Tunnelportal) endlich einmal zum Thema gemacht werden. Insgesamt habe ich in all den Jahren nicht wenig an Maut bezahlt - in Zukunft werde ich noch öfter nach Osttirol kommen, denn meine Eltern werden auch nicht jünger und in Zukunft betreuungsbedürftiger. Bin gespannt wie sich diese Diskussion entwickelt. a.

defregger vor 6 Jahren

als foschtgina, foar ih schün 40johr durch den felbertauern und honn als osttiroler no nie amoll a freifohrt bikemm.

vorschlag:alle die in osttirol geboren sein,nit lei do wohnen sollen frei foahrn megn.

oan km felbertauernstroße honn ich schün allone finazierscht.grins!!

hezschlicht enker df.